Das Hygienekonzept für das Freibad steht, die Sanierung der Kulturhalle fand allgemeine Zustimmung und die Außenanlagen für den Kindergarten Neufang können endlich in Angriff genommen werden. Das waren die wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates in Steinwiesen.

Kämmerer Rainer Deuerling erläuterte das Hygienekonzept, das für die Öffnung des Freibades notwendig ist. Die allgemeinen Zugangsbeschränkungen sind ja für Bayern allgemein verpflichtend. Für Steinwiesen im Besonderen bedeutet dies, dass aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wie Gesamtnutzfläche, Beckengröße und Liegeflächen bis zu 375 Badegäste eingelassen werden dürfen. Man wolle aber am Anfang mit 250 starten, um zu sehen, wie gut es läuft. Mindestabstand, Maskenpflicht im Ein- und Ausgangsbereich mit Kasse, Toiletten und Kiosk und Kontaktformular sind selbstverständlich.

Der Einlass erfolgt über das Drehkreuz, bei Erreichen der Maximalbesucherzahl wird dieses gesperrt. Ausgang ist durch das Ausgangsdrehkreuz. Es stehen genügend Desinfektionsmittel zur Verfügung und es werden immer wieder Zwischenreinigungen durch das Badpersonal durchgeführt. Eine Generalreinigung erfolgt täglich durch eine Reinigungsfirma. Für den Kiosk ist der Pächter verantwortlich, hier gelten die Vorgaben wie im Biergartenbereich.

Die ausgearbeiteten Maßnahmen sollen der Gefahr von Infektionen so weit wie möglich vorbeugen. Doch um dieses Ziel zu erreichen, ist es zwingend erforderlich, dass auch die Badegäste ihrer Eigenverantwortung gerecht werden. Vor allem durch Einhalten der Badeordnung, Mindestabstand und der Folgeleistung der Bademeister und Badeaufsichten. "Es kann nicht sein, dass die Bademeister nur dauernd kontrollieren müssen, was auf dem gesamten Badgelände geschieht. Jeder sollte seine Verantwortung kennen und nicht dauernd darauf hingewiesen werden müssen", meinte Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU).

Das Freibad wird voraussichtlich Mitte Juli (10. Juli?) geöffnet werden können. Die Eintrittskarten können im Vorfeld auch im Rathaus gekauft werden. Die Zeiten werden noch bekanntgegeben, aber für die Frühschwimmer wird morgens zwei Stunden (eventuell von 9 bis 11) geöffnet werden und dann nachmittags voraussichtlich von 13.30 bis 18.30 Uhr. Am Montag wird geschlossen bleiben. Genaue Termine und Zeiten werden rechtzeitig veröffentlicht. Der Bereich des Erlebnisbades innen und der Saunalandschaft bleibt noch geschlossen. Hier soll in der nächsten Sitzung Ende Juli beraten werden.

Vielfältige Nutzung

Im Rahmen der Sitzung stellte Architektin Miriam Lebok vom Architekturbüro Lauer + Lebok aus Lichtenfels den Entwurf für die Sanierung der alten Schulturnhalle vor. Im Rahmen eines europaweiten hochbaulichen Planungswettbewerbs waren sie unter den zehn Bewerbern für die unabhängigen Preisrichter die Sieger (wir berichteten). Das Konzept von Lauer + Lebok besteht darin, eine vielfältige Nutzung möglich zu machen. Sowohl in der Halle als auch auf dem Vorplatz. Eine neue Infrastruktur, nutzungsneutral und offen für viele Interpretationen, funktional und optisch aus dem Schulkomplex herausgelöst, so präsentiert sich die neue Kulturhalle selbstbewusst im Ortskern. "Es wird der alte Turnhallencharme abgelegt und das Ganze dann als eine harmonische Einheit erkennbar sein", betonte Miriam Lebok.

"Man kann vieles mit einfließen lassen, was bereits vorhanden ist", meinte Miriam Lebok. Die bestehenden Funktionen zum Beispiel wie die Halle, Bühne, Lager und Küche mit Theke werden erhalten und gestärkt. Der sanierte Hallenbereich ist optimiert auf die Nutzung als Veranstaltungshalle. Auch vom Optischen her wird im Entwurf einiges beibehalten bzw. wiederverwendet. Ergänzt wird der Bestand durch ein angemessenes Foyer und einen Eingangspavillon mit Funktionen wie Garderobe, Toilette und Ausschank. Der Zugang wird in Trichterform angelegt und öffnet sich weit ins Foyer.

