Büttenreden, Garde- und Showtänze sowie weitere Einlagen prägten den Büttenabend in der kleinsten Faschingshochburg im Frankenwald. Erstmals führte der Präsident Stefan Hofmann durchs Programm, nachdem Ehrenpräsident Matthias Barnickel sich im Laufe des Jahres zurückgezogen hatte. Dafür übernahm der immer einen Spruch auf Lager habende Ehrenpräsident die Prinzenherrschaft. Zusammen mit der hochbegabten Jessica I. führte Matthias I. die Förtschendorfer Narren als Prinzenpaar an und führte das Zepter am Fuße des Rennsteigs.
Am Anfang des Büttenabends stellte Zeremonienmeisterin Silv (Silvia Heinlein) die "alta und neua" Mannschaft des Elferrates mit Bildern auf der Großleinwand im Schützenhaus vor.
Wie anstrengend es im Büroalltag zugeht, präsentierte Daniel Jungkunz im Eröffnungssketch mit Michael Erler. Wie in den Ämtern schon lange bekannt ist, sind alle Bürgerangelegenheiten dringend. Geregelte Abläufe und die Aufnahme der Personalien sind aber immer notwendig, auch wenn es nur um den Schlüssel der WC-Tür geht. Kräftigen Applaus ernteten die vier Zwerge der kleinen Garde, welche die Bühne und Herzen der Besucher eroberten.


Der Pater als Star

Star des Abends war wiederum Pater Helmut Haagen, der als heiliger Petrus von seinen beiden Engeln Yvonne Bäz und Heiko Eibl begleitet wurde. "Es ist die erste Sünde, wenn man zum FC Bayern stünde", sagte der bekennende Fürther-Fan zu Beginn seiner Büttenrede. Bevor er auf die örtliche Begebenheiten in seinen Seelsorgebereich zu sprechen kam, drehte sich zunächst alles um das runde Leder. "Der Greuther-Fan hat mein Herz gerührt und wurde vom Leid befreit", so Haagen. Als Hüter des Himmelstors hat er so manchen schon gesehen, nur aus Pressig und Förtschendorf war noch keiner da. Dabei hätte er mit dem Puffen Schorsch, dem Pabstmann Görch und dem örtlichen Organisten, dem Jungkunz Rudi (Büttner), schon drei Kandidaten auf seiner Liste. Mit Sorge blickte der Petrus nach Welitsch: "Da gehen kaum Leute mehr in die Kirch, nur bei Festen wenn's um's Saufen geht, gibt's a Gwörch." "Des Gsicht von Puffen Schorsch ist oft in Lourdes zu sehen, in der Kirch in Welitsch leider nicht". Den Pabstmann Schorsch könnt er als ehemaligen Polizisten gut gebrauchen. "Wenn meine Engel durch den Himmel flitzen, könnt sie der Pabstmann blitzen", meinte er. Und der Förtschendorfer Organist Büttner käme auf der Orgel "a ze an normalem Tempo".
Auf ein heißes Date bereitet sich Peter Heinlein vor. Während es daheim die "Alltags-Basis" gibt, könne er sich beim Fremdgehen Schöneres vorstellen. Einen Strich durch die Rechnung machten ihm schließlich der Engel (Andreas Leitz) und der attraktive Teufel (Elisabeth Eibl).
Der anstrengende Tanz der großen Garde wurde durch Nicole Couderc einstudiert. Als etwas langsamer Feuerwehrmann erwies sich Konrad Spät. "A schöns Feuer braucht sei Zeit", deshalb dürfe man im Einsatz nichts überstürzen. "Wenn's in der Nachbargemeinde brennt, reicht's auch, wenn man kommt, wenn es Feuer schon aus ist", so Spät.
Nach der Pause blieb beim Sketch von Dieter Kropp, Thomas Lang und Reinhold Heinlein kein Auge trocken. Dieter Kropp konnte zu Hause eine englische Austauschülerin (Thomas Lang) begrüßen und zeigte ihr sein Anwesen. Dabei parlierte er in bestem Englisch: "We have the Garage black gemauert".
Sein Frau Gudrun (Reinhold Heinlein) servierte derweil eine leckere Mahlzeit. Es folgte ein genialer Auftritt der Förtschendorfer Showtanzgruppe, für den die Zuschauer natürlich eine Zugabe forderten. Der Sitzungsehrenpräsident und amtierende Faschingsprinz Matthias Barnickel I. faszinierte das Publikum gemeinsam mit Heiko Eibl mit seinen Erzählungen von Alkoholeskapaden und ganz interessanten Krankenhausaufenthalten. Lisa Eibl, Daniela Heinlein und Diana Vetter sorgten danach mit ihrem Bauchtanz für orientalisches Flair. Yvonne Bäz trieb im Anschluss Karina Löffler auf der Damentoilette zur Weißglut und begeisterte das Publikum mit Eurythmie-Einlagen. Mit großer Spannung war natürlich wieder der Auftritt des "Fötschedöffe Männerballetts" erwartet worden.
Diesmal zeigten die in schicke Bademäntel gekleideten Herren fast alles. Zum Abschluss gab es von Sitzungsehrenpräsident Matthias Barnickel den Orden des Fränkischen Fastnachtsverbandes für Peter Heinlein, der sich sehr großartige Verdienste um die "Fötschedöffe Bütt" erworben hat.