Nur noch fünf Monate, dann sollen die neuen Nachbarn der Firma Loewe auf deren Gelände einziehen. Für Mitte März ist schließlich der Start des neuen Master-Studiengangs "Zukunftsdesign" der Hochschule Coburg vorgesehen. Nicht nur zehn bis 15 Studenten sollen sich zum Auftakt in der Industriestraße einfinden, sondern auch das Innovations-Zentrum Region Kronach und Bayern Innovativ wollen dann ihre Zelte dort aufschlagen.

"Der Studiengang ist hochschulintern in der Endphase der Abstimmung", unterstreicht Michael Pötzl, Präsident der Coburger Bildungseinrichtung. Das Konzept sei erstellt, nun durchlaufe es die Gremien der Hochschule. "So etwas kann nicht an einer Stelle entschieden werden", erklärt Pötzl. Abschließend werde das zuständige Ministerium noch einen Blick auf die Planungen werfen. Dort sei man sehr gespannt auf die Unterlagen aus Coburg, weil in diesem Fall ein neuer Weg beschritten werde. Dass aus München ein Veto für das Konzept kommt, ist laut Pötzl nicht zu erwarten. "Wir stehen die ganze Zeit mit dem Ministerium in Kontakt. Alle Hindernisse wurden so schon im Vorfeld ausgeräumt", betont der Hochschulpräsident.


Ein sportliches Ziel gesteckt

Auch Geschäftsführer Hendrik Montag-Schwappacher vom Innovations-Zentrum Kronach (IZK) freut sich über die positiven Entwicklungen in den vergangenen Monaten. Es sei zwar ein sportliches Ziel, bis zum Start des Studiengangs am 15. März 2016 alles in trockene Tücher zu bekommen, doch der IZK-Geschäftsführer ist überzeugt, dass es klappen wird. "Es ist nicht das erste Mal, dass ein Studiengang unter solchen, ich sage mal Pionierbedingungen beginnt."

Schon die Werbung für den Studiengang "Zukunftsdesign" erfordere einen anderen Aufwand als bei anderen Angeboten, nennt Pötzl einen Grund für den straffen Zeitplan. Weil auch Führungskräfte angesprochen werden, muss besonders zielgerichtet und intensiv geworben werden, um alle Zielgruppen zu erreichen. Das verursacht einen größeren Zeitaufwand. Was das Zulassungsfenster betrifft, wird die Hochschule jedoch ohnehin nicht mit den üblichen Fristen arbeiten. Vermutlich wird bis relativ kurz vor Beginn des Studiengangs eine Anmeldung möglich sein, wie Pötzl durchblicken lässt. Zudem soll mit jedem Bewerber ein Gespräch geführt werden.


Kein Massenbetrieb

"Zehn bis 15 Studenten werden es am Anfang sein", prognostiziert Pötzl einen bewusst klein gehaltenen Kreis. "Auch später wird es kein Massenbetrieb werden", ergänzt er, dass dieser spezielle Studiengang nicht überladen werden soll. Nur in einem überschaubaren Rahmen lässt sich seiner Ansicht nach diese "über viele Jahre im Kreis Kronach gereifte Idee" vernünftig umsetzen. Schließlich will man Projekte und Themen direkt aus den Unternehmen aufgreifen, interdisziplinär und praxisnah behandeln sowie zugleich eine fundierte theoretische Grundlage vermitteln. Zum inhaltlichen Konzept kann sich Pötzl zurzeit noch nicht näher äußern. Erst muss das grüne Licht aus München kommen. Nur so viel sagt er: "Das Konzept steht."

Den Blick auf das Ziel habe man an der Hochschule nie verloren. Bei der Konzeptionierung sei nur schwierig gewesen, den richtigen Weg dorthin zu finden. "Der Kompass war von Anfang an gestellt, aber es war wie beim Bergsteigen", zieht Pötzl einen Vergleich. "Man weiß, auf welchen Gipfel man will, aber es gibt verschieden steile Wege dorthin." Und dass die Pfade in diesem Fall manchmal auch steinig waren, ergibt sich unter anderem aus dem interdisziplinären Gedanken, der hinter dem Studiengang steckt. Pötzl meint: "Einen Naturwissenschaftler, einen Volkswirt und einen Designer hierbei zu verknüpfen, ist ein anspruchsvoller Weg." Letztlich sei er mit dem 30-seitigen Konzept aber sehr zufrieden. Auch Außenstehende hätten hierfür schon viel Lob gefunden.


"Eine neue Art des Studierens"

Das bestätigt Hendrik Montag-Schwappacher, der wie Pötzl von einer "neuen Art des Studierens" in Kronach spricht, die bei Vorgesprächen zwischen Professoren und Unternehmensvertretern auf eine sehr positive Resonanz gestoßen sei.

In der Cranach-Stadt soll nun ein Zuhause für den neuen Studiengang geschaffen werden. Das wird von allen Beteiligten als eine gemeinschaftliche Aufgabe betrachtet. Rein räumlich ist man dabei schon einen guten Schritt vorangekommen. Auf jeden Fall werde der Studiengang auf dem Loewe-Gelände angesiedelt werden, erklärt Montag-Schwappacher. Über die genauen Räumlichkeiten werde zurzeit noch gesprochen. Von einem Bedarf von etwa 200 Quadratmetern spricht Michael Pötzl. Hinzu kommen noch Flächen für das IZK und Bayern Innovativ sowie temporär nutzbare Flächen, zum Beispiel für Veranstaltungen.

Was daraus ersichtlich wird, ist die enge Zusammenarbeit, die alle Beteiligten weiter vertiefen wollen. "Das Zusammenspiel funktioniert", betont Montag-Schwappacher. Und wenn Hochschule, IZK und Bayern Innovativ erst einmal unter einem Dach seien, könne der Austausch untereinander sicher noch forciert werden.
Bis dahin freut sich der IZK-Geschäftsführer jedoch erst einmal über das schon Erreichte. "Es formt sich immer mehr", sieht er den Studiengang auf einem guten Weg. "Wir arbeiten schon eine ganze Weile daran, und da ist es schön, wenn man dann einen großen Schritt vorankommt."