Gondel stürzt in Schweizer Skigebiet ab: Ermittler finden erste Spuren

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Eine Gondel löste sich im Skigebiet Engelberg vom Seil und stürzte einen Hang hinunter. Eine Frau kam ums Leben. Jetzt haben die Ermittler die Klemme sichergestellt.

Update vom 19.03.2026, 18.57 Uhr: Gondelabsturz in der Schweiz: Ermittler sichern Klemme und prüfen Videos

Nach dem Absturz einer Skilift-Gondel im schweizerischen Engelberg sichern Ermittler wichtige Bauteile und prüfen Videomaterial. Der Unfall ereignete sich am Mittwoch, 18. März 2026, im Skigebiet Engelberg-Titlis im Kanton Obwalden in der Zentralschweiz. Engelberg liegt auf 1050 Metern Höhe, etwa eine Stunde südlich von Luzern entfernt, am Fuße des 3239 Meter hohen Titlis-Massivs.

Der Absturz ist nach ersten Erkenntnissen der schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) auf einen Zusammenstoß zurückzuführen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Der Zusammenstoß soll zwischen einer Klemme, mit der die Unglücksgondel am Seil befestigt war, und Rollen an einem Mast passiert sein, über die das Seil geführt wird, zitiert der Schweizer Sender SRF die Sust. Weshalb es zu dem Zusammenstoß kam, werde noch untersucht, sagte der Sust-Untersuchungsleiter Philippe Thürler demnach.

Am Mittwoch hatte sich im Skigebiet Engelberg eine Gondel vom Seil gelöst und war einen Hang hinuntergestürzt. Eine 61 Jahre alte Frau kam dabei ums Leben. Die betroffene Seilbahn trägt den Namen "Titlis Xpress" und verbindet verschiedene Höhenlagen im Skigebiet.

Klemme sichergestellt und Daten ausgewertet

Die Ermittler hätten die Klemme der abgestürzten Kabine sichergestellt, zitiert der SRF den Experten weiter. Zudem würden Daten der Windmessanlagen und Videos ausgewertet. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat außerdem die Aufhängung der abgestürzten Kabine, Daten der Bahnsteuerung sowie Videoaufzeichnungen sichergestellt. Dies gehöre zur standardisierten Spurensicherung der Sust, wenn bei einer Seilbahn ein Unfall eintritt. Sofortmaßnahmen seien nach den Erkenntnissen bei der betroffenen Bahn oder ähnlichen Seilbahnen nicht geplant, so die dpa weiter. Sobald die Schäden am Seil und am Mast repariert seien, könne die Titlisbahn den Betrieb wieder aufnehmen, sagte Philippe Thürler, der bei der Sust den Bereich Bahnen und Schiffe leitet. Mit dem Bericht zum Unfall in Engelberg sei in den nächsten Monaten zu rechnen.

Berno Stoffel, Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz, äußerte sich zur Sicherheit des Klemmensystems. Das Funktionsprinzip sei das folgende: In der Station werde die Gondel beschleunigt, bis sie dasselbe Tempo habe wie das Zugseil. Dann fixiere sie eine an der Gondel montierte Klemme an diesem Seil. Der Druck, den diese Klemme dabei ausübe, werde jedes Mal gemessen. Entspreche er nicht einem normierten Wert, stelle die Bahn automatisch ab, und die Gondel komme nicht auf das Zugseil. Das System werde in der Schweiz jeden Tag millionenfach angewandt, bei jeder Ein- und Ausfahrt einer Gondel oder eines Sessellifts, und sei sehr zuverlässig.

Das Ereignis sei tragisch, sagte Stoffel gegenüber SRF. Im großen Bild sei es aber sehr außergewöhnlich. Jährlich würden 330 Millionen Personenkilometer mit Seilbahnen zurückgelegt. Er sei überzeugt, dass die Fahrgäste das einordnen könnten. Von anderen, verunsicherten Bahnbetrieben sei er nicht kontaktiert worden, weil es sich um ein absolut bewährtes System handle. Solange die Ursache des Unfalls nicht geklärt sei, brauche es auch keine weiteren Maßnahmen.

