Die evangelisch- lutherische Kirchengemeinde Burkersdorf freut sich über den Baufortschritt bei der Sanierung ihres Gotteshauses. Begonnen wurde im September 2014. Es ging dabei besonders darum, das gesamte Dach (Dachhaut und Gebälk) wieder sturm- und wetterfest zu machen.

Wie das fast immer bei solch alten Gebäuden ist, wird der Aufwand größer als ursprünglich geplant. Denn während der Bauphase mussten einige Nachbesserungen gegenüber den ursprünglichen Planungen vorgenommen werden. Diese schlagen natürlich auch in der Finanzierung zu Buche, erklären Pfarrer Reinhold König und Kirchenvorsteher Volker Wündisch.

Ursprünglich waren 220 000 Euro veranschlagt. Jetzt liege man wohl bei 350 000 Euro und müsse daher aus finanziellen Gründen erst einmal einen Schnitt machen, auch wenn weitere Sanierungsarbeiten, vor allem am Kirchturm, noch anstehen und nötig wären.


Was führte zu den erheblichen Mehrkosten? "Wir mussten im Dachgebälk aus statischen Gründen fast dreimal so viel Balken auswechseln wie geplant. Das Ausmaß an morschem und marodem Dachgebälk ließ sich erst so richtig nach dem Aufdecken feststellen. Am Giebel wurden nicht nur ein paar Schiefer erneuert, wie ursprünglich angenommen, sondern vor allem musste auch die Unterschalung ausgewechselt werden.

Statt geplanter sieben Deckenbalken mussten 27 ausgewechselt werden. An manchen Balken waren sogar noch Schussspuren aus dem zweiten Weltkrieg sichtbar. Und es ging dann weiter am Turm, auch hier war fast das Dreifache an Aufwand zu bewältigen.

Ursprünglich wollten wir auch nur die Mechanik im Uhrwerk der Kirchturmuhr erneuern und die Zifferblätter reinigen. Doch dann kamen auch neue Zifferblätter dazu, weil sie so angegriffen waren, dass eine Reinigung nicht mehr möglich war, sodass uns jetzt die goldenen Zifferblätter mit den neuen Zeigern vom Kirchturm entgegenstrahlen".

Erstmal einen Schnitt machen

"Und nun", sagt Volker Wündisch, "müssen wir erst einmal einen Schnitt machen. Es wären zwar am Kirchturm noch einzelne Schiefer auszuwechseln, aber nach den gemachten Erfahrungen ist nicht auszuschließen, dass auch hier die Unterschalung und das Gebälk nicht mehr standhalten und somit erneuert werden müssten. Bevor wir das in Angriff nehmen, wollen wir erst Kassensturz machen und die Finanzierung der bisherigen umfangreichen Maßnahmen abwarten."

"Mittlerweile liegen die Kosten immerhin wohl bei rund 350 000 Euro", sagt Pfarrer König und gibt zu bedenken, dass dies für eine kleine Pfarrei wie Burkersdorf sehr viel Geld bedeute. "Auch wenn es Zuschüsse geben wird, ist abzusehen, dass ein Großteil auch an Eigenanteil hängen bleiben wird, deshalb müssen wir aus finanziellen Gründen jetzt erst einmal einen Schnitt machen", seufzt der Seelsorger.

Kirchenvorsteher Wündisch ergänzt, dass die Gemeindeglieder schon sehr viel Eigenleistung eingebracht hätten. So wurden die Fenster selbst gemacht, die Reinigung der Kirche haben acht Leute erledigt. Altholz wurde entsorgt, die komplette Stromverkabelung wurde von den alten Balken entfernt und wieder komplett in Eigenleistung verlegt.

Viel Eigenleistung investiert

"Insgesamt haben wir etliche Tage an der Baustelle geschuftet und haben enorm viel Freizeit für dieses ehrenamtliche Engagement investiert", informiert der gelernte Diplom-Ingenieur. Er und Pfarrer König wissen, dass diese umfangreichen Sanierungsmaßnahmen nur mit Spenden aus der Bevölkerung finanzierbar sind. Deshalb geht ihr Aufruf an alle, denen die Erhaltung des Gotteshauses am Herzen liegt, sich mit einer Spende zu beteiligen.