Eine Gruppe aus fünf Menschen, die Gesichter ausdrucksstark. Doch: Sie stecken mit den Beinen fest, fest in einem dunklen Holzstamm verankert. Auf, unter, neben oder hinter ihren Köpfen balancieren sie goldene Früchte. Es ist ein Spiel mit Kontrasten: Gruppe und Einzelperson, mattes Braun-Schwarz und glänzendes Gold, Übergangsmoment und Ewigkeit.

"Ich wollte mit der Arbeit Tatsachenbezug herstellen. Menschen in Bewegungen. Flüchtlinge", erklärt Roger Löcherbach den Titel der Arbeit "Menschen auf dem Weg". Eine ernste Idee verstecke sich in seinen fünf Holzskulpturen. Ein Gegengewicht dazu sollen die Früchte bilden: "Ich habe mich an einem Zitat von Erwin Wurm orientiert.
Es ist eine Übergangsskulptur, die einen kurzen Moment abbildet." Die Früchte seien an solchen Körperstellen platziert, an denen sie in der Realität nur kurz Halt finden würden: "Das übersetze ich in eine feste Skulptur." Weiterhin orientiere sich der Künstler bei der Gruppendarstellung an das Motiv der Bürger von Calais:
Weiteres Sinnbild sei ebenso die Gesamterscheinung: "Die Bewegung wird oben ausgeführt und doch sind die Figuren fest im Stamm verankert." Roger Löcherbach, der seine Skulpturen am Forstbetrieb in Nordhalben fertigte, freute sich über den HolzART-Preis.

Am Sonntagnachmittag kamen Künstler und Interessierte zur Ergebnisausstellung am Aufgang der Festung Rosenberg zusammen. Das einzige internationale Kunstprojekt im Landkreis sei laut Ingo Cesaro keine Eintagsfliege: "Nummer 20 ist geschafft, ein kleines Jubiläum." Sein Dank galt dem Netzwerk an Unterstützern, ohne die das Projekt all die Jahre finanziell nicht realisierbar gewesen wäre.

"Holzreichtum ist charakteristisch für unsere Gegend", sagte Angela Hofmann, die stellvertretende Bürgermeisterin. Sie betonte dabei den großen Stellenwert von Holz im Landkreis. "So vielfältig wie unsere Wälder sind auch die Arbeiten geworden", lobte sie die neuen Holzskulpturen: "Die Ausstellung hat in diesem Jahr ganz besonders schöne Exemplare zu bieten."

"Jedes Holz schützt ein Stück weit unsere Umwelt - auch als Kunstwerk", freute sich Fritz Meier, Leiter der Bayerischen Staatsforsten in Nordhalben.