Bina steht am Ofen und schimpft über ihren August. Der sitzt in der Stube. "Höcksta wiede dou, alte Lump!", wettert sie auf Frankenwälderisch los. "Betracht me ne wiere wiede glotzt. No watne, die treib ichs raus, dei Freischießn. Du gehst me nimme nei!" Szenen einer Kronacher Ehe? Ja und nein.

Bina und August sind Fantasiefiguren des Bauern-Andres, die sich in seinem Theaterstück "De Houwattschneide" wiederfinden. Doch die Geschichten des Heimatdichters spiegeln immer auch den realen Menschen aus dem Frankenwald wider. Und selbst 50 Jahre nach dem Tod des Kronacher Originals sind diese Geschichten nicht vergessen.

So wie die Frankenwälder in seinen Stücken in vielfältige Rollen schlüpfen, so wechselte auch der Bauern-Andres Zeit seines Lebens immer wieder sein "Kostüm". Er war Drucker, Heimatdichter, Kulturreferent, Stadtrat, Soldat und Widerständler, Vereinsmensch und sogar der Nikolaus.
Doch in all diesen "Rollen" ist er sich selbst immer treu geblieben. "Er war ein gerechter Mann - für alle, nicht nur in seiner Familie", erinnert sich sein Schwiegersohn, Gerhard Kampitsch.


Immer für Mitmenschen da

Egal ob ein Bürgermeister eine Rede gebraucht habe oder ein Bürger ein Gedicht zur Hochzeit, alle hätten sie den Weg in die Strau zum Wohnhaus der Familie Bauer gefunden. "Da herrschte immer ein reger Verkehr. Es ist zugegangen wie in einem Büro", sagt Kampitsch mit einem Schmunzeln. Doch der Trubel war dem Bauern-Andres nie zu viel. Das geschriebene Wort war seine Leidenschaft. "Er war immer am Schreiben", stellt sein Schwiegersohn fest. "Der Bauern-Andres war eine Persönlichkeit in Kronach. Er war bekannt über die Kreisgrenzen hinaus. Er war ein christlicher Mensch, der die Heimkehrerwallfahrt begründet sowie die Fronleichnams- und Schwedenprozession mit durchgeführt hat", erinnert sich Kampitsch an Bauer, der fest in der Kolpingsfamilie verankert gewesen sei. Und Bauer sei ein Mensch gewesen, der die Jugend um sich geschart habe.

Den guten Draht zu den jungen Leuten verdankte er nicht nur seinen Rundgängen als Nikolaus, sondern seiner ganzen Art. Mit seiner Frau Bärbl, eine geborene Kremer, hatte er selbst fünf Kinder - Hans, Luise, Cilly, Anneliese und Martin. Anneliese verwaltet heute das literarische Erbe ihres Vaters. Ihre Schwester Luise lebt mittlerweile in Chicago. Die drei anderen Geschwister sind bereits gestorben.

Anneliese Bauer erinnert sich noch gut an die Rolle, die ihre Mutter für den Bauern-Andres gespielt hat. "Sie hat ihn immer in seinem Wirken unterstützt", schildert sie den festen Zusammenhalt ihrer Eltern. "In vielen langen Nächten hat sie seine spontanen Niederschriften korrekturgelesen. Sie war sein wichtigster Berater", ist sich Anneliese Bauer sicher.

Angesichts seines Familienlebens ist es nicht verwunderlich, dass der Bauern-Andres so gut auf den Nachwuchs eingehen konnte. "Er hat uns Junge mit seinen Erzählungen gefesselt. Er hat sich der Jugend auf eine Weise angenommen, die phänomenal war", beschreibt Kampitsch seinen Schwiegervater.


Schwere Jahre

Bauers eigene Kindheit und Jugend waren hingegen alles andere als leicht. Nach dem frühen Tod des Vaters geriet die Familie in finanzielle Not. Als auch noch die Mutter viel zu früh starb, kam der junge Andreas zu seinem Onkel Hans Unger. Er musste das Gymnasium abbrechen und mit 13 Jahren schon eine Lehre beginnen.

