Es gibt diese eine Regel im Reich der Bademeister: Ein heißer Tag allein macht nichts. Es muss drei Tage schön sein, damit ein Anstieg bei den Besucherzahlen festzustellen ist. Angesichts der vergangenen zwei Monate kann sich nun wahrlich keiner über zu wenig Hitze-Tage am Stück beklagen. Allen voran nicht die Freibadbetreiber im Landkreis Kronach.

Das Crana Mare in Kronach verzeichnet durchschnittlich 35 000 Besucher im Jahr. Heuer waren bis Mitte August bereits 45 000 Besucher im Bad.

"Wir liegen bisher deutlich über dem Durchschnitt der letzten neun Jahre", sagt Wolfgang Günther von der Stadtverwaltung.

Der Juli sei zwar mit 18 000 Besuchern nicht ganz so gut gewesen wie im Vorjahr, dafür sei der August 2014 ein Totalausfall gewesen. Das ist heuer anders, allein in den ersten beiden Augustwochen seien bereits 15 000 Besucher gezählt worden. Und da der Monat noch nicht vorbei ist und ein sommerliches Wochenende anstehe, geht Wolfgang Günther auch davon aus, dass es noch besser werden könnte.

"Nach 2003 hatten wir heuer die höchsten Einnahmen", sagt Dagmar Zeuß von der Gemeinde in Marktrodach. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, daher muss der Blick ins Kassenbuch genügen. Auch wenn momentan noch Einnahmen ausstünden, die Saison ist schließlich noch nicht ganz vorbei, werde man das Ergebnis von 2003 aber wohl nicht erreichen.


Ein Rekord wurde nicht gebrochen

Auch in Ludwigsstadt gibt erst einmal der Kassenwart ein erstes Fazit ab. "Was die Einzahlungen betrifft", sagt Stefan Zipfel, "verzeichnen wir heuer schon jetzt das Doppelte vom Vorjahr". Und angesichts des bevorstehenden Wochenendes gehe er davon aus, "dass noch mehr kommt".

Während der Mann der Zahlen in Ludwigsstadt doch einigermaßen begeistert klingt, hört sich das Fazit des Bademeisters noch recht verhalten an. "Es war schon ganz in Ordnung", sagt Nicol Schinner. "Es kann immer besser sein."

Die verhaltene Begeisterung mag daran liegen, dass Schinner noch einen ganz anderen Rekord im Kopf hat. Damals, nachdem die Grenzen aufgemacht hatten, 1993, da hatte er in seinem Bad 30 000 Besucher. Ein bislang ungebrochener Rekord.

Heuer hatten sie zwischen 400 und 600 Besucher am Tag, ab 14 Uhr, so sagt er, geht's meistens los. Probleme gab es keine, das DLRG-Aufsichtspersonal ist auf Abruf bereit, wenn es mal besonders voll wird. Und dann sagt Nicol Schinner es doch noch: "Im Vergleich mit den letzten zehn Jahren war heuer eines der besten Jahre."

Auch in Wallenfels lief die Saison bislang überdurchschnittlich gut. Schon vor einer Woche habe man die 10 000-Besucher-Marke geknackt. Super-Sommer eben. Aber kein Jahrhundert-Sommer. Der war 2003. Und in Steinwiesen ist man heuer erstmals wieder an dieses Ergebnis zumindest herangekommen. Zwischen zehn und fünfzehn Prozent liegen die Besucherzahlen über dem bisherigen Durchschnitt, heißt es bei der Gemeinde.

Und dann gibt es da noch Weißenbrunn. "Komischerweise", sagt Egon Herrmann, Vorsitzender des Weißenbrunner Schwimmbadvereins, "hat sich der Super-Sommer nicht derart ausgewirkt, dass wir deshalb wesentlich mehr Besucher im Freibad verzeichnet hätten." Dennoch ist Herrmann zufrieden mit der Mitgliederentwicklung. "Wir haben mittlerweile 600 Mitglieder, das heißt ein Fünftel der Gesamtgemeinde Weißenbrunn, also mit Ortsteilen, ist Mitglied im Verein."
Das sei schon eine Mitgliedersteigerung, ob die allerdings an dem überdurchschnittlich warmen Sommer festzumachen ist, kann Herrmann nicht sagen.

Marc Hader ist Bademeister im Naturerlebnisbad Nordhalben und hat noch keine Zahlen vorliegen, die einen Besucheranstieg in diesem Jahr belegen würden. Auch hat er keinen Einblick in die Einnahmen, um eine erste Schätzung abzugeben. Marc Hader hat eine ganz andere Berechnungsgrundlage. "Es waren schon mehr Besucher heuer", sagt er. "Das merk' ich am Abfall."