Es wurden neu festgelegt: Der Wasserpreis pro Kubikmeter wurde auf 2,27 Euro (bisher 2,07 Euro) bei einer Anhebung der Grundgebühr auf 36 Euro festgelegt. Diese lag bisher bei 24 Euro, gemessen an der kleinsten Abnahmeeinheit.

Der Preis für die Abwasserbeseitigung pro Kubikmeter wurde von bisher 2,10 Euro auf neu 1,85 Euro pro Kubikmeter gesenkt. Dazu wurde allerdings neu eine Grundgebühr von 36 Euro pro Jahr angesetzt. "Die Komplexität für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung ist inzwischen, auch durch Gesetzgebung, sehr kompliziert geworden und wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, eine gerechte Lösung zu finden, um den Verbraucher nicht überstrapazieren zu müssen", so Werkleiter Peter Maaß.

Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) wies auf das Problem hin, dass rückläufigen Abnahmemengen bleibende oder gar steigende Fixkosten gegenüberstehen.
Neben dem steigenden Bewusstsein in der Bevölkerung, an Trinkwasser zu sparen, schlage natürlich auch die demografische Entwicklung zu Buche. Immer weniger Einwohner müssten für Einrichtungen aufkommen, die durch ihr verzweigtes Leitungsnetz trotz Bevölkerungsrückgang nicht kostengünstiger zu betreiben seien. "Das ist ein Effekt, der langfristig die Existenz von Flächengemeinden mit weniger Einwohnern gefährdet. Deshalb müsste dies beim Finanzausgleich berücksichtigt werden", forderte der Kronacher Bürgermeister.

Kostendeckung nicht zu erreichen

Zum Glück muss die Stadt Kronach keine so deutlichen Preisanpassungen wie andernorts vornehmen, weil man sich seit Jahren intensiv bemüht, die Kosten zu senken. Eine weitere Maßnahme war die Senkung der kalkulatorischen Zinsen von 6,5 Prozent auf 4,5 Prozent, die in vollem Umfang den Verbraucher entlastet. Zahlreiche Vorgespräche und Rechenexempel hätten letztlich zur Erkenntnis geführt, bei der Wasserversorgung die Grundgebühr anzupassen und bei der Abwasserbeseitigung eine moderate Grundgebühr einzuführen.

Dieter Meixner vom bayerischen kommunalen Prüfungsverband informierte, dass die geplante vollständige Kostendeckung, zu der sich der Stadtrat im Zuge des Haushaltssicherungskonzeptes entschlossen hatte, in beiden Einrichtungen (Wasserversorgung und Abwasser) nicht erreicht werde. Gegenüber dem Jahr 2005 sei sowohl der Wasserverbrauch als auch die Abwasserbeseitigung um je rund 200 000 Kubikmeter im Jahr 2012 rückläufig. Von den Stadtwerken würden in neun Hochbehältern 4440 Kubikmeter Frischtrinkwasser und für den täglichen Gebrauch vorgehalten. 151 Kilometer Hauptleitungen und 45 Kilometer Zuleitungen müssten betreut und gewartet werden. Für die Verbrauchszählung beim Abnehmer seien derzeit rund 4800 Zähler eingebaut.

Neben der Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung diene das Versorgungsnetz auch der Sicherstellung der Feuersicherheit und darüber hinaus müssten auch Zukunftsinvestitionen von rund vier Millionen Euro für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung einkalkuliert werden, informierte Werkleiter Maaß.

Markus Wich (CSU), Marina Schmitt (SPD) und Michael Zwingmann (Freie Wähler) waren sich einig, dass eine Kostendeckung unumgänglich sei und man durch Umstrukturierungen und Umverteilung eine halbwegs vertretbare Lösung erreichen konnte. Marina Schmitt machte deutlich, dass "aus ökologischer Sicht einer Verschwendung des kostbaren Gutes Wasser Einhalt geboten werden muss, andererseits hat gesundes Wasser eben seinen Preis".