Die Neuwahlen des Vorstands, die Aktivitäten sowie die Umstrukturierungen im Jugendbereich standen im Mittelpunkt der Frühjahrsversammlung des Kreisjugendringes.
Am Anfang folgten die einzelnen Berichte. Eva Wicklein appellierte an die Gemeinden, verstärkt bei der Gestaltung des Ferienprogramms das Spielmobil des Landkreises mit zu berücksichtigen. Derzeit werde auch auf Landkreisebene ein Programm für Kinder in den Ferien und Workshops geplant.
Der Vorsitzende des Kreisjugendringes, Andy Fischer, wies darauf hin, dass der Kreisjugendring auch bei den Bestrebungen des Landkreises hin zur Bildungsregion mit dabei sei.
Das Vorstandsmitglied Claudia Ruß erinnerte an das Kreisspielfest 2015, an dem 18 Vereine und Verbände mit teilgenommen haben. In diesem Jahr sei diese Veranstaltung für 17. Juli anberaumt.
Der Kreisjugendpfleger Bernd Pflaum ging auf das Projekt "Demokratie leben" ein.
Hier ist es möglich, dass Jugendverbände beziehungsweise -gruppen finanzielle Unterstützung für Jugendveranstaltungen und -maßnahmen erhalten. Charlotte Deckelmann ergänzte, dass der Landkreis Kronach im Rahmen von "Demokratie leben" mit einem Etat von 6000 Euro ausgestattet sei. Damit können Projekte angestoßen und auf den Weg gebracht werden. Sie ermunterte die Vorstände von Jugendgruppen, entsprechende Anträge zu stellen.


Aufwandsentschädigung erhöht

Im Rahmen der Versammlung wurde auch einstimmig die seit dem Jahr 2001 existierende Aufwandsentschädigung für den Vorstand angepasst. So erhält der Vorsitzende künftig pro Monat 100 Euro, sein Stellvertreter 75 Euro, die weiteren Vorstandsmitglieder 15 Euro. Keine Einwände gab es, diesen Mehraufwand in den Nachtragshaushalt mit aufzunehmen. Am Schluss der Versammlung wies Matthias Simon auf die Ausstellung Fluchtvertreibung hin, die im Schulzentrum zu sehen ist. Nach Pfingsten wird diese Wanderausstellung in die Sparkasse verlegt. Claudia Ruß sprach den Jugendpreis 2016 hin. Während "Kronach leuchtet", können die bisherigen Beiträge im Gewölbe in der Schwedenstraße besichtigt werden.


Wahlergebnisse

Abschließend wurde Kreisjugendpfleger Bernd Pflaum (dieser tritt in Mai in die Altersteilzeit) herzlich vom Vorstand und den anderen Versammlungsteilnehmern verabschiedet. Er bekam unter anderem eine Ruhebank und einen Film aus seinem beruflichen Leben überreicht. Bernd Pflaum war schlichtweg überwältigt. Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Andy Fischer, Stellvertreter, Sebastian Görtler, Weitere Vorstandsmitglieder: Charlotte Deckelmann, Moritz Wicklein, Claudia Ruß, Alexandra Kaiser, Revisoren: Thomas Rauh, Michael Bär, Freie Persönlichkeiten: Martin Schinnerer, Matthias Simon.


Vorsitzender Andy Fischer: "Es ist ein Schlag ins Gesicht!"


Recht erstaunt auf die Ausführungen des Ersten Vorsitzenden, Andy Fischer, reagierten am Dienstagabend der stellvertretende Landrat und Kronacher Bürgermeister, Wolfgang Beiergrößlein (FW) sowie die Kreisräte Stefan Wicklein (FW) und Thomas Löffler (CSU). Andy Fischer ging auf die personelle Situation in der Geschäftsstelle, die im Landratsamt untergebracht ist, ein. Der Kreisjugendpfleger Bernd Pflaum habe als Vollzeitkraft in den letzten Monaten ein Arbeitspensum von 225 Prozent geleistet. Wie zu erfahren war, hatte Bernd Pflaum mit Michaela Däumer noch eine Vollzeitkraft zur Seite. Diese Mitarbeiterin fällt jedoch seit 18 Monaten krankheitsbedingt aus. Im Frühjahr 2015 bekam der Kreisjugendpfleger schließlich eine Studentin zugeteilt, die ihn 20 Stunden pro Woche unterstützte.
Fischer kritisierte, dass nun im Rahmen der Umstrukturierungen zwar die Stelle von Bernd Pflaum als Kreisjugendpfleger (dieser tritt im Mai die Altersteilzeit an) durch Eva Wicklein besetzt wird, aber die Vollzeitstelle von Michaela Däumer nur noch zu 50 Prozent durch Lisa Gratzke, die zugleich zu 50 Prozent auch als Gleichstellungsbeauftragte fungiert, besetzt wird.
Weiterhin kritisierte Andy Fischer die Auflösung des Sachgebietes Kommunale Jugendarbeit. Dieses wird im Sachgebiet Jugendpflege dem Jugendamt unter der Leitung von Stefan Schramm integriert. Die Debatten mit dem Landrat seien nicht sinnvoll gewesen, klagte Fischer. "Mir tut das Herz weh, dass im Jugendbereich Stellen gestrichen werden!" "Es ist ein Schlag ins Gesicht!" "Bei der Jugendarbeit zu sparen, ist pure Fahrlässigkeit", ärgerte sich Beiergrößlein. Er werde als Kreisrat darauf hinwirken, dass in diesem Bereich keine Sparmaßnahmen durchgeführt werden: "Die Jugendarbeit ist angesichts der vielen Brennpunkte das Wichtigste!"
"Ich bin schockiert über die Worte von Andy Fischer!", so Kreisrat Thomas Löffler (CSU). Dass diese Umstrukturierungen so kritisch gesehen werden, sei ihm in dieser Tiefe nicht bewusst gewesen. Er wies darauf hin, dass der Jugendhilfeausschuss den Maßnahmen des Landrats mit 7:2 Stimmen gefolgt sei. Gerade die Vernetzung zwischen Kreisjugendring und Kreisjugendamt hätten die Mitglieder mehrheitlich positiv gestimmt. Hinzu komme ein Streetworker. Bei aller Kritik, "man sollte sich hüten, den Landkreis so schlecht zu reden". "Durch die Umstrukturierung wird die Jugendarbeit nicht geschwächt", so Landrat Oswald Marr (SPD). An der Personalstärke im Kreisjugendring habe sich nichts geändert. Er wies auf den langen Krankheitsstand von der Mitarbeiterin von Bernd Pflaum hin. Auch wenn jemand längere Zeit krank sei, könne man deren Stelle nicht vorzeitig einfach neu besetzen, so Marr.
Bezüglich der Auflösung des Sachgebietes Kommunale Jugendarbeit, meinte Marr, dass im Landratsamt prinzipiell kleinere Sachgebiete aufgelöst und in größere Bereiche integriert werden.
Marr begründet dies damit, dass man durch die Integration von kleinen Sachgebieten flexibler bei einem Ausfall, Krankheitsstand etc. reagieren könne, da mehrere Mitarbeiter in einer Abteilung sind.