1916 musste er als Sanitäter in den Krieg ziehen. "Er war bei Feldzügen und Schlachten in den Vogesen, in Frankreich und Siebenbürgen", erzählt Kampitsch. Nach dem Krieg arbeitete der Heimatdichter bei der Druckerei Heim in Kronach. "Auf Grund seiner hohen geistigen Fähigkeiten arbeitete er sich vom Lokalberichterstatter zum Redakteur der Fränkischen Presse hoch." 1928 wurde er dort gar Schriftleiter. Schon in dieser Zeit hat der Bauern-An dres viele Theaterstücke und Geschichten geschrieben. "Bis 1932 gelangten bereits 14 seiner Stücke zur Aufführung", blickt sein Schwiegersohn zurück.


Vielen Menschen geholfen

Dennoch wurde Bauers Leben danach nicht leichter. Das Nazi-Regime sah im Mitglied der Bayernwacht - sie stemmte sich gegen die Nationalsozialisten - einen verhassten Gegner. "Die einsetzende politische Willkür traf ihn und seine Familie mit ganzer Härte", berichtet Kampitsch.

Fingierte Erklärungen wurden in Bauers Namen gedruckt, er wurde mit einem absoluten Arbeitsverbot belegt und sollte ins Konzentrationslager Dachau gebracht werden. Ein Haftbefehl wurde erlassen, der in einem Tag Gefängnis mit anschließendem Hausarrest, Durchsuchungen und Verhören mündete. Seine Werke waren in dieser Zeit ebenfalls verboten.

"Seine Sorgen und Nöte ließ er sich nie anmerken", zollt Kampitsch seinem Schwiegervater Respekt. "Nur wenige wussten von den Repressalien." Später wurde Bauer wieder in den Krieg geschickt. Seinen Dienst nutzte der Widerständler, um Hunderten Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern schützend zur Seite zu stehen. Als der Zweite Weltkrieg überstanden war, blühte der Bauern-Andres auf. "Er trat wieder in die Öffentlichkeit und erwarb sich große Verdienste um seine Heimat. Er liebte seine Heimat wie kein anderer", ist sich Kampitsch sicher. Bauer wirkte als treibende Kraft in Vereinen, wurde Stadtrat, Kulturreferent, Fremdenführer und Berater für die Archiv-, Heimat- und Denkmalpflege.

Am liebsten war das Kronacher Original jedoch selbst in seiner Stadt und im Frankenwald unterwegs. Die Gitarre geschultert, die unverzichtbare Schnupftabak-Dose eingepackt und auf dem Rad aufgesattelt ging es dann los. "Er war viel draußen und hat den Menschen viel Freude bereitet", erinnert sich Kampitsch an so manchen Heimatabend mit dem Bauern-Andres. Der hatte sich die Lebensfreude durch die Jahrzehnte der Not und der Unterdrückung nie nehmen lassen und blieb bis zu seinem Tod seinem eigenen Schnupfer-Spruch treu: "Liebe en Drejk nei die Nousn gsteckt, als die Nousn nei jedn Drejk."




Andreas Bauer im Volksblatt

Der Bauern-Andres war schon zu Lebzeiten ein weithin bekannter Mann. Deshalb würdigte ihn das Volksblatt am 11. September 1962 zu seinem 65. Geburtstag. Das Volksblatt erinnerte an das harte Schicksal des Doppelwaisen, der auf Grund der finanziellen Situation nach dem Tod der Eltern das Gymnasium in Bamberg aufgeben musste. Bauer erlernte das Buchdruckerhandwerk und wurde später Schriftleiter der damaligen Kronacher Heimatzeitung. Im Ersten Weltkrieg wurde er zweimal verwundet. Trotzdem wurde er 1939 wieder eingezogen. "In dieser schweren Zeit blieb er Mensch", bescheinigt ihm das Volksblatt. In einer späteren Veröffentlichung heißt es sogar: "Er machte sich durch Zeitungsartikel und Versammlungsreden zu einem der verhasstesten Gegner der Nazis." Nach dem Krieg wirkte Bauer im Stadtrat mit und wurde als Kulturreferent bekannt. Er widmete sich laut Volksblatt dem Aufbau der Kreis- und Jugendbücherei, der Organisation des Kulturrings und dem neuen Bildband des Landkreises.
"Über all dieses Schaffen aber ragt das Wirken des Bauern-Andres als Heimatdichter und Heimatkundler hinaus", versichert das Volksblatt. "Andreas Bauer war einer der Ersten, die den kulturellen Wert der Mundart, die Schönheiten des Frankenwalddialekts erkannten und herausstellten." Bereits in seiner frühesten Jugend habe Bauer mit dem Schreiben von Mundartgedichten und Theaterstücken begonnen. "In seinen Werken finden wir den Menschen des Frankenwaldes wider. Er hat in die Menschen hineingehorcht, er hat ihre Stärken und auch Schwächen gespürt und festgehalten, hat ihren köstlichen Humor erhalten und daneben verstanden, den Menschen und die Landschaft, in der dieser Mensch steht, zu schildern, die Zusammengehörigkeit hervorzuheben."
Der Bauern-Andres hat der Nachwelt viele Werke hinterlassen. Hier eine kleine Auswahl: "Das Legendenspiel von Neuengrün", "Die weiße Frau von Lauenstein", "Der Sündermaler", "Ratzngift", "De Houwattschneide", "De Reigschlaaft", "Verkehrt schworn" und "Von Not und Tod und teurer Zeit". 1932 wurde sein Festspiel "Die Schweden vor Kronach" zu einem Großprojekt mit mehr als 200 Beteiligten. "Quartier vor Jena" über den Zug Napoleons durch den Frankenwald konnte er nicht mehr fertigstellen.


