Der Haßlacher Georg Skliwa hat seine Leidenschaft fürs Angeln in tiefem Gewässer entdeckt. Seit Jahren fährt er mit Gleichgesinnten zu einer Angeltour nach Norwegen.
Obwohl Georg Skliwa seit seinem 20. Lebensjahr den Angelschein hat, konzentrierte er sich früher lieber aufs Skifahren als aufs Fischen. Das hat sich jedoch vor sieben Jahren schlagartig geändert. Damals schloss er sich einer Gruppe aus dem Landkreis an, die jedes Jahr für rund zwei Wochen nach Norwegen zum Hochseefischen fährt. Und seit dem ersten Mal vor sieben Jahren ist auch Skliwa von diesem Virus infiziert: "Das ist einfach ein Kick, große Fische zu fangen", beschreibt der Haßlacher das Besondere am Hochseeangeln. Dabei geht er auf die Jagd nach Dorsch, Seelachs, Rotbarsch oder auch Heilbutt.
So war es auch in diesem Jahr, als sich der mehr als 20 Mann starke Trupp auf den Weg nach Hommelstö in Norwegen machte. Zuvor stand jedoch ein Tag Arbeit auf dem Programm, denn zunächst musste ein Reisebus umgebaut werden. "Wir bauen einige Sitze heraus, damit jeder Platz hat." Die Strapazen, die die Gruppe auf sich nimmt, sind nicht gerade gering. Alleine An- und Abreise mit Bus und Fähre nehmen insgesamt vier Tage in Anspruch. Die dazwischen liegenden zwölf Angeltage in den Fjorden Norwegens entschädigen jedoch dafür. "Das wird zur Sucht", beschreibt der 52-Jährige, der mit Mitstreitern täglich acht bis zehn Stunden auf dem Boot verbringt, das er sich mit zwei weiteren Anglern teilt. Langeweile komme dabei überhaupt nicht auf. "Jeder Tag beschert dir einen Kick. Es gibt immer was Neues, du weißt nie was kommt. Und man muss nicht lange warten, bis einer anbeißt."
Der 52-Jährige hat sich auf das Angeln von Rotbarschen spezialisiert, die er persönlich auch am liebsten isst. Während die meisten seiner Anglerkollegen die Angelschnur rund 200 Meter tief ins Wasser lassen, angelt Georg Skliwa in zirka 300 Metern Tiefe. Dort sei die Wahrscheinlichkeit am größten, Rotbarsche zu fangen, erklärt der 52-Jährige. Die enorme Tiefe kann mit einer großen Anstrengung verbunden sein: "Manchmal hat man einen Drill, der 30 Minuten dauert", beschreibt Skliwa den Kampf mit dem Fisch, bis dieser an die Oberfläche kommt. "Man lässt ihn immer wieder mal 30, 40 Meter weg, macht ihn müde. Das ist ein richtiger Kampf, nach dem die Arme richtig schwer sind."
Doch dieser Kampf lohnt sich zumeist, verweist der Haßlacher auf den größten Fang in seiner Gruppe, einen 1,20 Meter großen und 16,5 Kilogramm schweren Seelachs. Er selbst habe in diesem Jahr einen 1,07 Meter großen und mehr als zehn Kilogramm schweren Seelachs an Land gezogen. Pro Tag sind es alleine rund 60 bis 70 Rotbarsche, die die drei Mann starke Bootsbesatzung an die Oberfläche zieht. Teilweise werden die Fische noch auf See filetiert, kommen dann in Kühlboxen und werden schließlich in einem Kühlhaus tiefgefroren. Mit Isolierband verschlossene Styropor-Boxen sorgen dann auf dem Heimweg dafür, dass die Frische nicht verloren geht. Jedes Jahr nimmt Skliwa zwischen 40 und 50 Kilogramm Fisch für den Eigenverbrauch mit nach Hause. An der Qualität lässt der Haßlacher keine Zweifel: "Die ist nicht vergleichbar mit einem Fisch, den es bei uns zu kaufen gibt", ist Skliwa überzeugt.
In den vergangenen Jahren ist das Hochseeangeln für den Haßlacher zur Sucht geworden: "Es gibt nichts Vergleichbares. Es ist einfach interessant. Und deswegen gehe ich alle Jahre mit."