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Schwarzach

Schwarzach plant Rekordhaushalt von knapp 15 Millionen Euro

3,5 Millionen Euro plant der Markt Schwarzach in diesem Jahr für die Generalsanierung der Grundschule Schwarzacher Becken ein. Diese Investition ist der dickste Brocken im Vermögenshaushalt der Marktgemeinde, der mit 14,9 Millionen Euro Gesamtsumme auf Rekordniveau in der Geschichte des Marktes liegt.
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320 000 Euro investiert der Markt Schwarzach in diesem Jahr in die Neugestaltung des zentralen Platzes vor der Abtei Münsterschwarzach. Voraussichtlich im Juli sollen die Bagger anrollen. Foto: Peter Pfannes
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3,5 Millionen Euro plant der Markt Schwarzach in diesem Jahr für die Generalsanierung der Grundschule Schwarzacher Becken ein. Diese Investition ist der dickste Brocken im Vermögenshaushalt der Marktgemeinde, der mit 14,9 Millionen Euro Gesamtsumme auf Rekordniveau in der Geschichte des Marktes liegt.

In ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen die Mitglieder des Gemeinderats die Haushaltssatzung und die mittelfristige Finanzplanung für die nächsten drei Jahre einstimmig. Der Umbau der Grundschule wird den Gemeindesäckel auch in den nächsten beiden Jahren enorm belasten. Eineinhalb Jahre lang wird die Schule laut Bürgermeister Volker Schmitt zur Großbaustelle. Kämmerer Martin Pfriem hat für 2021 weitere 3,65 Millionen und für das Folgejahr noch einmal 1,5 Millionen Euro angesetzt. Die Gesamtkosten der Schulhaussanierung belaufen sich auf 9,5 Millionen Euro. Davon erhält die Gemeinde einen staatlichen Zuschuss von 4,1 Millionen Euro, der bereits bewilligt ist.

Die Eckdaten des Haushalts 2020 sehen den Verwaltungshaushalt mit 9,4 Millionen Euro und den Vermögenshaushalt mit 5,5 Millionen Euro vor. Der Schuldenstand der Gemeinde befindet sich in diesem Jahr mit 824 000 Euro auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das Minus wird sich allerdings 2021 durch die Aufnahme neuer Darlehen für das Schulprojekt deutlich wieder erhöhen. Bei einem geplanten Kredit über ein Million Euro erhöht sich die Pro-Kopf-Verschuldung von aktuell 231 Euro auf 511 Euro. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden lag im vergangenen Jahr bei 601 Euro.

Schwarzach hat gute Rücklagen – nur so ist das Großprojekt zu stemmen

Nur aufgrund der derzeit guten Finanzlage der Gemeinde sei ein derart großen Vorhaben (Grundschule) überhaupt realisierbar, betonte Bürgermeister Schmitt. Der Markt Schwarzach hat mit 3,4 Millionen Euro aktuell gute Rücklagen, die aber in den nächsten Jahren durch die Investitionen aufgebraucht werden. In Pfriems Haushaltsansatz der wichtigsten Investitionen steht nach der Schulsanierung der Neubau der Autobahnbrücke zwischen Hörblach und Großlangheim mit 700 000 Euro an erster Stelle. Schwarzach beteiligt sich an dem Brückenbau der Kreisstraße 12 über die Autobahn A3 für eine Radwegeüberquerung, die der Staat ohne die Beteiligung nicht gebaut hätte.

320 000 Euro fließen außerdem in die Neugestaltung des Platzes vor dem Torhaus der Abtei Münsterschwarzach. Diese Investitionssumme war bereits im Haushalt 2019 enthalten. Das Projekt wurde aber noch nicht realisiert und soll voraussichtlich im Juli starten. Zuständig ist die Firma Strabag aus Schwarzach.

Vorstrecken muss die Gemeinde erst einmal die Kosten in sechsstelliger Höhe für die Erschließung der Baugebiete Etterswasen II in Gerlachshausen und Lerchenbühlweg in Schwarzenau. Die archäologischen Rettungsgrabungen im Neubaugebiet Gerlachshausen erledigt die Firma BfAD Heyse aus Schwarzach für 35 000 Euro. 100 000 Euro sind für die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt von Düllstadt als Dorferneuerungsmaßnahme vorgesehen. Für die Sanierung des Hauptkanalrohrnetzes sieht der Haushaltsplan 90 000 Euro vor, für den Neubau eines Parkplatzes "Am See" 80 000 Euro.

Hohe Steuereinnahmen bedeuten auch weniger Schlüsselzuweisungen

Erfreulich ist die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt von 1,6 Millionen Euro, bedingt durch eine sparsame Haushaltsführung in der Vergangenheit und Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer. Der Pferdefuß: Durch die hohen Gewerbesteuereinnahmen (2018: eine Million Euro) erhält Schwarzach weniger Schlüsselzuweisung. Bei der Steuerkraft von 31 Gemeinden im Landkreis Kitzingen liegt die Marktgemeinde auf dem zwölften Platz. Spitzenreiter ist hier Iphofen, gefolgt von Abtswind und Wiesentheid.

Allgemein mahnte Schmitt seine Ratskollegen zum "Sparen", da die Höhe der Gewerbesteuereinnahmen sowie die Einkommen- und Umsatzsteuerbeteiligung für 2020 aufgrund der Corona-Krise noch nicht kalkulierbar seien. Der Ortschef zollte dem Kämmerer ein dickes Lob für das übersichtliche und für die neuen Ratsmitglieder verständliche Zahlenwerk.

Schwarzbauten werden auch nachträglich nicht legalisiert

Abgelehnt hat der Gemeinderat den Neubau eines Brückensteges über einen Bach in Düllstadt. Die Holzbrücke war vor vier Jahren nach Abriss der alten Brücke als Schwarzbau errichtet worden. Obwohl jetzt die fachlichen Voraussetzungen für die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens vorlagen, lehnte das Gremium den Bauantrag ab und blieb seiner Linie treu, Schwarzbauten auch nachträglich nicht zu legalisieren. Jetzt haben Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt das letzte Wort.

Zur Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses wurde Johanna Sendner bestimmt.