Ein Abschied, den eigentlich keiner so recht wollte, wurde in Kitzingen gefeiert. Margit Hofmann trat nach fast zwölf Jahren als Schulleiterin des Armin-Knab-Gymnasiums in den Ruhestand. Viele Kollegen, Weggefährten, Schüler und Eltern waren gekommen, um sich zu verabschieden – wenn auch kaum einer glauben wollte, dass Hofmann diesen Schritt gerne ging.

„Eine erneute Amtseinführung wäre ihr wohl lieber gewesen“, vermutete ihr Stellvertreter Horst Junge, dessen Dienstzeit ebenfalls zum Schuljahresende vorbei sein wird.

Viele Neuerungen bewirkt

Ministerialbeauftragte Monika Zeyer-Müller stellte der scheidenden Schulleiterin ein sehr gutes Zeugnis aus: Ihre Führung habe deutliche Spuren am AKG hinterlassen. Die große Generalsanierung samt Anbau vor einigen Jahren sei dabei nur ein Beispiel. Daneben habe Hofmann mit bilingualem Unterricht, einer Bläserklasse, einem ausgearbeiteten Medienkonzept, Austauschprogrammen und Fahrten oder mit dem Fach Spanisch als dritte Fremdsprache das Profil des Gymnasiums deutlich geschärft.

Großes Lob für die berufliche Leidenschaft von Margit Hofmann gab es auch von Landrätin Tamara Bischof, Oberbürgermeister Siegfried Müller und Amtskollege Hilmar Kirch vom Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid. Elternvertreter Ralph Meier bedankte sich ebenso für das Wirken der scheidenden Schulleiterin wie die Schülersprecher Hannah Margraf, Jean-Léonard Stör und Leon Johannsen. „Sie sind das Beste, was der Schule passieren konnte, wir werden sie vermissen“, erklärten die Schüler und sprachen damit wohl vielen Anwesenden aus dem Herzen. Das Lehrerkollegium wurde von Tilo Hemmert und Antje Pöllot vertreten, die ihrer Chefin frei nach Loriot rieten, ihren ersten Ruhestand noch ein wenig zu üben.

Erste weibliche AKG-Schulleiterin

Margit Hofmann selbst wurde bei all diesen Worten wohl noch wehmütiger zumute, als sie es ohnehin schon war. Als sie nach zwei Stunden selbst ans Rednerpult trat, war es ihr anzusehen, wie schwer ihr der Abschied von der Schule und allen Weggefährten fällt. Sie hätte mit Freude und Respekt vor der Aufgabe ihren Dienst damals angetreten, als erste weibliche Schulleiterin des AKG.

„Ich wurde sehr herzlich aufgenommen“, sagte sie und bedankte sich bei Lehrern, Eltern und Schülern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Denn: „Eine florierende Schule ist immer auch eine Teamleistung.“ Das AKG sei heute eine starke Schule, „sorgen Sie dafür, dass das so bleibt“, rief sie dem Publikum zu. Die eine oder andere Idee zu Weiterentwicklung hat sie sicher auch noch in der eigenen Schublade.

Am Mittwoch aber blieb ihr zunächst nichts anderes übrig, als zusammen mit Horst Junge zum letzten Mal von der Bühne zu gehen. Kein einfacher Schritt: „Dann trauen wir uns mal“, machte sie sich und dem Kollegen Mut. Und dann hieß es, Abschied nehmen: „Tschüss, macht?s gut.“

Steckbrief

Margit Hofmann stammt aus Zeilitzheim und hat das Gymnasium in Gaibach besucht. 1971 legte sie dort das Abitur ab und studierte anschließend Englisch und Französisch auf Lehramt. Nach dem Staatsexamen 1977 war sie als Referendarin bereits einmal eine kurze Zeit am Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen.

Ihre erste Stelle als Lehrerin trat sie 1979 in Haßfurt an, bevor sie ihr Weg nach Schweinfurt führte. Am Olympia Morata Gymnasium war sie von 1983 bis 2000 Lehrerin, Fachbetreuerin für Französisch und engagierte sich stark im Austauschprogramm der Schule. 2000 wurde sie stellvertretende Schulleiterin. Im Jahr 2006: der Wechsel ans AKG als Schulleiterin. In ihre Amtszeit fielen unter anderen die Inbetriebnahme der offenen Ganztagsschule, Generalsanierung mit Anbau, Einführung einer Bläserklasse und des bilingualen Unterrichts, Erweiterung des Austauschprogramms und künftig der Aufbau eines Schülerlabors nach dem Leader Plus Programm.