Bei der vlf-Fachtagung „Landwirtschaft und Klimawandel“ in Repperndorf ging Joachim Liebler von der Gruppe Landwirtschaft und Forsten der Regierung von Unterfranken auf Möglichkeiten ein, mit denen sich Ackerbauern derzeit an den Klimawandel anpassen können.

Er betonte die Bedeutung einer guten Bodenstruktur. Um die immer häufiger auftretenden Starkregen aufnehmen zu können, muss der Boden eine gute Aufnahmefähigkeit für Wasser besitzen. Die Infiltration wird durch Bodenbedeckung sowie eine stabile Bodenstruktur gefördert. Außerdem muss das Speichervermögen des Bodens gefördert werden, um laut Pressemitteilung die höheren Winterniederschläge zu fassen.

Das ist grundsätzlich möglich durch eine Verbesserung der Bodenstruktur, über eine optimale Kalziumversorgung und organische Düngung sowie eine Erhöhung des Humusgehalts und tiefgründigere Böden. In der Praxis kann aber vor allem am einfachsten die Struktur verbessert werden. Ziel sei eine gute Bodenstabilität. Mit einer stabilen Krümelstruktur kann der Boden mehr Wasser aufnehmen und es läuft weniger oberflächlich ab. Außerdem müsse die Bodenstruktur durch geringere Gewichte und Radlasten der Maschinen geschont werden, forderte Liebler.

Eine Mulchbedeckung vermindere die Temperatur an der Bodenoberfläche. Damit werden Bodenbakterien geschützt, die für die Struktur hilfreiche Arbeit erledigen. Zudem zeigten Versuchsergebnisse, dass die Wurzelentwicklung im Boden bei hohen Temperaturen gehemmt werde, so Dr. Liebler.

Er formulierte die Anforderung an künftig angebaute Kulturen: sie müssen die Winterfeuchte optimal ausnutzen, eine gute Wassereffizienz besitzen und möglichst tolerant gegen Hitze sein. Hier sind vor allem die Pflanzenzüchter gefordert. Der Landwirt selbst kann dann durch die passende Sortenwahl von der Vorleistung der Züchter profitieren. Schließlich verteilt eine vielgliedrige Fruchtfolge das Risiko von Ernteausfällen bei Extremwitterung.

In der Düngung verbessert Zink die Toleranz gegen Trockenstress, denn bei Zinkmangel steigt die UV-Lichtempfindlichkeit der Blätter. Entscheidend sei außerdem die Frage, wie bei zunehmender Bodentrockenheit Nährstoffe in die Wurzel gebracht werden. Liebler sieht dazu in der Cultan-Düngung einen sehr interessanten Ansatz, um die Nährstoff-Effizienz zu verbessern. Schließlich könnten Pflanzenanalysen dazu beitragen, den Ernährungszustand genauer zu ermitteln. An die Referate schloss sich eine angeregte Diskussion an.