Als markantester Punkt Steinbergs bietet der hoch aufragende Schlossberg mit den beiden Pfarrkirchen einen beeindruckenden Anblick. Beide Gotteshäuser sind dem Heiligen Pankratius geweiht. Steinberg wurde zum ersten Mal in einem "Verstiefterbrief" um das Jahr 1150 erwähnt.

Darin ist die Rede von einer - in engem Zusammenhang mit der Burg "Rosenberch" zu Cranach stehenden - Burg auf dem Schlossberg. Aus dieser Lahmer Filialkirche, die in früheren Zeiten der Gemeinde Steinberg zur Verfügung gestellt und von einem fürstbischöflichen Vogt bewohnt wurde, entstand die heutige "alte" Pfarrkirche.

Nachdem dieses kleine Gotteshaus mit der Zeit nicht mehr für die Bevölkerung ausreichte, plante man deren vollständigen Abriss und die Errichtung einer neuen Kirche an gleicher Stelle, was jedoch vom Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt wurde.
Auch dem von der Kirchenstiftung geplanten Erweiterungsbau nach Süden wurde nicht zugestimmt.

So begann man um 1911 mit dem Neubau einer größeren Pfarrkirche auf dem Pfarrgarten, die am 11. August 1913 eingeweiht wurde. Nach dem Neubau wurde die alte Kirche nur mit notdürftigen Reparaturen erhalten.
Im September 2000 wurde ein Sanierungskonzept für die Kirche erstellt mit Baukosten in Höhe von rund 500 000 Euro. 2000 bis 2004 erfolgte die Renovierung von Alt Pankratius. Die Wiedereinweihung war am 12. September 2004. Heute wird das alte Gotteshaus wieder zu verschiedenen Anlässen und kirchlichen Festen im Jahreskreis genutzt.

Keine liturgischen Reformen

Der eigentliche Kirchensaal befindet sich auf einem Sockel, der sich von außen baulich nicht abhebt und sich nur durch den hochliegenden Eingang offenbart. In diesem Untergeschoss verbirgt sich ein etwa 8,5 mal 7,5 Meter großer Keller. Besonders an Alt Pankratius ist die Tatsache, dass das zweite Vatikanische Konzil spurlos an ihr vorbeigegangen ist und die liturgischen Reformen nicht mehr vollzogen wurden, weil damals kein Gottesdienst mehr darin gefeiert wurde.

So blieben Eingriffe im Innenraum des Gebäudes völlig aus. Die Kirche lehnt sich an eine felsige Erhebung des Tonschiefers in der Südhälfte des höher gelegenen Plateaus.

Ausgrabungen

1999 und 2000 fanden Gra bungs-Kampagnen durch das Landesamt für Denkmalpflege statt. Dabei sollte die Baugeschichte der alten Kirche untersucht und geklärt werden, ob Teile der Bausubstanz noch der ehemaligen Burg Steinberg zugeordnet werden können. Die einzelnen Bauphasen der Kirche sollten ermitteln werden.
Im Kellergewölbe wurden sechs verschiedene Bauphasen am Mauerwerk festgestellt.

Für die erste Phase kann eine Datierung in das elfte oder zwölfte Jahrhundert angenommen werden. Aufschlussreich waren die Befunde im Außenschnitt, wo die Außenschale der Bauphase in fünf Lagen erhalten ist. Der vermutlich älteste Vorgängerbau der Kirche hatte ein oder mehrere Fachwerkobergeschosse, die einem Brand während des zwölften. Jahrhunderts zum Opfer fielen.

Eine für 1427 bezeugte Burgkapelle muss nicht identisch mit der heutigen Kirche sein. Wahrscheinlich stand an der Stelle der Pfarrkirche seit dem elften oder zwölften Jahrhundert ein Gebäude, dessen Form und Ausmaße sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder änderten - bis hin zur heutigen Kirche des 17. Jahrhunderts.

In der Kirche sind seltene Schablonenmalereien sowie an mehreren Stellen auch Fresken vorhanden, die durch dicke Kalk anstriche verdeckt und dadurch geschützt werden. An der Nord-Ost- und Südwand reichen von der Decke bis zum Sockel Heiligendarstellungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert - wie der Heilige Christophorus neben dem Haupteingang.

Eine Bildszene neben der Tür zur Sakristei ist fragmentarisch sichtbar: Ein Kruzifix, von zwei Personen flankiert, eine liegende Person und zwei Wappen.

Altarblatt von Lorenz Kaim

Der älteste Teil des Hochaltars stammt aus 1689, die heutige Ausstattung - der marmorierte Holzaufbau und der Drehtabernakel - aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seitlich sind die Heiligen Johannes der Täufer sowie Laurentius zu sehen sowie oben eine Reliefgruppe der Trinität mit Engelsputten. Das 1863 von Lorenz Kaim gemalte Altarblatt zeigt das Martyrium des heiligen Pankratius. Vor der Kulisse der römischen Arena bekennt er mit dem Heiligenschein seinen Glauben vor dem Kaiser und der Öffentlichkeit. Ein Engel reicht ihm die Insignien der Märtyrer: Palme und Krone.

Den Seitenaltar bildet ein marmorierter Holzaufbau aus dem späten 18. Jahrhundert. Das Altarblatt zeigt die Mutter Gottes. Seitlich sind die Heiligen Anna und Barbara sowie auf den Giebeln Engel zu sehen. Gemälde aus der Zeit um 1860 zeigen die 14 Nothelfer und den heiligen Wendelin.

Der Kreuzweg besteht aus 14 Darstellungen vom Leiden und Sterben Jesus. Auch eine Heiligenfigur des Kirchenpatrons aus dem mittleren 18. Jahrhundert ist vorhanden.

Die Öffnungszeiten

Die Kirche steht allen Besuchern in der Zeit vom 5. April bis einschließlich 1. November jeden Sonntag von 14 Uhr bis 16 Uhr zur Besichtigung offen - mit Ausnahme des Monats August. Neue Aufsichten werden gesucht und sind willkommen. Bitte bei Kirchenpfleger Christian Eidloth melden.