Rund über 4500 Schüler besuchen täglich die Kreisschulen in Kronach. Schulen und Kultur zählen zu den Schwerpunktaufgaben des Landkreises. Dies zeigt erneut der Haushalt 2015, so Landrat Oswald Marr. Mit 5,3 Millionen Euro bildet der Schulbereich den Investitionsschwerpunkt. Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport legte in seiner Sitzung am Dienstag im Landratsamt die Haushaltsansätze für 2015 fest.

Den die Schule, Kultur und Sport betreffende Teile des Haushaltsplanentwurfs für das Jahr 2015 stimmte das Gremium - vorbehaltlich der Beschlussfassung im Kreistag - einstimmig zu. Neben den Haushaltszahlen waren sinkende Schülerzahlen, die Schülerbeförderung, die Berufsfachschule für Musik und die Vernetzung der vielen Museen im Landkreis weitere Themen.


71 Schüler weniger

Unter Sitzungsleitung von Landrat Oswald Marr (SPD) widmete sich Kreiskämmerer Günter Daum zunächst dem Einzelplan 2 (Schulen). Die Schülerzahl an den Kreisschulen hat sich im Schuljahr 2014/2015 um 71 auf 4404 (Vorjahr 4475) Schüler vermindert. Davon gehen in Gymnasien 1718 (minus 49) Schüler, in die Realschulen 1321 (minus drei) und in Berufliche Schulen 1365 (minus 19) Schüler.

Ein Vergleich der letzten Jahre weist nicht nur die Tendenz zu weniger Schülerzahlen aus, sondern auch eine Belastungsverschiebung, weg von Gemeinden, hin zum Landkreis. Unter Einbeziehung der Schüler der Pestalozzi-Schule (112 Schüler) und der Berufsfachschule für Musik (62 Schüler), für die der Landkreis anteilig den Schulaufwand mitfinanziert, trägt der Landkreis den Sachaufwand für 4578 Schüler. Das ist ein Anteil von 59,3 Prozent, gemessen an Gesamtschülern im Kreisgebiet.

Trendwende nach unten

Hinzu kommen 650 Gastschüler, so dass vom Landkreis der schulische Sachaufwand für rund über 5000 Schüler geschultert werden muss. Zwar liegt die Schülerzahl an Kreisschulen mit 4578 Schülern immer noch um rund 199 Schüler über dem Stand des Jahres 2000. Aber seit dem Schuljahr 2011/12 eine deutliche Trendwende nach unten feststellbar.

Die Ausgaben belaufen sich im Haushaltsansatz 2015 auf rund 7,452 Millionen Euro und der Zuschussbedarf liegt bei 5,097 Millionen Euro. In beiden Fällen entspricht dies einer geringen Erhöhung von 0,2 beziehungsweise 1,7 Prozent.

Größte Steigerungen gab es im Zuschussbedarf für die Schülerbeförderung (plus 107 000 Euro), Berufsfachschule für Musik (plus 49 000 Euro) und für eine Schulpotenzialanalyse (35 000 Euro). Für die FOS am Rennsteig stehen noch 100 000 Euro aus dem Vorjahr zum Abruf bereit, darüber hinaus sind auch für Folgejahre Zuschüsse gesichert, wobei hierzu noch Bundeszuschüsse wohl in Höhe von 65 Prozent zu erwarten sind, informierte der Landrat.

Für Betrieb und Unterhalt fallen für die kreiseigenen Schulen 2,58 Millionen Euro an. Der Zuschussbedarf erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um 37 000 Euro auf 2,03 Millionen Euro. Die Kosten teilen sich auf in die Realschulen (738 000 Euro), Gymnasien (983 000 Euro), Berufliche Schulen (859 000 Euro).

2414 Fahr-Schüler

Die Zahl der Schüler mit Beförderungsanspruch beläuft sich auf 2414 Schüler. Im Bereich der Schülerbeförderung konnten im letzten Jahr einige kleinere Verbesserungen erzielt werden. Hier hakten Bernd Liebhardt und Angela Wiegand (beide CSU) nach. Beide stellten noch Zeitdefizite zur auferlegten Maximal-Fahrzeit von 60 Minuten für Schüler insbesondere im nördlichen Landkreis fest.

Angela Wiegand meinte, dass insbesondere Ganztagsschüler im Bereich Tettau und Richtung Haßlach/Teuschnitz, die ohne eigenen Bahnanschluss sind, teils erst nach 17 Uhr nach Hause kommen, obwohl um 15.30 Uhr Schulschluss sei.

Liebhardt wies auf einen Antrag der CSU auf Einführung eines Beschwerdemanagements im Landratsamt hin, dies sei heute in jedem Mittelstands- Unternehmen Standard. Landrat Oswald Marr verwies auf die Geschäftsstelle im Landratsamt, hier könnten alle Beschwerden und Anliegen vorgebracht werden und würden umgehend beantwortet.

Das war Liebhardt zu wenig, zumal für Bürger wohl eine Hemmschwelle bestehe, sich direkt an das Vorzimmer von Landrat mit einer Beschwerde zu wenden. In Ludwigsstadt funktioniere die Einführung eines Beschwerdemanagements, warum soll das nicht im Landratsamt möglich sein, bohrte er nach.

Ergebnisse im April

Landrat Oswald Marr lenkte ein und versicherte, dies prüfen zu lassen, auch im Vergleich der Kosten und Erfahrung in Gemeinden und Landkreisen, wo so ein Management bestehe. Neu überprüft sollen auch Härtefälle bei Schülerfahrtzeiten werden. Hierzu will das Landratsamt bis Ende April die Ergebnisse einer neuen Befragungsaktion an Schüler und Schulen zur Fahrtzeit an Schulen vorlegen.