Stimmen zu Andreas Bauer

Matthias Simon fing für uns einige Stimmen zum Todestag des Bauernandres' ein:

Wir hatten als Mitglieder der Katholischen Jugend Neuses das Glück, unser Debüt unter der Regie von Andreas Bauer in seinem Lustspiel "Verkehrt gschworn" geben zu dürfen. Ich sehe ihn immer noch vor mir, wie er vor und auf der Bühne mit uns arbeitete, vormachte, verbesserte, lobte und auch kritisierte und dazwischen auch das Schnupfen nicht vergaß. Er war es, der uns mit der Theaterkrankheit infizierte, die bei mir und anderen bis heute angehalten hat und letztendlich zur Gründung der Theatergruppe Neuses führte. Er war voller Freude über uns begeisterte jungen Menschen, aber sein Versprechen, "füe Euch Neusiche schreib ich a Stückla", konnte er leider nicht mehr wahr machen, weil er noch im selben Jahr für uns alle vollkommen überraschend starb. Aber ich bin mir sicher, dass er auch im Himmel weiter ernste und heitere Theaterstücke inszeniert und dass viele Engel lustige Frankenwaldlieder singen können. Hans Schrepfer, Theatergruppe Neuses

In Steinberg wurden Anfang bis Mitte der 60er Jahre Theaterstücke des Bauern Andres unter Federführung des Kriegervereins und der Katholischen Jugend aufgeführt. Da war der Verfasser selber noch zugegen, sowohl teilweise bei den Proben als auch bei den Aufführungen im "Frackssaal", wie sich heute noch damalige Spieler erinnern können. Seit dieser Zeit haben Stücke des Bauern-Andres in Steinberg eine große Tradition, denn immer, wenn sich in den Jahren danach und bis heute Steinberger Theaterfreunde zum Theaterspielen aufrafften, waren es seine Stücke die gespielt wurden.

Nachdem man im Jahr 2011 ein eigens von Hans Schrepfer über Steinberg geschriebenes Stück - "Die Staaberche Heilingschrubbe" - zur Aufführung brachte, wagte man sich im Jahre 2013 aus Anlass des 100. Kirchenjubiläums an das Stück "Der Gottesfriede von Steinberg", das der Bauern-Andres eigens für Steinberg geschrieben hatte. Diese Aufführung war auf jeden Fall eine große Herausforderung, nicht nur weil unter freiem Himmel gespielt wurde, sondern auch weil man nicht einschätzen konnte, wie dieses doch ernste Stück beim Publikum ankommen wird.

Doch der Einsatz hat sich gelohnt und das Echo aller Besucher war überwältigend und sollte Ansporn sein, sich vielleicht trotzdem mal an das Stück "Hinterm Schlehdorn" von unserem Bauern-Andres zu wagen, gerade in diesem Jahr, wo unserm Bauern-Andres aus Anlass seines 50. Todestages besonders gedacht wird. Ein mitunter ernstes Stück, so geschrieben wie es in der damaligen Zeit mit Sicherheit auch war, mit einem traurigen Ende, weshalb vor allem noch einige Aktive einer solchen Aufführung in der heutigen Zeit skeptisch gegenüberstehen. Die Planungen, ob dieses Stück oder eventuell auch mal wieder "Dä Reigschlaaft" gespielt wird laufen noch, und es wird in nächster Zeit eine Entscheidung fallen. Wenn alles klappt, so wollen wir im November 2014 auf alle Fälle wieder ein Stück von unserem Bauern-Andres spielen, denn der Zuschauerzuspruch von teilweise über 1200 Besuchern bei den jährlichen Veranstaltungen zeigt, wie beliebt die Stücke des Bauern-Andres auch in der heutigen Zeit noch immer sind. Norbert Schülein, Theatergruppe Steinberg

