Barfußpfad und Schautafeln informieren

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Klaus Pfadenhauer entdeckt zusammen mit Thea und Theresa vom Rosenberg-Kindergarten, dass Steine spitz sein können.
 
An einer anderen Station des Bodenlehrpfads kann man sein Wissen über die Bedürfnisse von Bäumen testen.
 
An einer anderen Station des Bodenlehrpfads kann man sein Wissen über die Bedürfnisse von Bäumen testen.
 
Der Plan zeigt, wo sich früher die "Flesche", das pfeilförmige Bauwerk außerhalb der roten Linie. befand. Jetzt ist sie ein Hügel im Festungswald.
 
 

Zwölf Schautafeln rund um die Festung Rosenberg informieren seit gestern über Böden und Gesteinsarten in der Region. Die Schautafeln sind nicht alles. Die Besucher sollen so viel wie möglich selbst entdecken.

240 Millionen Jahre vor Christus. Ein Saurier stapft über den Strand. Seine Füße hinterlassen riesige Spuren im Sand. Und die gibt es heute noch - bei uns. Denn zu dieser Zeit lag Kronach am Meer. Direkt im Festungswald hat man zwar noch keine Abdrücke gefunden. Aber immerhin die Gesteinsschicht stimme, sagt Klaus Pfadenhauer vom Wasserwirtschaftsamt Kronach.
Er steht vor einem Abhang, an dem Gesteinsschichten freigelegt sind - unter anderem die, auf der vor Millionen von Jahren der Saurier gelaufen sein könnte. Aber auch Sandsteinschichten sieht man, aus denen später etwa der Reichstag gebaut wurde.
Der Abhang ist nur eine von elf Stationen, die seit gestern Besucher über die Böden und Gesteine rund um die Festung informieren. Eine andere zeigt beispielsweise, wieso manche Gesteinsschichten so rot sind: Sie rosten. "Goethit", heißt das entstehende Material.
"Früher hat jeder unter "Boden" nur braunen Dreck verstanden", sagt Bernd Schilling vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU). Dass es ganz verschiedene Böden und Gesteinsarten gebe, wüssten die meisten nicht. Dagegen wollen Wasserwirtschaftsamt, LfU und die Stadt Kronach gemeinsam vorgehen. Und zeigen, dass Böden geschützt werden müssen: 16,4 Hektar fruchtbarer Boden würden in Bayern täglich bebaut, sagt Staatssekretärin Melanie Huml. "Es braucht 10 000 Jahre, bis ein Boden reif ist und nur Sekunden, um ihn zu zerstören", ergänzt Pfadenhauer.
Außerdem hätten Böden auch eine "Archivfunktion". Und zwar nicht nur für naturgeschichtliche Ereignisse: Das, was viele bisher für einen Hügel im Festungswald gehalten haben, ist eigentlich ein Teil der Festung - und damit der Zeitgeschichte: "Flesche" nennt man solche vorgelagerten Bauten, erkennbar an den geometrischen Steinschichtungen unter dem Oberflächen-Lehm. Napoleon hatte Anfang des 19. Jahrhunderts befohlen, die Kronacher Flesche auszubauen. Vermutlich ist sie aber um einiges älter.
Kinder können jetzt aus Lehmaushub Tonfiguren basteln oder auf dem Barfußpfad Humus und Sägespäne, Kies und Steine mit den Füßen entdecken. Die ersten Kinder sind schon da: aus dem Rosenberg-Kindergarten stürmen sie einen Kreis aus riesigen Steinen und klettern auf ihnen herum. Das "Stonehenge des Frankenwaldes", sagt Klaus Pfadenhauer. Zwölf Gesteinsarten kann man beklettern und anfassen. "Auf dem kann man malen", ruft ein Mädchen. Und sofort fangen die Kinder an, mit den Fingernägeln auf dem Tonschiefer herumzukratzen, als ob es kein Papier gäbe. Auch so kann man Kinder für Steine begeistern.