Das sah der gestrenge Prüfer schon auf den ersten Blick: In den Waldungen des Freiherrn von Pölnitz zwischen Ziegelerden und Theisenort ist alles in bester Ordnung. Schon seit Generationen wird in der Adeligenfamilie auf nachhaltige Forstwirtschaft geachtet, doch nun hat man es schwarz auf weiß: "Dem Betrieb kann in allen zutreffenden Bereichen vorbildliche PEFC-Konformität bestätigt werden", schrieb Horst Gleißner in seinen Prüfbericht.

Heinrich von Pölnitz heftete die PEFC-Zertifizierung stolz an das "grüne Brett" am Eingang zu seinen Waldungen. "Dieser Wald ist anders", steht da drauf - und das ist auch so. In den Wäldern des Freiherrn gibt es eine große Vielfalt an Naturverjüngung, weil er darauf achtet, dass es einen angemessenen Wildbestand gibt. Auch mit Hilfe heimischer Jäger.



Alles muss zertifiziert sein
Mit Helmut Pfromm aus Ziegelerden hat er einen erfahrenen Jagd- und Forsthelfer, dessen liebste Beschäftigung es als Rentner ist, ein bisschen im Wald tätig zu sein. Pfromm achtet auch darauf, dass die Selbstwerber, die in den freiherrlichen Waldungen ihr Brennholz schlagen, alle den Motorsägenführer-Lehrgang absolviert haben und Schutzkleidung tragen. Das alleine wäre schon ein Grund, um bei der Prüfung durchzufallen. Fünf bis zehn der Prüflinge fliegen pro Jahr aus der PEFC-Zertifizierung raus, bestätigt Horst Gleißner. Ein doch hoher Prozentsatz, wenn man berücksichtigt, dass Gleißner nur 30 Tage pro Jahr für die Waldzertifizierung eingesetzt ist. Die restliche Zeit macht er Unternehmens-Zertifizierung und Holzhandelsketten-Zertifizierung.

Diese Handelsketten nehmen übrigens kein Stück Schnittholz ab, wenn es nicht aus zertifizierter nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.



Die Bäume, die gefällt werden, zeichnet Heinrich von Pölnitz selbst aus. Da geht kein Stamm "mit", der Geld bringen würde, aber für die Vitalität des Waldes wichtig ist. Selbstverständlich, dass die Unternehmen, die in seinen Wäldern arbeiten, alle die PEFC-Zertifizierung haben müssen. Da ist der ansonsten sehr umgängliche und nett plaudernde Freiherr sehr streng. Das war er auch schon vor der Zertifizierung. Für die ist er bayernweit ausgelost worden. Und er hat sich darauf gefreut, denn er hatte ja nichts zu befürchten. Schließlich ist sein Adelsgeschlecht seit Generationen der Tradition verpflichtet - und dazu gehört auch die nachhaltige Forstwirtschaft.