Ob Großveranstaltung, Vortrag, Geburtstag oder eine Außenveranstaltung, die drei Bereiche Halle, Foyer und Pavillon können getrennt oder in Kombination genutzt werden. Das Foyer fungiert als Pausenbereich bei Großveranstaltungen, als Bar bei Tänzen oder als Treffpunkt für kleinere Gruppen. Hier können auch Faltgarderoben ausgeklappt werden, je nach Bedarf. Der Pavillon nimmt alle Versorgungsfunktionen auf, die nach Abtrennung von der Schule fehlen. Die Toiletten sind für 400 Personen ausgelegt. Eine trichterförmige Freitreppe auf dem neuen Kulturplatz führt zur Halle und durch den Eingangspavillon in das großzügige Foyer.

Der Vorplatz wird großzügige Pflanzbereiche beinhalten, nur im oberen Bereich gibt es eine Kurzparkzone, die bei Veranstaltungen für Personen mit Handicap zur Verfügung steht. Ansonsten ist der Zugang barrierefrei möglich. Stufen mit Sitzfunktion grenzen den renaturierten Bereich ab. Ein nutzungsneutraler mineralischer Vorplatz bietet eine Freifläche, die für Veranstaltungen zusammen ebenfalls mit dem Foyer und der Halle nutzbar ist.

Die Größe des Projektes steht mit circa 700 Quadratmeter im Bestand und mit 285 Quadratmetern für den Anbau in einem realistischen Verhältnis. Der Anbau soll in Holzmassivbauweise erstellt und die bestehende Halle durch eine "Hülle" ummantelt werden. Die Fassade wird in einem eloxierten Aluminium gestaltet, Farbe eventuell Baumgrün mit einer unregelmäßigen Faltung.

Die Kosten wurden auf circa 3,7 Millionen Euro festgelegt und bei der Regierung für die Förderung der Nordostbayern Offensive eingereicht mit einer Förderung vom 90 Prozent. Hier werden noch die nichtförderfähigen Kosten und die Planungskosten abgezogen.

Rückschlag bei Förderung

Ein Rückschlag für die Planung und den Markt Steinwiesen ist jedoch, dass plötzlich die Förderung aus dem Programm der Nordostbayern Offensive herausgenommen wurde. Nun soll die Sanierung über das Programm "Innen statt Außen" laufen, allerdings nur noch mit 80 Prozent. Damit wäre es für den Markt Steinwiesen nicht mehr zu schultern. Man wird sich bemühen, andere Fördertöpfe wie die Oberfrankenstiftung anzuzapfen. Für Bürgermeister Gerhard Wunder ist es ein nachhaltiges Projekt, das praktisch und vielseitig nutzbar ist und nun auch wieder für 50 Jahre seinen Dienst tun soll.

Die CSU-Fraktion mit Jürgen Eckert ist vom Konzept 100 Prozent überzeugt und sieht nur in den Kosten eine Herausforderung. "Ich bin sicher, unser Bürgermeister und der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner werden alles tun, um hier eine Lösung zu finden und die dringend benötigte zusätzliche Förderung zu bekommen", sagte Eckert überzeugt. Er bat darum, das besondere Augenmerk auf die Lüftung der Halle zu legen. Günter Partheymüller (CSU) gab zu bedenken, dass die Dachverbindung Foyer/Halle regelmäßig gewartet werden muss, damit sich im Herbst durch Laub, im Winter durch Schnee und Eis und bei Wasserrückstau keine Probleme ergeben.

Was die Nutzbarkeit betrifft, so werden sich die Arbeiten bis 2023 hinziehen. Wie weit es noch zu Veranstaltungen im Fasching 2021 kommen kann, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt abgeklärt werden. "Sobald hier etwas absehbar ist, werden die Vereine informiert", versicherte Bürgermeister Wunder (CSU).

Die Generalsanierung des Kindergartens St. Laurentius in Neufang wurde 2015 vollzogen. Jedoch konnten zu dieser Zeit die Außenanlagen noch nicht realisiert werden. Der Abriss der alten Schule und der Grunderwerb stand noch aus. Vonseiten des Kindergartenbauvereins wurde 2019 ein Antrag auf Zuschuss an die Regierung gestellt, ohne Wissen des Marktes. Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) konnte nach Rücksprache mit der Regierung am 19. Februar vermelden, dass noch 143 000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung stehen und abgerufen werden können. Hierauf wurde ein offizieller Antrag auf Förderung gestellt. Der Anteil für die Außenanlagen für Regel- und Krippenkinder würde nach Abzug aller förderfähiger Kosten für Steinwiesen 42 600 Euro betragen, für die Kirche 214 000 Euro. Dies wurde einstimmig genehmigt, Planung und Kostenberechnung sind anzupassen.