Nicht jeder Absteiger war so selbstbewusst wie die SG Castell-Wiesenbronn. Für den Neu-A-Klassisten gab es nur ein Ziel: Die Meisterschaft !
Auf beeindruckende Art und Weise hat die SG Castell-Wiesenbronn auf den vermeidbaren Abstieg der Vorsaison reagiert. Nämlich mit dem Titelgewinn in der A-Klasse und der direkten Rückkehr in die Kreisklasse. Wirklich Schritt halten konnte dabei eigentlich nur ein Konkurrent. Und das auch nur bis kurz nach der Winterpause.
Dabei schienen die Vorzeichen zunächst alles andere als gut zu stehen. Zwar hatten die Casteller und Wiesenbronner mit dem Oliver Koch frühzeitig für namhaften Ersatz des scheidenden Spielertrainers Michael Ludwig gesorgt. Allerdings vermochten es die von Verletzungspech gebeutelten rot-weiß gewandeten Kicker nicht, den Abstieg aus der Kreisklasse zu vermeiden. Selbst zwei Chancen in der Abstiegsrelegation ließ die Spielgemeinschaft verstreichen.
Ein Umstand, der Kochs Einstieg ins Trainergeschäft in seiner Heimatgemeinde um einiges erschweren hätte können. Doch anstatt den vergebenen Chancen nachzutrauern, wich der Frust der verpassten Möglichkeiten schnell der Euphorie des Trainerwechsels und des neuen Personals. Neben Koch, gerade frisch gebackener Kreisligameister mit der SG Buchbrunn-Mainstockheim, schlossen sich mit dem ehemaligen Abtswinder Tobias Gnebner sowie Mario Paul, in der Jugend beim SSV Kitzingen aktiv, zwei weitere Hoffnungsträger an.
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So war das Saisonziel „direkter Wiederaufstieg“ aus Kreisen der Mannschaft schnell gesteckt.
Kein „Wir wollen oben mitspielen“ oder ein „Wir wollen unter den Top Drei landen“. Nein der Meistertitel sollte es sein. Dementsprechend gingen die Kicker auch zu Werke. Nicht nur im Training lief von Beginn alles reibungslos, auch die ersten Test- und Pokalspiele wurden deutlich gewonnen. „Ich war schon überrascht, wie positiv alles war. Hängende Köpfe gab es nicht. Dementsprechend leicht war es für mich, mich, in der Trainerrolle zurechtzufinden“, erinnert sich der 26-Jährige.
Aber nicht nur die Vorbereitungsphase verlief nahezu optimal, auch die ersten Saisonwochen waren ein deutlicher Fingerzeig an die Konkurrenz, dass der Absteiger seinen forschen Worten auch Taten folgen lässt. Erst gegen Bezirksligist FC Gerolzhofen setzte es Anfang September in der vierten Pokalrunde die erste Saisonniederlage – nach zuvor 13 Siegen am Stück. Natürlich hätten die Casteller und Wiesenbronner gerne noch für die eine oder andere Überraschung gesorgt, dennoch kam Koch das Pokalaus aufgrund des Kräfteverschleißes der Vorwochen nicht ungelegen.
Trotzdem spürten seine Schützlinge danach auch in der Liga erstmals richtigen Gegenwind. Gegen Geiselwind konnte die Spielgemeinschaft diesen gerade noch parieren. In Kleinlangheim hingegen dann aber nicht mehr. Denn ausgerechnet beim ungeliebten Nachbarn kassierten sie ihre erste Ligapleite, die gleichbedeutend mit dem Verlust der Tabellenführung war. „Durch das Spiel haben wir gemerkt, dass es nicht von alleine geht und der Titel kein Selbstläufer wird“, schärfte die Niederlage beim Rivalen nochmals die Sinne.