Rundum zufriedene Gesichter zeigten sich beim Kronacher Kunstverein (KKV). Neben der ersten Ausstellung "Toledo" war man nach 22-monatigen Sanierungsarbeiten auch auf das Ergebnis der Ausstellungsräume im Kreiskulturraum gespannt. Ergebnis: Beides ist hervorragend gelungen.

Florian Welle (Nürnberg) stellte zunächst die Arbeiten von Horst Thürheimer vor. Im Jahr 2011 entstand in seinem Münchner Atelier das kleinformatige Werk (32x25cm) "Toledo", das der Ausstellung (bis 20. März) ihren Titel gibt. Wie meist, benutzte er dabei Ölkreiden, den Grafitstift und einen Bunsenbrenner. Wie Welle weiter ausführte, sei der angestammte Malgrund von Horst Thürheimer seit eh und je ein stabiles, kräftiges und farbintensives Büttenpapier, das der Künstler auf Karton oder Holzplatten appliziert.


Der "Maler des Feuers"

Thürheimer attackiert seine Arbeiten: Beim Einsatz von Papier setzt er den Bunsenbrenner oder auch Schmirgelpapier ein. Es ergeben sich so kleine bis große Brandinseln, Vertiefungen, Aufrauungen, Kerben, Kratzer oder Farbinnsale. All diese Verletzungen, die der Künstler, einem Schamanen nicht unähnlich, ab und an wieder heilt, indem er zum Beispiel tiefe Brandlöcher von hinten mit Papier zuklebt, verleihen den Werken ihren spezifischen Rhythmus.

Thürheimer wird nicht nur wegen des Einsatzes des Bunsenbrenners als der "Maler des Feuers" bezeichnet. Das Urelement Feuer ist janusköpfig. Prometheus ist sein mythischer Gott. Feuer hat etwas Belebendes, es bringt Licht ins Dunkel. Und es hat etwas Zerstörerisches, Vernichtendes, es hinterlässt verbrannte Wellen, so Welle. Neben den 23 Arbeiten des "Toledo-Zyklus" sind seit Sonntag weitere zwanzig Zeichnungen von Horst Thürheimer in den Räumen des KKV zu bestaunen.

Der Vorsitzende des KKV, Karol J. Hurec, sagte bei der Begrüßung, dass man seit 35 Jahren auf Kunstvermittlung zurückblicken kann. Seit dieser Zeit hat es über 250 Ausstellungen mit Künstlern mit regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung in der Galerie gegeben. Besonders freue man sich jetzt nach 22 Monaten Ausstellungspause wieder auf die Kulturarbeit. Die neu sanierten Räume böten dazu die beste Möglichkeit, die Kunstwerke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. In guter Zusammenarbeit mit dem Kreis habe man die Umgestaltung der Räume vorgenommen. Der Verein habe auch rund zwanzigtauend Euro an Eigenmitteln für Alarmanlage, Überwachungssysteme. Luftbefeuchter sowie die Ausstattung des Büros und Archivs investiert.

Ein Sonderlob gab es für den geschäftsführenden Vorstand Willi Karl, der maßgeblich an der konzeptionellen Gestaltung der zeitgemäßen, multifunktionellen Galerie beteiligt und stets auf der Baustelle präsent und beratend ehrenamtlich tätig war. Landrat Oswald Marr betonte, dass der KKV vieles bewegt habe. Für Kronacher Verhältnisse sei eine kleine Kunsthalle entstanden, die über Jahrzehnte für die Kunstszene aufrechterhalten werden sollte. Besonders die variablen Wände würden es ermöglichen auch großflächige Werke zu präsentieren.

Als ganz besonderen Tag in der Geschichte des KKV bezeichnete Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann die Ausstellungseröffnung nach der Gebäudesanierung. Mit multifunktioneller Ausstattung könne man Kunst zeitgemäß präsentieren. Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch durch Andras Wolff am Klavier begleitet.