Ein wenig an Kondition brauchte es am Montagabend für die Teilnehmer an der Bürgerversammlung im Kitzinger Stadtteil Hohenfeld schon, als es beim ersten Teil, dem "Spaziergang" durch den Ort, mit Oberbürgermeister Stefan Güntner von der Mainstraße aus über den "Schleichweg" hinauf bis zur Bergkirche ging. So manch einem ging auf dem schmalen und steilen Pfad doch fast die Puste aus.

Dabei war es nicht die Aussicht, die rund 20 Hohenfelder und zwei Stadträte dort hinauf trieb. Es war der Friedhof rund um die Kirche. Den hatte Güntner schon vor einigen Wochen besucht und war doch ein wenig erschüttert gewesen, so verwildert hatten die vielen Grünflächen rund um die Gräber ausgesehen. Ob die Hohenfelder das auch so wollten, so seine Frage, und die Antwort war eindeutig: So wollen sie das nicht. Eher so, wie es am Montag aussah, frisch gemäht eben, so dass man bei einer Beerdigung nicht "mit den schwarzen Klamotten im Blütenstaub steht", wie es eine Hohenfelderin ausdrückte.

Und so wird es denn künftig auf dem Friedhof auch wohl "gepflegter" aussehen, trotz der Erdbienen, die dort oben vorkommen. Ein Kompromiss zwischen der "Würde des Ortes" so Güntner und dem Naturschutz werde wohl zu finden sein.

Überhaupt der Naturschutz: Wo ist der richtige Weg zwischen der Pflege der Grünflächen, der Gräben und Wegränder und den Maßgaben der ökologischen Vielfalt. Immer wieder war das am Montag Thema. Etwa am Hang unterhalb der Kindergartens, im Graben auf der Mainseite der Staatsstraße oder der Wiese an der Mainstraße. Zum Teil war es den Stadtgärtnern schlicht nicht möglich, alles termingerecht zu mähen, alleine wegen der Niederschläge in diesem Jahr.

Probleme durch Starkregen

Und da war die Versammlung auch schon beim nächsten Thema: Der Starkregen, der heuer mehr als nur einmal für Probleme sorgte. Zum einen entlang der Staatsstraße, weil dort ein Graben übergelaufen war, aber auch in anderen Teilen Hohenfelds. Klar für den OB: "Das werden wir nicht verhindern können." Die Stadt müsse sich aber gegen die sicher auch häufiger auftretenden Ereignisse besser wappnen. Ein Appell an die Anwesenden lautete, bei Hochwasser Handyvideos drehen, denn dann können die städtischen Mitarbeiter sich ein besseres Bild von der Lage vor Ort machen.

So richtig idyllisch ist der Grill- und Spielplatz am Landschaftssee. Der wird auch gut genutzt, von Hohenfeldern, von Schulklassen, aber auch von Fremden. Und wie es halt dann so ist, irgendwann kommen die menschlichen Bedürfnisse. Ein Stück oberhalb gibt es eine mobile Toilette, die längst stationär ist. Aber da waren sich auch alle einig: Da geht keiner mehr hin, dies blaue Plastikteil ist eigentlich Sondermüll.

Schlüssel für Gruppen?

Was bleibt? Die Büsche in der Umgebung – auch nicht schön. Eine Lösung? Könnte sich der Oberbürgermeister schon vorstellen. Ein Toilettenwagen mit Schlüssel etwa, den sich angemeldete Gruppen ausleihen können. Was aber nicht geht: Dass die Stadt alle zwei Tage jemanden vorbei schickt, der für Sauberkeit sorgt. Da gibt es wohl sicher noch Diskussionsbedarf.