Rund 12,76 Millionen Euro hat die Stadt Kronach in den vergangenen Jahren in verschiedene Projekte investiert. Die Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses informierten sich jetzt, ob das viele Geld auch gut angelegt wurde.

Das Gremium besichtigte unter anderem einen Retentionsraum bei Marktrodach, die Dorferneuerung in Friesen, die Turnhalle der Lucas-Cranach- Grundschule und die Dauerbaustelle Festung Rosenberg, an der seit 1980 kontinuierlich saniert wird. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) ist kein Mitglied des Ausschusses, ließ es sich abwer nicht nehmen, an dieser außergewöhnlichen Exkursion teilzunehmen.


Mit eigenen Augen


Für den Ausschussvorsitzenden Markus Oesterlein (CSU) war es ein Herzensanliegen, die wichtigsten Investitionsmaßnahmen einmal in Augenschein zu nehmen.
"Es macht einen anderen Eindruck, ob man Projekte vom Bauplan her kennt oder ob man sie mit eigenen Augen sieht", sagte er.

So war der Retentionsraum in Nähe der Ebersmühle bei Marktrodach keinem der Ausschussmitglieder bekannt. Stadtkämmerer Wolfgang Günther und Marco Deuerling von den Stadtwerken erläuterten die Maßnahme. So seien Retentionsräume die an den Flüssen und Bächen seitlich gelegenen Flächen, auf denen sich bei Hochwasser das Wasser ausbreiten und ansammeln kann. Es fließt dort nur noch langsam oder steht. Bei Marktodach wurden seit September rund 13 500 Kubikmeter Erdreich abgetragen, um für einen adäquaten Rückhalteraum nach Starkregenereignissen zu sorgen.

Der Bürgermeister erklärte, dass in der Vergangenheit nach und nach ein Großteil der natürlichen Retentionsräume verloren gegangen sei, "weil vielfach in die Talauen hineingebaut wurde". Dabei seien nicht selten Gelände aufgefüllt und Dämme oder Mauern errichtet worden. Negativ haben sich laut Beiergrößleinaber auch Gewässerausbaumaßnahmen, insbesondere Begradigungen ausgewirkt. Folge dieser Entwicklung seien mehr Hochwasserereignisse mit mehr Schäden gewesen. Mitunter seien auch Leib und Leben gefährdet. Durch das Anlegen dieser Retentionsfläche könne die Stadt Kronach auch Bauwilligen helfen, um die vom Gesetzgeber geforderten Nachweise zu erbringen. "So dienen Retentionsräume letztlich auch der Schaffung von Arbeitsplätzen", sagte der Bürgermeister.


Ökologische Vielfalt


Karl H. Fick (SPD) wies neben der positiven Wirkung auf die Hochwasserabläufe darauf hin, dass Retentionsräume auch eine notwendige Grundlage für den Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Vielfalt in und an dem Gewässer und seinen Auen sind. "Sie tragen damit auch zum Bodenschutz bei und liefern einen Beitrag zur Grundwasseranreicherung."

In der Abschlussbesprechung fasste zog Ausschussvorsitzender Markus Oesterlein eine durchwegs positive Bilanz. "Die Stadt Kronach tätigt mit Weitblick nachhaltige Investitionen für Wirtschaft, Dorfleben, Kultur und Bildung, also für Dinge, die die Menschen bewegen. Kurz gesprochen: Kronach ist optimal gerüstet für das Kommende, Kronach ist Zukunftsstadt."


Wichtiger Schritt für Wettbewerbsfähigkeit


Mit dem Retentionsraum stelle die Stadt sicher, dass Unternehmen weiter in Kronach investieren können. "Dies ist ein wichtiger Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Stadt", so Oesterlein.

Die Lucas-Cranach-Schule sei durch die Generalsanierung zu einer Vorzeigeschule in Oberfranken geworden, fuhr der Vorsitzende fort. Hinsichtlich der Dorferneuerung Friesen sei besonders das private Engagement bewundernswert. Friesen habe sich nachhaltig verändert. "Mit unserem jüngsten Stadtratsbeschluss, die Scheune am Dorfplatz herzurichten, wird die Dorferneuerung einen krönenden Abschluss finden", gab sich Oesterlein überzeugt.


Hand in Hand in die Zukunft


Auch die Sanierung der Festung schreite voran. So seien dank der gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken erzielten Förderung Investitionen möglich, "die vor Bürgermeister Beiergrößlein undenkbar waren", sagte Markus Oesterlein. Im Stadtrat arbeite man mittlerweile "Hand in Hand für unsere Zukunftsstadt". Dabei habe man trotz der katastrophalen Haushaltslage viel erreicht.