Der September reiht sich ein in die Monate, die in diesem Jahr über den langjährigen Durchschnittstemperaturen liegen. Genau gesagt war der Monat, in dem der Sommer in den Herbst übergeht, mit durchschnittlich 15,8 Grad um 1,5 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt, berichtet Thomas Karl vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) seine in Kitzingen gemessenen Ergebnisse. Damit ist der September bereits der achte Monat in diesem Jahr, der den Langzeitwert mit über einem Grad übertroffen hat. Nur der Mai hielt sich exakt an den Durchschnittswert.

Der wärmste Tag des Monats war laut Karl mit 29,9 Grad der 14. September. Die kühlste Nacht beziehungsweise der kühlste Morgen wurde am 28. September verzeichnet, als das Thermometer 3,8 Grad anzeigte. An acht Tagen überstiegen die Temperaturen die Schwelle von 25 Grad und galten damit als Sommertage.

Es fehlen die Niederschläge von zwei Monaten

Was die Niederschläge angeht, vermeldet Karl auch für den September ein Defizit zum langjährigen Schnitt. Die 32 Liter pro Quadratmeter entsprechen nur etwa Zweidrittel der langjährig verzeichneten Durchschnittswerte. Der regenreichste Tag war der 24. September mit zwölf Litern pro Quadratmeter. Damit summiert sich die Jahresniederschlagsmenge auf 359 Liter – 97 Liter weniger als im langjährigen Durchschnitt, oder anders ausgedrückt: Der Niederschlag von zwei Monaten fehlt. Nur der Februar (plus 58 Liter) und der Juni (plus elf Liter) waren in diesem Jahr nasser als üblich, die restlichen Monate zumeist deutlich zu trocken.

Die Böden sind laut Karl wegen der Trockenheit 2018 und den nur knapp durchschnittlichen Niederschlägen im Vorjahr bis in tiefe Schichten ausgetrocknet. Falls im dritten Quartal nicht überdurchschnittliche Niederschläge kommen, würde 2020 das dritte zu trockene Jahr in Folge werden. Die Niederschläge konnten zwar größere Trockenschäden verhindern, für eine durchschnittliche Ernte würden jedoch weitere Niederschläge dringend benötigt, meint der Fachmann vom AELF. "Die Wasservorräte im Boden sind durch die Kulturen aufgezehrt", sagt er. Erst im letzten Drittel des Septembers seien Niederschlagsmengen gefallen, die die Pflanzen auch verwerten können. Wenn weniger als ein Liter Regen fällt, dann reiche dies bestenfalls, um den Staub zu binden, aber nicht, um den Wasserbedarf der Pflanzen zu decken.

Die Sonne schien im September reichlich: Die 205 Sonnenstunden liegen über dem Durchschnitt. Vergangenes Jahr waren es nur 193 Stunden, 2018 dagegen 219 Stunden.

Die Ernte ist weit fortgeschritten

Mit Blick auf die Landwirtschaft stellt Karl fest, dass durch die trockene und warme Witterung viele Maisbestände bereits im August und Anfang September beerntet wurden. Auch die auf den schwächeren Standorten angebauten Sonnenblumen seien weitgehend beerntet, ebenso vielerorts spätere Früchte, wie Sojabohnen. Erste Körnermaisbestände wurden ebenfalls bereits gedroschen und erste Zuckerrüben gerodet.

Die Erträge dieser Kulturen waren jedoch vielfach unterdurchschnittlich und teils enttäuschend, berichtet Karl. Durch die trockenen Bedingungen Anfang bis Mitte September konnten zu diesem Zeitpunkt gesäte Zwischenfrüchte vielerorts nicht richtig auflaufen.

Die Niederschläge Ende September sorgen zumindest bei den früh gesäten Wintergetreidearten für einen gleichmäßigen Feldaufgang. So können sich im Gegensatz zu dem Jahr 2018 hier gleichmäßige Bestände entwickeln. Die Futterversorgung der tierhaltenden Betriebe bleibt dagegen auch nach dem September überwiegend knapp, weil auch auf Grünland und Feldern nur wenig wuchs.

Wer ausreichend goss, der durfte sich laut Karl im September im heimischen Gemüsegarten über gute Bedingungen für Tomate oder Zucchini und Gurken sowie andere Gemüsearten freuen. Auch im Obst und Weinbau begann die Ernte zeitig.