Andreas Bauer war nicht nur mein Vorvorvorgänger als erster Kulturreferent des Landkreises Kronach, der mit seiner großen Theaterbegeisterung übrigens unseren Kulturring mit aus der Taufe gehoben hat, er war auch der erste hiesige Mundartautor, den ich nach meinem Amtsantritt in Kronach in der Aufführung "Die Schneimülle" wenigstens durch sein Werk kennen lernen durfte. Im großen Saal des damaligen Katholischen Vereinshauses spielte die eingeschworene Kolping-Darstellerschar das überaus lebensnah und schlitzohrig-witzig geschriebene Theaterstück, dessen penible Sprachverliebtheit das offensichtlich viele Textzeilen lautlos mitsprechende Publikum begeisterte.

Was bei aller Vergnüglichkeit oft verkannt wird, ist die hohe Qualität der Bauerschen Texte, und für mich kann man ihn gerne mit Fug und Recht den "Shakespeare des Frankenwaldes" nennen. Mein Mann und ich schätzen dieses Niveau und wir haben uns zur Errichtung seines Denkmals im Gärtlein bei der Annakapelle lustige Übersetzungen ins Französische und Chinesische zu einem seiner Gedichtla einfallen lassen. Ich bin schon traurig, dass ich diesen Kulturtitanen nicht mehr persönlich kennen lernen durfte, aber seine Tochter Anneliese meinte kürzlich, wir beide hätten uns bestimmt gut verstanden. Gisela Lang, Kreiskulturreferentin

"Wir verlieren unser bestes Mitglied", schrieb die Kolpingsfamilie vor 50 Jahren in ihrem Nachruf auf den Bauern-Andres. Viele Jahre hatte er das Leben und die Arbeit der Kolpingsfamilie geprägt und sollte dies auch noch lange nach seinem plötzlichen Tod tun. Niemals gezählt wurden die Besucher, denen er im großen Vereinshaussaal mit seinen Theaterstücken eine große Freude machte und so manches Schmunzeln auf die Lippen zauberte. Er hat den Frankenwälder in seiner ganz eigenen Art so porträtiert, dass sich jeder darin wiederfinden konnte. Die kleinen und großen Schwächen hat er sprachlich karikiert und so in Worte gefasst, dass es die "Betroffenen" annehmen konnten - dass dabei auch die "Preußen" immer wieder ihr "Fett weg bekamen", versteht sich von selbst. Erna Schmitt, Albert Porzelt und Fritz Schedel, Heinz Stengel, Elisabeth Renner und viele andere Kolpingmitglieder hatten, neben seinen beiden Töchtern, die Ehre und die Freude, mit und unter ihm spielen zu dürfen. Seine Begeisterung war dabei ebenso sprichwörtlich wie seine Akribie, mit der er arbeitete.

Darüber hinaus hat er sich über viele Jahrzehnte für seine Kolpingsfamilie eingesetzt. Beispielhaft sei hier nur an den Rückkauf des damaligen "Gesellenhauses", des späteren Katholischen Vereinshauses, erinnert, zu dem er den Anstoß lieferte und bei dem er die Verhandlungen führte. Theater wird bei Kolping derzeit nicht gespielt, die Stückla des Bauern-Andres liegen im Archiv - doch immer noch denken die Kolpingmitglieder gerne an ihren Kolpingbruder, den Bauern-Andres! Matthias Simon, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Kronach
 
