Wer den Reußen Heiner kennt, weiß, dass der kein gewöhnlicher Vampir sein kann, der die Gebissenen zu Vampiren macht. Er steckt sie auch nicht mit dem Fousanaochts-Gen an, was durchaus seinen Reiz hätte. "Wer ve mije gebissn wääd, dä wääd rappelköpfich odde schusselich auf die Baa", verdeutlicht Heiner Reuß. Nur als er Wowereit gebissen hat, hatte das nicht nur Schusseligkeit und Rappelköpfigkeit des Gebissenen zur Folge. Das war ein bisschen eine Wowereit'sche Retourkutsche, denn fortan fand der Vampir die Kronacher Elferräte gar nicht mehr so unattraktiv - und in die Stadtsoldaten war er ganz und gar verschossen.

Die blutsaugende Nachtgestalt Graf Reußula wollte sich auch an den 24 Vollblutpolitikern des Kronacher Stadtrats laben, aber bei den Labernden stellte er eine gewisse Blutleere fest. Nix war's mit dem Vollschlagen des Bauchs.

Als Büttenredner hat sich Heiner Reuß seit inzwischen 40 Jahren einen Namen gemacht. Er spannt dabei den Bogen von der Bundespolitik bis zur lokalen Ebene. Aber er überspannt den Bogen nie. Die absoluten Kracher waren seine Auftritte mit Hermann Sauerbrey. Unvergessen sind beide als "Die geschundenen Männer von Kronach". Als Solist brillierte er als Punker, Pizzabäcker, Wanderprediger, Indianerhäuptling und Fensterputzer.

Seit 1964, seit den Anfängen der Kronacher Büttenabende also, mischt Heiner Reuß in unterschiedlichsten Funktionen bei den Büttenabenden mit. Als Trompeter des Musikzugs der Freien Turner geleitet er die Offiziellen seit 1978 zur Bühne. Vorher tat er das beim ATSV. Zusammen mit den "Echt'n Kroniche Hous'nküh" sorgt er jedes Jahr für ein musikalisches Highlight bei den Narren. Denen diente er auch als Prinz und Kanzler.