Die Kindertrauergruppe "Horizont" vom Hospizverein in Kronach hatte diesen Dienstag - anders als üblich - allen Grund zur Freude. Die Town&Country-Stiftung, die sich sowohl für unverschuldet in Not geratene Hauseigentümer als auch für benachteiligte Kinder einsetzt, spendete dem Verein 500 Euro.

Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Iris Zinkand leitet bereits seit eineinhalb Jahren die Kindertrauergruppe. Abgesehen von Trauergesprächen mit Kindern und Jugendlichen finden auch Einzelgespräche statt: "Die Kinder tauschen sich untereinander aus, was ihnen auf der Seele liegt." Die 27-Jährige, die bereits mit 18 Jahren Teil des Hospizvereins wurde und die erste Trauergruppe für Erwachsene ("Brücke") übernahm, bezieht die Angehörigen gerne mit ein und sucht bei den Kindern auch den Kontakt zur Schule.

Hella Bayer leitet seit zwei Jahren die "Brücke", in der rund zwölf bis 13 Teilnehmer sind.
In der Gruppe "Horizont" treffen sich regelmäßig drei bis vier Kinder. "Wir haben viele Anfragen, aber es kostet große Überwindung, überhaupt zu uns zu kommen", erklärt Zinkand.
Das gespendete Geld brauchen sie dringend - etwa für Leinwände und Farben, um die Trauer der Kinder zum Ausdruck zu bringen, aber auch für Geschenke, die auf den Gräbern niedergelegt werden.

"Wir betreiben viel Projektarbeit", sagt die 27-Jährige. Doch ab wann benötigt ein Kind Unterstützung in der Trauerphase? "Die Eltern oder auch die Schule merken, wenn es den Kindern nicht gut geht. Oftmals fehlt dann komplett die Kommunikation, was darauf hinweist, dass Hilfe angesagt ist." Doch wenn die Kinder erstmal an den Sitzungen der Trauergruppe teilnehmen, würden sie förmlich sprudeln: "Wir alle hier sind neutrale Personen und kein Teil des Trauerkonstruktes", erklärt die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Das sei es, was den Teilnehmern Trost und Halt spende. Der Hospizverein habe auch Kontakt zu Psychologen, die die Patienten an die Trauergruppe weiterempfehlen können. Öffentlichkeitsarbeit sei zudem ein Bestandteil zur Aufrechterhaltung des Vereins.
Der Vorsitzende des Hospizvereins in Kronach, Peter Witton, lobte das selbstständige Engagement jedes Einzelnen: "Die gesamte Hospizarbeit steht im Fokus, aber die Trauerarbeit ist ein wichtiger Faktor."

Sebastian Seidel vom Town&Country-Club überreichte dem Hospizverein den Scheck über 500 Euro. Seidel sei auf den Verein gekommen, als er sich im Landkreis umgesehen habe. Finanziert wurde die Spende durch den Verkauf von Häusern. Iris Zinkand freut sich sehr über das Geld: "Ich kann es gar nicht glauben, das ist wirklich toll. Wir können es gut gebrauchen."