Für die letzte Herbstwanderung waren wir wieder einmal im nördlichen Steigerwald unterwegs. Am Treffpunkt in Castell hatten sich 13 Wanderer eingefunden.

Vom Ausgangspunkt Altershausen führte der Weg ziemlich exakt nach Süden. Der Wald, den wir durchquerten, war nur noch wenig herbstlich bunt. Auf naturbelassen Wegen und Forststraßen passierten wir die Wolfsquelle, Infotafeln über Baumwachstum etc. sowie den Kunst- und Erlebnisweg Münchsteinach "Oasen der Sinne".

Der Mischwald ist zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis. Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir Münchsteinach. In der Brauereigaststätte Krone hatten wir reserviert und wurden hervorragend bewirtet. Ein Lob an die Küchenchefin. Der Rückweg erfolgte auf der gleichen Strecke. Als wir in Altershausen ankamen, begann es bereits zu dämmern. Trotz bedecktem Himmel war es eine gelungene Novemberwanderung.

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick der besuchten Orte

Altershausen: Erste Besiedlung durch die Kelten, was Reste von Hügelgräbern in der Nähe der Steigerwald Hochstraße nahelegen. Die Besiedlung dürfte schon um ca.400 v. Chr. erfolgt sein. Das Dorf ist wahrscheinlich im Jahr 800 entstanden, zu der Zeit wurde auch das Christentum eingeführt. Westlich des Dorfes entspringt die Weisach, sie führt genügend Wasser für Menschen und Vieh und beförderte so die Ansiedlung. Das Gebiet, in welchem Altershausen liegt, gehörte zum Iffgau, einer der vier Gaue des Steigerwalds der damals viel weiter gefasst wurde und weit über die heutigen Grenzen des Naturparks reichte. Die erste urkundliche Erwähnung von "Altolveshusen" findet sich in einer Urkunde des Hochstifts Bamberg vom 6. August 1096. Nach einer wechselvollen Geschichte unter den verschiedenen Herren ist Altershausen heute ein Ortsteil von Münchsteinach.

Münchsteinach: Bedeutend war und ist Münchsteinach durch sein ehemaliges Kloster. Gegründet wurde es von den Benediktinern um das Jahr 1140. Es stand immer im Spannungsfeld zwischen dem Bischof von Würzburg und dem Burggrafen von Nürnberg, beide hatten Rechte. Das Kloster erlebte im 14Jh. einen wirtschaftlichen Niedergang, erholte sich aber wieder. 1482 bis 1492 wurden umfangreiche Renovierungen vorgenommen. Kloster und Kirche sind dem Hl. Nikolaus geweiht. Der letzte Abt Christoph von Hirschaid baute sich einen eigenen Abtssitz, das Schlösschen. Er starb 1529.

Im Bauernkrieg wurde das Kloster nicht verschont, die Bauern aus Gutenstetten brandschatzten es. Münchsteinach wurde schnell evangelisch, schon 1530 wurde ein evangelischer Pfarrer eingesetzt. Münchsteinach ist heute eine selbständige Gemeinde mit den Ortsteilen Altershausen, Abtsgreuth und Neuebersbach und gehört zur VG Diespeck.

Von: Horst Hoffmann (Wanderwart, Steigerwaldklub Castell)