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Wiesenbronn

Wie die Trockenheit dem Wiesenbronner Gemeindewald schadet

Klimawandel und die Folgeerscheinungen von zu trockenen und heißen Jahren drücken auch der Planung für den Wiesenbronner Gemeindewald den Stempel auf. Das zeigte sich allein schon an dem Umstand, dass 2019 gut 700 Festmeter Fichtenholz wegen Borkenkäferbefalls entnommen werden mussten. Die Endabrechnung für 2020 sieht eine Holzernte von 1440 Festmeter vor, was kräftig über dem langjährigen Soll von rund 1000 Festmeter liegt. Für 2019 liegt der Holzertrag bei 1098 Festmeter. In der Ratssitzung am Dienstagabend erläuterte Revierförster Andreas Hiller die Jahresbetriebsplanung 2019/20 für den Wiesenbronner Gemeindewald, die einstimmig befürwortet wurde.
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Klimawandel und die Folgeerscheinungen von zu trockenen und heißen Jahren drücken auch der Planung für den Wiesenbronner Gemeindewald den Stempel auf. Das zeigte sich allein schon an dem Umstand, dass 2019 gut 700 Festmeter Fichtenholz wegen Borkenkäferbefalls entnommen werden mussten. Die Endabrechnung für 2020 sieht eine Holzernte von 1440 Festmeter vor, was kräftig über dem langjährigen Soll von rund 1000 Festmeter liegt. Für 2019 liegt der Holzertrag bei 1098 Festmeter. In der Ratssitzung am Dienstagabend erläuterte Revierförster Andreas Hiller die Jahresbetriebsplanung 2019/20 für den Wiesenbronner Gemeindewald, die einstimmig befürwortet wurde.

Insgesamt gestaltete sich nach Aussage des Försters die Vorausplanung wegen der Trockenjahre und des Käferbefalls schwierig: "Es war und ist gezieltes und schnelles Handeln angesagt, es gibt Situationen, auf die man eingehen muss". Das Prinzip der Nachhaltigkeit habe aber dessen ungeachtet oberste Priorität. So gehe man im Wiesenbronner Wald mit einer Fläche von rund 200 Hektar von einem Zuwachs von fünf Festmeter pro Hektar aus.

Der Schwerpunkt des Holzeinschlags liegt in der Käferholzbeseitigung, während die reguläre Holzernte kürzer treten muss. Bürgermeisterin Doris Paul informierte, dass für die Brennholzversteigerung auch kleinere Hartholzpolder zur Verfügung stehen. Dazu gebe es auch den Hinweis, dass die Holzabfuhr bei günstigem Wetter erfolgen müsse.

Fichte ist dem Borkenkäfer ausgeliefert

Der "enorm hohe Käferdruck für die Fichtenbestände" ist nach Worten Hillers die Folge der extrem trockenen Jahre 2015, 2018 und 2019: "Die Fichte ist dem Borkenkäfer schutzlos ausgeliefert, da das Wasser im Untergrund fehlt und wir haben die befallenen Fichten in fünf Durchgängen beseitigt, um dem Käfer das Brutmaterial zu entziehen", was durch Bilder großer Fichtenholzpolder belegt wurde.

Die Folge von Hitze, Trockenheit und Stürmen habe in den Wäldern massiven Holzeinschlag gebracht, "der Markt ist übersättigt und die Preise für Fichte und auch für Kiefer im freien Fall". Beim Rückblick auf 2019 ging der Forstmann auch auf den Blattfraß auf den Eichen durch Schwammspinnerraupen ein, den die Bäume aber relativ gut weggesteckt und durch den Johannistrieb im Juni ausgeglichen hätten.

Bei Pflanzungen und Nachbesserungen, die Mitte November durchgeführt wurden, liege der Schwerpunkt auf dem heimischen Laubholz, wobei aber auch verschiedene "Exoten" ausprobiert wurden. Bei diesem Thema kam auch der Verbiss der jungen Bäume durch das Rehwild zur Sprache, das nach wie vor reduziert werden müsse, um dem Nachwuchs eine Chance zu geben und nicht alle Flächen zäunen zu müssen, was mit hohen Kosten verbunden sei.

Weiterhin gute Preise für Eichenholz

Für Bestandsgründungen und Aufforstungen sind im Plan 12 400 Euro angesetzt, wozu aber ein staatlicher Zuschuss von rund 10 000 Euro erwartet wird. Unter dem Strich schließt der Jahresbetriebsplan mit einem kleinen Plus ab. Erfreut zeigte sich Hiller darüber, dass die Preise für Eichenholz sich nach wie vor auf hohem Niveau bewegen.

Reinhard Hüßner wollte auch den ökologischen Aspekt beim Waldbau beachtet wissen, "weshalb wir auch ein Stück Mittelwald erhalten sollten, es geht nicht nur um die Wirtschaftlichkeit". Man einigte sich darauf, bei der nächsten Waldbegehung einen Bereich in Augenschein zu nehmen, in dem der Schwerpunkt auf die Mittelwaldbewirtschaftung gelegt werden könne. Auf die Frage, wie lange es die Fichte noch im Steigerwald  geben werde, meinte Revierleiter Hiller, dass deren Ende vorprogrammiert sei: "Beim Nadelholz könnte höchstens die Douglasie eine Chance haben". Die Bürgermeisterin bedankte sich beim Revierförster und den Unternehmern für den schnellen Einsatz bei der Beseitigung des Käferholzes.

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