Weil im Volkacher Freibad kräftige Altersspuren zeigt, sind Erneuerungen ein Muss. Die könnten sehr teuer werden. Daher geht das Gespenst der Schließung um.
Zwei Becken, große Liegewiese mit vielen schattigen Bäumen, schöne Lage unweit des Mains: Das Volkacher Freibad ist eigentlich ein Traum. Der allerdings ist 50 Jahre alt und bräuchte dringend eine Sanierung. Die kostet vermutlich ein paar Millionen Euro. Weil die die Stadt – zumindest derzeit – nicht hat, schwebt das Gespenst der Schließung über der Anlage. Allerdings: Viele Freibadfans stemmen sich dagegen und hoffen auf ein Gutachten, das dem Bad eine Chance gibt.
Ein Verfechter der Erhaltung ist Stefan Hart. Der 50-Jährige ist als leidenschaftlicher Schwimmer ein häufiger Gast der Anlage. Was ihn dort aber ärgert, ist die aus seiner Sicht „mangelhafte Wartung“ der Duschanlage. Ein Duschventil sei schon seit Wochen undicht oder manchmal ganz außer Funktion.
Bereits von Anlage verabschiedet?
Hart treibt inzwischen der Verdacht um, die Stadt lasse das Bad verkommen, weil sich mancher bereits innerlich von der Anlage verabschiedet habe.
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Der 50-Jährige sieht dagegen – ungeachtet der Kostendiskussion – Stadt und Stadtrat beim Bad in der Pflicht: „Den vielen Badegästen ist man es schuldig, dass man das funktionsfähig erhält, was mit öffentlichen Geldern errichtet wurde.“ Da rennt er bei Verwaltungsleiter Gerhard Wagenhäuser offene Türen ein. Vor allem mit Blick auf das Mängelbuch, das bei einer Dusche die Problematik der alten Anlagen zeigt. Innerhalb von zwei Wochen wechselt der Zustand mehrfach zwischen defekt und repariert.
Große Investitionen bleiben vorerst aus
Wagenhäuser betont: „Alle Reparaturen werden gemacht, um den Betrieb zu sichern. Wir wollen nicht, dass das Bad geschlossen wird.“ Aber: Große Investitionen, beispielsweise in den oft gescholtenen Duschbereich werde es vorerst nicht geben.
- Standpunkt: Das Freibad darf nicht baden gehen.
Vorerst deswegen, weil die Stadt auf ein Gutachten zum Freibadzustand wartet. Das könnte laut Bauamtschefin Ulla Gistel-Gareiß demnächst im Stadtrat vorgestellt werden. Ob die Studie zur Schicksalsfrage wird, wie manche befürchten, wird sich zeigen. Sicher ist: Stadt und Stadtrat erwarten, dass belastbare Kosten für zwei Erhaltungsvarianten auf den Tisch kommen. Einmal zu einer Generalsanierung und einmal zu einer stark abgespeckten Möglichkeit, bei der das Bad laut Wagenhäuser mit kostengünstigen Mitteln für gut zehn Jahre „in einen ordentlichen Zustand“ gebracht wird.
Es ist wie mit anderen Investitionen auch - kleinere Instandsetzungen werden nicht oder nur unzureichend ausgeführt, bis dann eine große und teuere Sanierung anfällt. Wer über eine Schließung nachdenkt oder gar befürwortet, handelt unverantwortlich gegenüber der Allgemeinheit, denn die neuesten Zahlen über die mangelnden Schwimmfähigkeiten der Heranwachsenden und die dadurch gestiegenen Todesfälle durch Ertrinken sollten nicht zum Nachdenken, sondern zum entschlossenen Handeln anregen.