Meist war er mit dem Fahrrad irgendwo unterwegs. Gleich hat er wen getroffen, mit dem er was zu besprechen hatte. Also absteigen vom Rad, die Schnupfdosen raus und neigelangt, den Tabak zwischen die Finger zsamgedrückt, zurechtgemacht zur Nousneinführung, aber es muss ja geredt wern. Die formgerechte Pris an die linke Hand übergeben, einiges fiel zu Boden, nach einer längeren Redezeit zurückgegeben in die rechte Hand, dabei einige Transportverluste der Stehplatz wurde eingestreut. Dieses Schnupfritual wurde sehr oft wiederholt. Als dann endlich der Restposten ins Nasenloch eingeschoben und eingeschnauft wurde, war es passgenau.
So war es auch immer an seinem Stammplatz in der Klosterkirche. Es wurde während des Hochamts fest geschnupft. Er war ja nicht allein mit dieser Handlung, denn vor der Wandlung griff auch der Pater Stehle noch einmal in seine Schnupfdose. Der Stammplatz vom Andres im Lauf der Sonntage eben war wie mit Sahara-Sand angebräunt. Der Ehrfurcht der Kirchenreiniger war es zu verdanken, dass noch Wochen nach seinem Tod die Tabakreliquien verschont wurden. Wir wollten ihn nicht so schnell vergessen, den, der immer etwas Zeit hatte, Menschen anzusprechen - der mit uns sang, Theater spielte, Lieder und Gedichte von Freude und Leid in Kronacher Mundart an unsere Ohren und ins Herz brannte, der vielen ein väterlicher Freund war vor allem seiner Kolpingsfamilie, die seine Heimatklassiker spielen solle. Eben einer, den man nicht vergisst. Heinrich Schreiber
Akademischer Bildhauer




Kostproben von Bauers Schaffen

Eines Schnupfers Trostgesang
auf des Lebens schwerem Gang


Wenn im Lenz die Knospen springen
Und die Vögel wieder singen,
Wenn die blauen Taschentücher
Wonnig strömen Wohlgerücher -
Und wenn grün die junge Wiese -
Mensch, wie schmeckt da eine Prise!

Wenn beim Starkbier man sitzt heiter,
Trinkt so ruhig, unter weiter,
Andre fangen an zu rauchen.
Laß sie ruhig ihr Kraut nur schmauchen!
Zehnfach mehr sind die Genüsse,
Nimmt dazu man eine Prise!

Wenn die Arbeit nimmer mundet,
Das Finanzamt nimmer stundet,
Steht da ein armer Schächer,
Man könnt werden zum Verbrecher! -
Damits Hirn nicht gar zerfließe,
Rettet einen nur ne Prise!

Wenn die Frau schimpft ohnegleichen,
Spricht von Sauerei - und Schweigen
Schwer wird oft wie Zentnerlasten
Hämmert arg der Schädelkasten!
Hängt man auch so am Spieße,
Rettung ist da nur die Prise!

Sitzt beim Schafkopfspiel man heiter
Und's Verlieren geht so weiter,
Toben andre voller Wüten. -
Willst vor Ärger dich behüten?
Schnupfe einmal und dann niese,
Ruhe bringt allein die Prise!

Wenn die andern Kopfweh haben
Und zum Apotheker traben,
Pillen und Tabletten fressen -
Trotzdem 's Kopfweh nicht vergessen;
Wir verabscheuen solch Gemüse!
Uns erhält gesund die Prise!

Kommt einmal der Tod geschritten,
Stehet da in unserer Mitten!
Sagt: "Kommt mit aus dieser Welten ...!"
Wir erschrecken nicht und schelten.
Welt, dann meine letzten Grüße,
Doch zuvor noch eine Prise!



Wat ne Bärbela

Wat ne Bärbela, wat ne Bärbela,
Bis die Kütse Kerwa künnt.
Kaf ich dje a seidnes Tüchla
Und an güldna Fingerring.

Wat ne Bärbela, wat ne Bärbela
Bis die Lichtmeß wiede künnt.
Dou gen mje gewies zen Pfarra
Und du wästmei Frala gschwind.

Wat ne Bärbela, wat ne Bärbela
Bis me nouche sen a Pao.
Kriegsta nouche faolscha zehla
Und an faolschn Zuopf zegao.

Wat ne Bärbela, wat ne Bärbela
Wenn me amol schö gheiret haom.
Kaf me uns a scheckets Gasla,
Richt me uns a Schtälla zam.

Wat ne Bärbela, wat ne Bärbela
Wen ich tausnd Güldn hou.
Bau ich dje a Stöckets Häusla
Mit an bratn Giebldouch.

Freu dich Bärbela, freu dich Bärbela.
Muoring is die Hochzichtoug
Und ich möcht dich heut scho heiret
Vo Tabheit ko ich nex me souch.