Gefühlt war der November kalt, doch die Zahlen von der Wetterstation in der Mainbernheimer Straße in Kitzingen sagen etwas anderes. Der November war mit 5,5 Grad Celsius um 1,1 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Thomas Karl, Wetterexperte am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, weiß auch warum: relativ warme Tage Anfang und Mitte November sowie viele Nebeltage. "Feucht und kühl kommt einem viel kälter vor", sagt er. Am 2. November hatte es in geschützten Lagen 21,5 Grad und in der Monatsmitte gab es Tage mit 15 Grad. Das führte zu der hohen Durchschnittstemperatur.

Da half auch der kälteste Tag am 30. November mit -6,7 Grad nicht mehr. An 14 Tagen stieg das Thermometer auf über 5 Grad, was Gras, Getreide und alles, was noch grün ist, wachsen ließ. Deswegen mähte auch der eine oder andere Gartenbesitzer noch seinen Rasen. "Nur nicht zu kurz", empfiehlt Karl und alles Laub absammeln, da sich sonst unter einer Schneedecke Krankheiten entwickeln können. Hat der Rasen Schneeschimmel, hilft im Frühjahr nur noch nachsäen.

Schlechte Aussichten für den Wald

Wie schon in den Monaten zuvor war es auch im November viel zu trocken. Gerade mal neun Liter regnete es auf dem Quadratmeter. Das sind 80 Prozent oder 36 Liter weniger als im langjährigen Mittel. Seit Jahresanfang fehlen mit 404 Litern 138 Liter zur Durchschnittsniederschlagsmenge. Kann das der Dezember ausgleichen? Karl bezweifelt das. Damit wird 2020 wohl das dritte Trockenjahr in Folge. "Das sind schlechte Aussichten für Gärten, Landwirtschaft und den Wald", sagt Karl. "In den tieferen Schichten sind keine Wasservorräte mehr da."

Wenigstens war der November sonnig. Ganze 84 Stunden schien die Sonne vom Himmel. Nur 2011 war sie eine Stunde länger zu sehen. Damit schien sie fast doppelt so lange wie in einem Durchschnittsnovember. Der viele Sonnenschein erklärt laut Karl auch die geringen Niederschläge: "Ohne Wolken regnet es nicht." Nicht nur die Landwirte hätten sich über mehr Regen gefreut, aber für sie hatte das trockene Wetter auch einen Vorteil. Ohne allzu große Schäden anzurichten, konnten die Bauern die Böden ihrer Felder bearbeiten.