Musik gehört für die Familie Heuschmann aus Gössersdorf zum täglichen Leben: Vater Peter Heuschmann spielt Klarinette und Saxofon, Mutter Simone spielt Flügelhorn und hat früher Orgel gespielt. Tochter Lena (11) hat sich die Trompete als ihr Instrument auserkoren. Doch der absolute "Crack" der Familie ist Anna Heuschmann. Die 13-Jährige, die das Frankenwald-Gymnasium in Kronach besucht, hat's einfach drauf. Schon seit sieben Jahren spielt sie Klarinette - natürlich auch bei der Rugendorfer Dorfmusik wie die restliche Familie.
Die Leistungsabzeichen in Bronze und Silber hat Anna Heuschmann seit Jahren in der Tasche. "Aber das Leistungsabzeichen in Gold kann man erst mit 14 machen, und damit's nicht so langweilig wird, hab ich vor vier Jahren Saxofon angefangen", erzählt Anna ganz bescheiden. Auch mit dem Saxofon hat sie jetzt die Prüfungen für die Leistungsabzeichen in Bronze und Silber abgelegt - und bestanden. Jetzt steckt sie wieder in der Warteschleife.

"Ich habe eigentlich Glück: Ich brauche in der Schule wenig zu lernen und auch wenig zu üben", verrät Anna und findet ihren Erfolg kein bisschen ungewöhnlich - auch wenn die anderen das immer sagen. Normalerweise hat sie jede Woche an der Musikschule in Kronach Unterricht. Und ansonsten übt sie bei der Rugendorfer Dorfmusik - einmal pro Woche, zwei Stunden. Hin und wieder packt sie ihre Klarinette auch einmal zwischendurch aus.
Aber Anna Heuschmann ist keine, die jeden Tag übt und ihr Spiel verfeinert. "Ich übe nicht so viel, ich spiele halt, wenn ich Lust habe", erzählt die 13-Jährige. "Saxofon mache ich eigentlich mehr so nebenbei", sagt sie. Deshalb hat Anna sich das Instrument auch von einem Mitmusiker bei der Rugendorfer Dorfmusik ausgeliehen.
Aber eine eigene Klarinette hat sie schon - ein teueres Instrument. "Das habe ich zu meinem elften Geburtstag bekommen", freut sich die junge Musikerin immer, wenn sie ihre Adler-Klarinette auspackt. "Ich bin besser als der Papa", zeigt Anna auch schon Selbstbewusstsein. Und ihre Mama stecke sie locker in die Tasche. "Heute lernen die Kinder so ein Instrument ja ganz anders. Wir sind früher einfach zur Dorfmusik und haben es dann gezeigt gekriegt. Man merkt schon den Unterschied", ist Simone Heuschmann begeistert vom Kenntnisstand ihrer Tochter und von Annas Musikalität.

Manchmal spielt Anna auch in der so genannten Enkel-Band - da treffen sich die Kinder der Familie (vier Mädchen und ein Junge) und spielen einfach so zum Spaß. "Ich spiele eigentlich alles gerne auch Volkslieder", sagt die 13-Jährige. Derzeit hat sie ein Faible für Klassik - vor allem für Stamitz kann sie sich begeistern. Prompt zeigt sie die Noten für ein Klarinetten-Solo, das sie mit Klavierbegleitung vorspielen möchte.
"Eigentlich habe ich mir kein richtig festes Ziel gesetzt. Ich lasse einfach alles auf mich zukommen", berichtet Anna von ihren musikalischen Zukunftsplänen. Wenn es aber um Vorspiel und Prüfungsvorbereitungen geht, hat sie einen entscheidenden Vorteil: Sie bleibt cool und lässt sich durch nichts so leicht aus der Ruhe bringen - auch nicht bei den Leistungsprüfungen, die der Nordbayerische Musikbund initiiert.
"Ich habe eben sechs Stücke einstudiert, und dann werden zwei ausgewählt und ein Selbstwahlstück. Und man muss Tonleitern spielen", erklärt Anna. "Am besten sind bei mir die Tonleitern gelaufen. Aber das Stück vom Blatt war auch ganz okay", findet sie und freut sich trotzdem schon auf die nächste Herausforderung - die Prüfung für das Gold.

Am schönsten war für Anna das Kompliment der Prüfer beim Leistungabzeichen in Bronze: "Da haben sie gesagt, es kann jetzt eh nicht mehr besser werden und ich hab' mit ,sehr gut‘ bestanden." Anna Heuschmann wird diese Prüfung sicher nicht vergessen.