Zu einer Wanderung über den  Abt-Degen-Steig von Steinbach nach Zeil am Main hatte der Steigerwaldklub Castell angerufen. Am Treffpunkt in Castell hatten sich acht Wanderer eingefunden, um in Fahrgemeinschaft zum Startpunkt nach Steinbach zu fahren. Dort warteten noch drei weitere und in Zeil stießen noch zwei dazu.

Der Abt-Degen-Steig umfasst etwa 25 Kilometer. Verschiedene Wege durchkreuzen die Weinberge zwischen Steinbach und Zeil. Wir wählten eine Strecke von etwa zwölf Kilometern. Startpunkt war Steinbach, zwischen Zeil und Ebersbach gelegen. Von hier stiegen wir hoch auf den Höhenweg, von wo sich schöne Ausblicke ins Maintal und auf den Steigerwald boten. Erstes Ziel war das Zeiler Käppele. Es wurde natürlich besucht und bei einer ausgiebigen Rast genossen wir den weiten Blick in die Landschaft. Der Abstieg nach Zeil erfolgte, da der Stationenweg gesperrt ist, über den Fußweg zum  Naturfreunde Haus, von wo wir entlang des Brühlgrabens auf dem Marienweg nach Zeil kamen.

In der Brauerei Göller hatten wir reserviert und genossen das Essen und das vorzügliche Bier. Der Rückweg führte uns über Schmachtenberg in das Naturschutzgebiet Nonnenberg auf ein weiteres Teilstück des Abt-Degen-Steigs. Es verläuft auf halber Höhe, vorbei an Ziegelanger. Von hier ist der Weg etwas Besonderes. Links liegen die mittelalterlichen Rebhänge mit den alten Winzertreppen. Den Erhalt dieser Anlage verdanken wir der in den 70er Jahren durchgeführten Rebflurbereinigung. Mit hohem Aufwand wurden die Trockenmauern  und die Terrassen erneuert. Die Weinlage wurde in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen. Auch auf diesem Weg boten sich wieder die schönsten Ausblicke ins Maintal und auf die Wallfahrtskirche Maria Limbach.

Der Namensgeber des Weges

Abt Degen wurde in Zeil am Main geboren und war von 1658 bis 1687 Abt im Kloster Ebrach und gilt als Förderer des Weinbaus in Franken. Seine hohen Verdienste um den Weinbau in Franken sind unbestritten. Die Steinbacher Weinlagen Pfaffenberg und Nonnenberg waren im kirchlichen Besitz. Abt Degen wird auch die Übertragung der Silvanerrebe aus Österreich gutgeschrieben. Die ersten Weinberge sind für das Jahr 1335 beurkundet.

Von: Horst Hoffmann, Wanderwart des Steigerwaldklubs Castell