Einen Tag nach dem tragischen Busunglück auf der A9 bei Münchberg laufen die Ermittlungen. 18 Menschen sind in den Flammen gestorben, darunter einer der beiden Busfahrer. Die 30 Menschen, die sich retten konnten, wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Bus bestand nur noch aus einem verkohlten Gerippe. Den Einsatzkräften bot sich ein grauenvoller Anblick. Viele Menschen in der Region sind fassungslos über die Tragödie, vor allem die Bus-Branche ist tief betroffen.

"Die Bestürzung ist riesengroß. Uns ist allen klar, dass es jeden von uns genauso hätte treffen können", sagt Dominik Weber, der Geschäftsführer des Busunternehmens Buckreus aus Wilhelmsthal. Er habe sich schon mit mehreren Kollegen unterhalten.


Nicht über Ursache spekulieren

Weber berichtet, dass zwei seiner Busse gestern in Hof unterwegs waren, nur 15 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt. "Das war erst mal ein Schock", sagt Weber mit Sorge in der Stimme. Wie es genau zu dem Unglück kommen konnte, darüber möchte Weber nicht spekulieren.

Weber beschäftigt in seinem Unternehmen 25 Fahrer, sowohl im Linien- und Schulverkehr als auch im Reiseverkehr. Unterwegs sind die Reisebusse laut Weber in ganz Europa. Längste Strecken seien bis jetzt beispielsweise ans Nordkap oder nach Griechenland gewesen. Besonders anspruchsvoll für die Busfahrer seien dabei Serpentinenstraßen, wie in Südtirol, oder schmale Küstenstraßen, etwa an der Amalfiküste.

Dass die Zahlen der Bustouristen nach dem Unglück zurückgehen, glaubt Weber nicht. Vielleicht seien es in den nächsten zwei bis drei Monaten weniger als sonst. Am Montag habe es jedenfalls nicht weniger Anfragen gegeben.

Am Busbahnhof in Kronach ist die Stimmung am Tag nach dem Unglück gedrückt. "Die Betroffenheit bei solchen Katastrophen ist immer arg. Als Busfahrer sind wir schließlich immer für die Fahrgäste und die eigenen Kollegen verantwortlich", sagt Robin Dittmann (im Bild oben), der für das Busunternehmen Röttgen arbeitet.
"Busfahrer haben eine Vorbildfunktion, ähnlich wie Piloten. Wir müssen äußerst konzentriert arbeiten", sagt Dittmann. Wie es zu dem Flammeninferno kommen konnte, ist für ihn unbegreiflich: "Im Bus ist vorne nichts drin, das so leicht brennen kann." Besonders kritisch sieht Schilling die Verkehrsdichte auf den Autobahnen. Besonders hoch sei das Verkehrsaufkommen auf der A9 oder auf den Autobahnen Richtung Heilbronn, weil dort besonders viel Güterverkehr fließe. "Der Kampf auf den Autobahnen ist ungeheuerlich", sagt Dittmann.

Wenn er als Busfahrer auf einer dreispurigen Autobahn auf der linken Spur überholen muss, sei es fast unmöglich, wieder rechts einzufädeln. "Die Lkw-Fahrer machen da keinen Platz", sagt Dittmann. Vor seiner Zeit als Busfahrer war er selbst als Lkw-Fahrer tätig. Er kennt beide Seiten. Auch die anderen Fahrer am Kronacher Busbahnhof sind nach der Tragödie fassungslos. "Das ist eine ganz schreckliche Sache. Es ist unerklärbar, unvorstellbar", sagt Horst Schilling. Seit 15 Jahren ist er Busfahrer, seit zehn Jahren arbeitet er für den Omnibusverkehr Franken, der zum DB-Konzern gehört. Seiner Verantwortung ist er sich stets bewusst: "Ich achte immer darauf, dass die Sicherheit der Reisenden immer gewährleistet ist."


Alle fünf Jahre "Idiotentest"

Einmal im Jahr muss sich Schilling einer Modulschulung unterziehen. Alle fünf Jahre stehe die große Führerscheinverlängerung inklusive Gesundheitscheck und "Idiotentest für Busfahrer" an. "Die Schulungen sind auf jeden Fall ausreichend."