Robert Borg setzt sich seit Jahrzehnten für seine Pfarrei ein und war über 17 Jahre Mesner in Glosberg und Gundelsdorf, wo er sich zusätzlich auch noch um den Blumenschmuck kümmerte.

Der 76-Jährige ist von schwerer Krankheit gezeichnet und muss deshalb seine Ämter niederlegen, bedauert er, denn er hat alles mit Lust und Liebe gemacht, sagt er in einem Gespräch in der Wallfahrtskirche. Und er informiert, dass er außerdem viele Jahre Lektor, Kommunionhelfer, im Kirchenrat, Pfarrgemeinderat, gewesen ist. "Wie lange, kann ich wirklich nicht mehr sagen", fügt er hinzu.

Besondere Herausforderung

Weiß aber weiter zu berichten, dass er auch gerne als Wohnviertelhelfer zu Geburtstagsgratulationen oder Krankenbesuchen in der Pfarrei unterwegs war und viele Jahre auch für die Caritas ein fleißiger Sammler alljährlich im Frühjahr und Herbst gewesen
ist. Besonderheiten waren für ihn die Vorbereitungen für die Dekanatswallfahrten, denn wenn so viele Menschen in den Wallfahrtsort kommen, muss in der Vorbereitung alles stimmen. "Das ist jedes Mal eine ganz besondere Herausforderung", sagt Borg und er legt bis heute noch großen Wert auf Genauigkeit und Korrektheit. Alles muss am richtigen Platz zur richtigen Zeit sein. Egal ob Messbuch oder sakrale Gegenstände. Es muss rundherum alles stimmen, in der Sakristei, angefangen, von den Priester- und Ministrantengewändern bis hin zum Kirchenschmuck und Öffnen und Schließen der Kirche.

Er erinnert sich auch gern an die vielen Hochzeiten, die in der Wallfahrtskirche stattfinden. Viele Brautpaare lassen sich in der Wallfahrtskirche trauen und kommen nicht aus Glosberg, sondern aus dem ganzen Frankenwald und von weiter her. Obwohl der gebürtige Heidelberger schon 1972 seine Ehefrau verlor und er kurz darauf selbst von schwerer Krankheit heimgesucht wurde, blieb er stets ein treuer Kirchendiener. "Das Ehrenamt erfordert Präsenz zu außergewöhnlichen Zeiten, an Wochenenden, Sonn-und Feiertagen".

28 Jahre mit künstlicher Niere

Auch nach einer Nierentransplantation im Jahr 1985 führte er sein Ehrenamt weiter aus. "Jetzt lebe ich 28 Jahre mit einer fremden Niere und bin für die Universitätsklinik Erlangen deren Rekordhalter, weil ich immer noch lebe", sagt er schmunzelnd. Und nachdenklich fügt er allerdings hinzu, dass ihn im vergangenen Jahr ein Schlaganfall heimsuchte, "und dabei habe ich großes Glück gehabt", sagt er, "und dafür darf ich den Herrgott täglich sehr dankbar sein, denn es blieb fast kein Schaden zurück, aber ich muss jetzt vorsichtig sein", bekennt er eine gewisse Angst vor weiteren Rückschlägen. Borg hat sich auch in seinem Gesangverein "Liederkranz" Gundelsdorf engagiert und ist Ehrenvorsitzender. Große Erfolge fuhr er mit seiner bekannten Ziegenzucht ein. Mit seiner Rasse "Bunte deutsche Edelziege" holte der leidenschaftliche Ziegenzüchter viele Preise auf bundesdeutscher Ebene. Über ein Vierteljahrhundert hing er an seinen lieben Tierchen. "Erst vor drei Monaten musste ich mich leider von ihnen trennen und fand einen Liebhaber in der Oberpfalz für die erfolgreichen Ziegen."

Fatima-Prozession

Robert Borg wird am Donnerstag, 15. August, im Frühgottesdienst um 10.15 Uhr aus seinem Ehrenamt als Mesner verabschiedet. Am Donnerstagnachmittag ist in Glosberg wieder Fatima-Prozession. Um 14 Uhr geht es in einer Prozession zur Waldkapelle auf den Rauscherberg, wozu der Musikverein Glosberg die Gläubigen musikalisch begleiten wird.