Was seinen SC Brünnau betrifft, kennt sich Max Geisel ziemlich gut aus. Schließlich ist der 27-Jährige beim Kreisklassisten aus dem Prichsenstädter Stadtteil nicht nur als Angreifer für Tore zuständig. Er ist seit April auch zweiter Vorsitzender des Vereins aus dem 200-Einwohner-Dorf. „Wir haben mehr Mitglieder, als der Ort Einwohner hat.“

Der Fußball ist die Sportart Nummer eins, das Zugpferd dort. Zwei Herrenmannschaften hat der SC nach wie vor im Spielbetrieb, So ziemlich alles, was irgendwie kann, spielt Fußball. Dazu kommen noch die Kicker aus dem benachbarten 130 Einwohner zählenden Neudorf, die meist in Brünnau aktiv sind.

Der eine oder andere Auswärtige ist ebenso dort hängen geblieben. „Wir schaffen es immer wieder, Fremde für uns zu begeistern. Bei uns passt eben die Kameradschaft. Sie kommen von außerhalb zu uns, obwohl es kein Spritgeld gibt.“ Wer einmal beim SC gelandet sei, der bleibe auch, so Geisel. Er könne sich jedenfalls kaum an einen erinnern, der in den letzten Jahren zu einem anderen Verein gewechselt sei.

Die Kreisklasse ist das Nonplusultra für seine Brünnauer. Das sieht Geisel ähnlich. Höher hinauf, nein, „das wäre nicht so gut für uns. Die Strecken zu den Gegnern, das Niveau auf die ganze Saison hin hätten wir nicht. Manche gehen hoch und gleich sang- und klanglos wieder runter. Das bringt nichts.“ Aktuell bietet die Liga für den SC einige interessante Derbys, wie etwa am Sonntag das Heimspiel gegen die Gemeinschaft aus Kirchschönbach und Prichsenstadt.

Da wird bestimmt einiges los sein auf der „Brünnauer Alm“, wie das schmucke Sportgelände wegen seiner etwas erhöhten Lage genannt wird. „Die Derbys machen Spaß“, freut sich auch Max Geisel besonders auf das Spiel. Im Sommer holten die Brünnauer nach einiger Zeit wieder den Prichsenstädter Stadtpokal. Nur zu gerne wollen sie auch die Nummer eins in der Stadt bleiben.

Der Start in die Runde verlief etwas durchwachsen für die nun im zweiten Jahr wieder zur Kreisklasse gehörenden Brünnauer. Zwei Siege, zwei Niederlagen, macht bisher Platz elf. Nervös wird Max Geisel deswegen nicht. „Im Vergleich zum Start im letzten Jahr haben wir schon einige Punkte mehr. Wir wollen auf jeden Fall wieder in den Bereich der Tabelle wie im Vorjahr.“ Letzte Runde schaffte der SC als Aufsteiger erst im fünften Spiel den ersten Sieg und gewann nur zwei der ersten zehn Partien. Am Ende reichte es für Platz acht.

In der oberen Tabellenhälfte will der Angreifer auch diesmal wieder landen. Der Klassenerhalt sollte in jedem Fall drin sein, „da bin ich zuversichtlich“, sagt der Maschinenbauingenieur, der in Herzogenaurach arbeitet und in Nürnberg wohnt. Spätestens am Freitag fährt er heim, zum Training und dann zum Spiel. Die Fitness fehle ihm vielleicht ein wenig, weil er aktuell nur einmal trainieren kann, gibt er zu. „Ich treffe aber immer noch ab und zu das Tor“, sagt er, der am liebsten vorne rechts aufläuft.

Elf Tore waren es in der Vorsaison, „da habe ich aber nur die Hälfte der Spiele gemacht, weil ich lange verletzt war.“ Die Marke will Max Geisel diese Runde übertreffen. Wichtige Fixpunkte in der Mannschaft sind zudem die Spielertrainer Robert Bindig und Stefan Rothenanger, die sich die Aufgabe teilen. Bindig (27) ist mehr der Einfädler im Mittelfeld, Rothenanger (35), einst auch bei der FT Schweinfurt aktiv, soll die Abwehr stabilisieren. „Das passt prima! Wir sind froh, dass wir zwei solche Leute haben. Sie sind auch klasse Typen“, findet Geisel.

Sein jüngerer Bruder Felix (23) spielt im Tor der Ersten. Den Posten im Vorstand des Vereins hat er übrigens von seiner Mutter übernommen. Sie wollte nach einigen Jahren in dem Amt nicht mehr so recht. Jüngere sollten ran, also ließ sich Max Geisel wählen. Mithelfen, mit organisieren im Verein, „das mache ich gerne, damit die Stimmung bei uns so bleibt, wie sie aktuell ist“.