Update vom 19.03.2026, 10.20 Uhr: Massiver Wind in Engelberg - dann löst sich Gondel vom Seil

Beim Absturz der Seilbahn-Gondel in einem Skiresort in der Schweiz ist eine Frau ums Leben gekommen. Die Kabine hatte sich offenbar bei starkem Wind vom Seil gelöst, war abgestürzt, einen schneebedeckten Hang hinabgerutscht und hatte sich dabei mehrmals überschlagen, ehe sie an einem Strauch zum Stillstand kam. Den Unfall filmte jemand und stellte das dramatische Video der Zeitung Blick zur Verfügung. In der für acht Personen zugelassenen Gondel habe sich nur eine 61-Jährige aus der Region befunden, berichtete die Kantonspolizei Nidwalden. Zur Unfallursache äußerte sie sich zunächst nicht.

"Die Umstände, die zum Unglück geführt haben, sind zurzeit noch unklar", teilte die Polizei am frühen Abend mit. "Die Ermittlungen dazu sind unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Nidwalden aufgenommen worden." Das Unglück ereignete sich auf rund 2.000 Metern Höhe, was den Zugang für Rettungskräfte und Polizei erschwerte. Unter anderem war ein Rettungshubschrauber der Schweizer Rettungsflugwacht Rega im Einsatz. Betroffen war die Seilbahn Titlis Xpress Engelberg-Stand im größten Skigebiet der Zentralschweiz, Engelberg-Titlis südlich des Vierwaldstättersees. Das Unglück passierte kurz nach der Mittelstation Trübsee, wie der Polizeisprecher sagte. Die Gondeln transportieren Wintersportler auf rund 2400 Meter Höhe.

Die Beamten waren um kurz nach 11.00 Uhr alarmiert worden. Zwischen 100 und 200 Personen waren in anderen Gondeln auf der Strecke unterwegs. Sie sind bis zum Nachmittag in Sicherheit gebracht worden, wie Norbert Patt, CEO der Titlis Bergbahnen, sagte. Am Nachmittag waren die Seilbahn und mehrere weitere laut Webseite des Skigebiets wegen starker Winde geschlossen. Es gab eine Windwarnung, mit "Windspitzen in exponierten Lagen oberhalb von 1.800 Metern" von bis zu 130 Kilometern pro Stunde. Schweiz Tourismus zählt die Region am höchsten Berg der Zentralschweiz, dem Titlis, zu den populärsten Skigebieten der Schweiz, neben etwa Zermatt, Davos, St. Moritz und anderen. 

Erstmeldung vom 18.03.2026: Gondel in Schweizer Skigebiet abgestürzt: Das ist bisher bekannt

In einem Schweizer Skigebiet ist eine Gondel vom Seil und in den Hang hinabgestürzt. Das bestätigte Fabian Appenzeller, Sprecher der Titlisbahnen, die das Gebiet Engelberg bedienen. Ein Mensch ist dabei ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben war diese Person alleine in der Gondel. Die Polizei des Kantons Nidwalden bestätigte den Unfall zunächst, ohne Einzelheiten zu nennen. Das Gebiet sei abgelegen, hieß es, man müsse sich einen Überblick verschaffen. Die Zeitung Blick hatte zuerst über das Unglück berichtet.

Sie zeigte auf ihrer Webseite das Video eines Lesers. Darauf ist offenbar eine Gondel zu sehen, die einen schneebedeckten Hang hinabstürzt. Zudem zeige das Video, wie eine Person wiederbelebt werde, berichten mehrere Schweizer Portale. Noch ist aber nicht abschließend geklärt, ob sich zum Zeitpunkt des Absturzes Personen in der Gondel befunden hatten. Rettungshubschrauber der Schweizerischen Rettungswacht "Rega" seien derzeit im Einsatz.

Das Video ließ sich unabhängig nicht sofort verifizieren. Nach Informationen von Blick soll es in dem Gebiet zum Zeitpunkt des Unglücks sehr windig gewesen sein. Das Skigebiet Engelberg liegt südlich des Vierwaldstättersees auf knapp 3.000 Metern. Die Talstation Engelberg liegt auf gut 1000 Metern.

Vorschaubild: © Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa