Der Weg zu diesem Ereignis war lang und nicht immer leicht, aber er hat sich gelohnt. Die Freiwillige Feuerwehr Albertshofen verfügt jetzt über ein geräumiges, modernes und zeitgemäßes Gerätehaus - das richtige Umfeld für eine zeitgemäße Ausbildung junger Feuerwehrleute. Zudem hat der Spielmannszug darin reichlich Platz für Proben und Ausbildung und auch die Sanitätsbereitschaft ist mit ins neue Feuerwehrhaus eingezogen.

"Ich bin stolz, so eine zuverlässige, gut ausgebildete und tolle Feuerwehr zu haben", sagte am Samstag ein stolzer Bürgermeister Horst Reuther. Die Gemeinde habe das sehr zweckmäßig, aber dennoch mit Liebe zum Detail gebaute Haus demnach gerne verwirklicht. "Ich bin jetzt 46 Jahre alt und es ist bereits das dritte Feuerwehrhaus, das ich in Albertshofen kenne", erzählt er. Das erste stand neben dem Rathaus in der ehemaligen Post in der Kirchstraße. 1982 wurde das zweite Feuerwehrhaus unten am alten Sportplatz gebaut. Auch damals wurde von der Feuerwehr und der Sanitätsbereitschaft sehr viel Eigenleistung erbracht. Es war damals für die Gemeinde das günstigste, aber auch das modernste Feuerwehrhaus im gesamten Landkreis.

"Plötzlich war das alte Haus zu klein", erzählte Reuther die Geschichte weiter. Drei Fahrzeuge und nur zwei Stellplätze reichten nicht mehr aus. Durch die räumliche Enge waren die Abstands- und Unfallvorschriften nicht mehr einzuhalten. Der Schulungsraum platzte oftmals aus allen Nähten und die Sicherheit der Feuerwehrleute war nicht mehr gewährleistet. "Es musste Abhilfe geschaffen werden!".

Nach einigen Anläufen stand die Planung, von der Regierung kam der Bewilligungsbescheid über 150 000 Euro und am 24. Februar 2011 fand der offizielle Spatenstich auf dem Grundstück an der Lohwiese statt. Die veranschlagten Baukosten von 832 000 Euro konnten Dank der gewaltigen Menge an Eigenleistung eingehalten werden. 100 000 Euro wurden dadurch bei den Baukosten eingespart.

Vorbildliche Kameradschaft

Seit September 2011 opferten die Feuwehrler etliche Stunden in den Ausbau. "In 93 Wochen wurden die komplette Heizung, die Wasserversorgung und die Sanitärinstallation eingebaut, die Elektroinstallation verlegt und die kompletten Fliesenlegearbeiten ausgeführt. Dazu kamen alle Arbeiten rund um die Einrichtung, die Pflasterarbeiten im Außenbereich und nicht zu vergessen die Endreinigung", listete Kommandant Matthias Hofmann auf. "Insgesamt haben wir in diesen Wochen 3610 Stunden Eigenleistung erbracht", sagt er und betont, dass in dieser Zeit der normale Feuerwehrdienst natürlich auch weiter gelaufen ist. Für 29 Einsätze, Übungen, Schulungsabende, Truppmann- und Truppführerausbildung fielen noch einmal 2751,5 Stunden Dienstzeit an - das waren zusammen 6361,5 Stunden. "Hier spiegelt sich eine Kameradschaft wider, die sich sehen lassen kann - auch über unseren Landkreis hinaus", musste Landrätin Tamara Bischof da anerkennend feststellen.

Weil eine glückliche Atmosphäre das A und O für ein toll funktionierendes Team sind, musste kein Helfer auf dem Bau Hunger leiden. "Dafür übernahm der Feuerwehrverein die gesamten Kosten", berichtete der Vorsitzende Peter Reidelbach: 50 Kuchen, 300 Brötchen, 90 Stollen Brot, 120 Stangen Hausmacher Wurst sowie viele, viele Knacker und Polnische wurden verzehrt. Es gab sogar mal Lasagne, Hamburger und Currywurst oder Kartoffelsuppe mit Würstchen. Neben unzähligen Litern Kaffee wurden 1500 Liter Spezi und Apfelsaft getrunken - "und genau vier Liter Bier", erzählte Reidelbach lachend und Tamara Bischof stellte nach all diesen Informationen schmunzelnd fest: "Die Küche muss wohl zuerst gebaut worden sein."

Spenden finden Verwendung

Der Feuerwehrverein steckte einen Großteil seines Vermögens - 18 000 Euro - in das neue Feuerwehrhaus. Davon wurde eine neue Küche gekauft sowie eine Theke mit dem Albertshöfer Wappen, die nun den Schulungsraum mit Beamer ziert. Außerdem wurden von dem Geld ein Schellenbaum- und ein Fahnenschrank angefertigt. Eine Lautsprecheranlage war vorerst nur in Planung, doch überreichte das Baugeschäft Alfred und Achim Hartmann dem Vorsitzenden am Wochenende ganz spontan einen Scheck über 500 Euro. "Damit ist die Lautsprecheranlage schon bezahlt", freute sich Peter Reidelbach. Ebenso dankte er der Firma Emotec aus Wiesentheid für die Spende der DSL-Anlage. Von der Spende des Secondhand-Basar-Teams wurde ein Hochdrucklüfter gekauft, der schon bei einigen Einsätzen verwendet wurde.

Der Dank des Kommandanten Matthias Hofmann galt nicht nur den unzähligen ehrenamtlichen Helfern, sondern auch Kreisbrandmeister Engelbert Scherer: "Als 2003 unser Kommandant Rolf Bilke tödlich verunglückt ist, bist Du uns wie ein Vater zur Seite gestanden, hast uns geholfen und der Feuerwehr Albertshofen zu dem dazu geholfen, was sie heute ist."

Das alte Feuerwehrhaus wird künftig als Ausweich- und Lagerfläche für die Gerätschaften des Bauhofs genutzt.