Mehr zum Fall: 18-Jährige in Kronach fast vergewaltigt - Zeugin spricht von "Todesschreien" der Frau
Die Beziehung sei von den Zusammenbrüchen und Rückfällen des 36-Jährigen durchzogen gewesen. Mehrmals musste seine Freundin ihn im gesundheitlich desaströsen Zustand nach Hause bringen, ihn regelrecht ins Bett tragen. "Er hat geklappert wie ein Schwein", beschrieb die 30-Jährige einen der Vorfälle. Auf die Bitte der Verteidigung hin, die Aussage zu spezifizieren, erklärte sie: "Er musste sich mehrmals übergeben, hat die Augen verdreht und ist in sich zusammengesackt."
Bei seiner Vernehmung hatte der 36-Jährige noch von großen Zukunftsplänen gesprochen: Heiraten wolle er die 30-Jährige. Und dass der Prozess sie nur noch mehr zusammengeschweißt hätte. "Sie steht zu mir." Nach dem Prozessende am Mittwoch versuchte der Angeklagte jedoch einen Streit mit ihr zu provozieren, bevor die Polizeibeamten dazwischen gingen.
Morddrohungen in Kronach: Aus dem Fenster stoßen
Die zweite Exfreundin des Mannes erhebt ebenfalls schwere Vorwürfe gegen ihn: So habe er ihr bei dem Treffen Ende Mai beispielsweise gedroht, sie aus dem Fenster zu stoßen. Die Aussagen ihrer Mutter sowie eines Exfreundes ließen die Glaubwürdigkeit der Zeugin jedoch weiter bröckeln. Die Mutter erfuhr erst am Montag als Prozesszuhörerin von dem Vorfall. Ihre Tochter hatte ihr gegenüber behauptet, von einem Unbekannten überfallen worden zu sein. Einen weiteren Vorfall von 2017, bei dem der Angeklagte ihre Tür eingetreten und ihrem Freund mit Mord gedroht haben soll, schilderte dieser viel harmloser. Der Angeklagte sei durchaus aggressiv aufgetreten: "Er hat mir ein bisschen gedroht, aber nichts Schlimmes."
Diese Zeugen haben bisher im Prozess ausgesagt
Am ersten Verhandlungstag am Coburger Landgericht sagten der Angeklagte sowie das 18-jährige Opfer und die Zeugin aus, die den 36-Jährigen im Juli in die Flucht geschlagen hatte. Im weiteren Verlauf des Prozesses wurden auch die Psychologin der 18-Jährigen, die beiden Drogendealer des Angeklagten, seine Exfreundin sowie deren Bekannte, Mutter und ihr Exfreund befragt. Die Verhandlung wird am 10. April fortgesetzt. Das Urteil soll Anfang Mai fallen.