Der neue Waldkindergarten, den die Gemeinde Wiesentheid an einem Waldrand in Richtung Untersambach einrichten will, erhält einen Zaun. Das legte der Gemeinderat mit einer knappen 8:7-Mehrheit fest, nachdem es zuvor in der Sitzung eine größere Debatte gegeben hatte.

Der Kindergarten soll bereits im September seinen Betrieb aufnehmen. Dazu wird nun eine Holzhütte errichtet. Zur grundsätzlichen Genehmigung gab der Gemeinderat seinen Segen, nachdem sich bei einer Infoveranstaltung einige interessierte Eltern gemeldet hatten.

Im Gemeinderat trug Ratsmitglied Georg Stürmer (CSU) seine Bedenken vor. Er habe „Angst um die Sicherheit der Kinder aufgrund der Exponiertheit“. Er sehe mit dem Bach in unmittelbarer Nähe des angedachten Standorts sowie der relativ nahe gelegenen Straße zwischen Untersambach und Wiesentheid zwei Gefahrenpunkte.

Der Sambach führe teilweise relativ viel Wasser. Auf der vielleicht 100 Meter entfernten Straße dürften Autos mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometer fahren, gab Stürmer zu bedenken. Kinder könnten eventuell ausreißen. Er hielt einen Zaun für „unumgänglich“, so Stürmer.

Godron: "entschieden dagegen"

Ratskollege Harald Godron (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich „entschieden dagegen“ aus. Das Erziehungskonzept sei darauf ausgelegt, die Kinder zu sensibilisieren, dass sie im Bereich um die Hütte auch blieben. Helma Schug (CSU) erkannte im Bach ebenso einen Gefahrenpunkt. Man könne auch einen Zaun aus natürlichem Material zur Abgrenzung anbringen.

Der Vorschlag von Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock), die Eltern nach ihrer Meinung zu fragen, fand wenig Unterstützer. Ratsmitglied Wolfgang Stöcker (CWG) riet, bei der Gemeinde-Unfallversicherung (GUV) nachzufragen, was diese vorschlage. Schließlich müsse diese Stelle das Ganze später abnehmen. Die Abstimmung ergab nun, dass die Planung um einen Zaun ergänzt wird.