Die "Antilopen Gang" ist in diesem Jahr als Headliner für das Festival "Die Festung rockt" in Kronach angekündigt. Die drei Musiker der Gruppe, die ihren ausgefallenen Bandnamen einst in einem Yps-Heft fanden, sind im Rap zu Hause, haben aber auch schon Ausflüge in Richtung Punkrock unternommen. Unterstützt wurden sie dabei von bekannten Größen wie Die-Toten-Hosen-Sänger Campino oder Die-Ärzte-Mitglied Bela B.

Mit ihrem Album "Anarchie und Alltag" standen die Musiker Anfang 2017 auf Platz 1 der deutschen Charts. Am 25. Mai wird die Band nun auf der Festival-Bühne in Kronach erwartet. Wir haben vorab mit Panik Panzer, einem der Bandmitglieder, über den geplanten Auftritt gesprochen. Und der Rapper hat dabei einmal ganz tief in die Ironie-Kiste gegriffen...

Worauf dürfen sich die Festival-Besucher bei eurem Auftritt in Kronach freuen?

Panik Panzer: Es werden mehrere talentierte Musiker auf der Bühne stehen und verschiedene Instrumente bedienen. Man sollte aber nur auf die drei Männer mit den Funkmikrofonen achten, das sind nämlich wir, die Protagonisten. Die anderen Musiker sind teilweise schöner als wir, besonders der Bassist, daher werden sie nicht so gut beleuchtet sein. Wir werden einige Songs zum Besten geben, die zwischen genial und mittelmäßig schwanken. Unsere euphorische Vortragsweise wird aber suggerieren, dass alle Songs genial sind.

Was erwartet ihr euch von eurem Auftritt in Kronach?

Teile von uns hoffen stark, dass es leckeres Bier und oberfränkische Wirtshausspezialitäten gibt. Nur Koljah nicht, denn er ist auf Diät, süchtig nach zuckerfreien Energy Drinks und Büchern. Wir hoffen, dass man bei euch irgendwo baden kann, denn Teile unserer Crew sind passionierte Badegäste. Vielleicht essen wir auch ein Eis, mal sehen. Es wäre schön, wenn ein paar Leuten unser Auftritt gefällt. Wenn er ein paar Leuten nicht gefällt, wäre das aber auch lustig.

Was macht das Besondere an eher kleinen Festivals wie dem Kronacher "Die Festung rockt" aus? Wie ist die Atmosphäre?

Kleinere Festivals haben immer irgendetwas mit "Rock" im Namen, so auch "Die Festung rockt". Ansonsten ist das Publikum meist eine groteske Mischung aus Familien, Kleinkindern, Greisen und Leuten, die einfach nur da sind, weil in der Gegend mal was los ist. Das ist ein ganz anderes Publikum, als auf den großen Musikfestivals, wo vor der Bühne überwiegend Musikfans stehen, die dezidiert Bock auf deinen Auftritt haben. Das Publikum auf eher regionalen Festivals muss erst mal überzeugt werden, was uns manchmal gelingt. Oft ziehen lustige Klatschanimationen und Mitsingspiele, weil die Leute mit der Musik eh nicht so viel anfangen können.

In euren Texten übt ihr oft Kritik an Entwicklungen in der Gesellschaft - was muss sich eurer Meinung nach ändern?

Es wäre wünschenswert, dass Feinde der Freiheit von einem Geistesblitz getroffen werden, dass die Leute bei komplexen Problemen nicht nach einfachen Antworten suchen und Roboter die Lohnarbeit übernehmen. Außerdem sollte Twix wieder Raider heißen und man könnte überlegen den Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke zu sanktionieren.

Welches Ziel verfolgt ihr mit eurer Musik?

Geld verdienen, sich selbst Beweihräuchern, streiten, Komplexe kompensieren, und pöbeln.

Die Antilopen Gang feiert 2019 ihr zehntes Jubiläum - hättet ihr eigentlich erwartet, solange und so erfolgreich in der Branche dabei zu sein?

Die erste Hälfte dieser zehn Jahre und die vielen Jahre davor, in denen wir bereits zusammen Musik gemacht haben, waren wir ja gar nicht erfolgreich. Ganz im Gegenteil, das lief alles komplett unter dem Radar und zeitweise hatte man eigentlich keine großen Ambitionen mehr, ein größeres Publikum zu finden. Irgendwie hat sich das Blatt dann noch gewendet. Es ist sehr schön, dass man nach zehn Jahren Bandgeschichte nun an einem Punkt ist, wo es gar nicht so wenige Leute interessiert, was man zu erzählen hat. Und die Musik ist nun unser Beruf, das ist natürlich sehr gut.

Wart ihr beruflich oder privat schon einmal in Oberfranken unterwegs?

Bestimmt waren wir schon mal auf Tour in der Nähe. Wir sind in den letzten Jahren andauernd irgendwo unterwegs gewesen, da verliert man irgendwann komplett die Orientierung. Aber auf Google Maps sieht Oberfranken ein bisschen aus wie ein umgekipptes Schwein.