Weil Lkw die Bahnunterführung in Richtung Welitsch aufgrund der geringen Durchfahrtshöhe von 3,60 Metern häufig nicht nutzen können, weichen sie über das Wohngebiet "Am Anger" aus. Dessen Anwohner sollen nun entlastet werden. Aus diesem Grund weilte am Mittwoch der für das zuständige Innenministerium Staatssekretär, Gerhard Eck (CSU), in der Marktgemeinde. Er hörte sich die Probleme an, stellte Fragen und schlug nach der Zusammenkunft vor, was nun zu machen sei.
Bürgermeister Hans Pietz (FW) erklärte zu Beginn die Problematik. Weil der Schwerlastverkehr über das Wohngebiet "Am Anger/Scheffelstraße" ausweiche, sei die Sicherheit der Bevölkerung in Gefahr. Viele Fußgänger seien in diesem Bereich unterwegs, weil sich dort nicht zuletzt ein Arzt und der Kindergarten befinde. In der Nacht müssten die Anlieger zudem Lärmbelästigungen von Schwerlastfahrzeugen hinnehmen.

Die Bahn, so Pietz, beabsichtige, im Jahre 2020 die Brücke zu erneuern. Der Gemeinde wäre sehr daran gelegen, die Brücke einige Meter in Richtung Norden zu verschieben, um die Straße verbreitern und tieferlegen zu können. Aber aus Kostengründen wehre die Bahn ab. Außerdem müsste in der Welitischer Straße die Fahrbahn verbreitert und der unübersichtliche Kurvenbereich bei der Metzgerei Böhm entschärft werden, um somit den gefährlichen Begegnungsverkehr zu entschärfen. CSU-Landratskandidat Klaus Löffler erklärte, dass er sich schon seit seiner Zeit als Bezirksrat mit dieser Thematik befasse. Er sprach die umliegende Industrie an. Durch den damit verbundenen Schwerlastverkehr seien Anlieger nochmals verstärkt den Verkehrsbelastungen ausgesetzt. Deshalb sei es wichtig, dass sich Eck ein Bild vor Ort mache. Sowohl er als auch MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) betonten mit Blick auf die zahlreichen Besuche von Ministern und Staatssekretären in den vergangenen Wochen, dass es immer besser sei, wenn Entscheidungsträger vor Ort seien, um sich die Problemsituationen anzuhören und mit Menschen ins Gespräch kommen.
Beim Thema Ortsumgehung Pressig wurde deutlich, dass hier wohl die Meinungen der Bevölkerung auseinandergehen. So bezeichnete Dieter Kohlmann die Ortsumgehung als einen Nachteil für die Geschäfte und für die Bürger. "Ich will nicht, dass Pressig zu den Losern gehört."
Seit über 30 Jahren sei dies ein Thema, so Altbürgermeister Josef Wich (CSU). Bürgermeister Hans Pietz sprach zudem von einem Votum der Bürgerschaft pro Ortsumgehung. Weil die Ortsumgehung aus den Bundesverkehrswegeplan herausgefallen sei, sei eine notwendige durchgängige Anbindung der Industrie am Rennsteig unterbrochen. Baumgärtner stellte klar, dass die CSU mehrheitlich für eine Ortsumgehung sei. Er sprach diesbezüglich von einer großen Herausforderung.


Ergebnis Ende Oktober

Die Bürger sollten wissen, was sie wollen, so Gerhard Eck. Bezüglich der Ortsumgehung würden die heimischen Angeordneten dafür kämpfen, dass diese Maßnahme in den "weiteren Bedarf mit Planungsrecht" mit aufgenommen wird. Mit einem Ergebnis sei in der letzten Oktoberwoche 2016 zu rechnen. Sollte dies nicht erreicht werden, müsse man über andere Lösungen nachdenken. Eck richtete den Appell an die Pressiger, darüber zu diskutieren, ob es sich überhaupt lohnt, für eine Ortsumgehung zu kämpfen. "Wenn diese Umgehung nicht gewollt wird, dann ist es für die Politik ein Signal."
Klaus Dressel und Anita Swiduruk (beide CSU) betonten, dass es vorrangig um die Welitscher Straße und die Entlastung der Bewohner "Am Anger" gehe. "Das hat Priorität."
Gerhard Eck versprach, in den nächsten Monaten einen Termin mit den Verantwortlichen der Bahn, mit dem Gemeindegremium und Bürgermeister sowie mit den heimischen Abgeordneten sowie Klaus Löffler anzuberaumen. Zusammen solle dann eine Lösung für die Welitscher Straße erarbeitet werden. Angesprochen wurde auch die Straßenausbaubeitragssatzung. Diese hielt Gemeinderat Berthold Nickol (CSU) für ungerecht, zumal die Anlieger an Staats- und Bundesstraßen nicht für ihre Straßen mitbezahlen müssen.
Es wäre doch besser, so Nickol, wenn die Gemeindestraßen aus Steuermitteln finanziert würden.
Gerhard Eck sprach von gewissen Freiräumen, die eine Gemeinde habe. Was eine generelle Abschaffung betrifft, äußerte er allerdings Bedenken.