Scheinfelds wahres Gesicht ist bunt

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Deutliche Aussage: Transparente haben die Scheinfelder schon fertig.
Foto: Gerhard Krämer
Für ein buntes Scheinfeld: Bürgermeister Claus Seifert (von links) freut sich über die Unterstützung von Réka Lörincz und Stephan Doll von der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion ...
Foto: Gerhard Krämer

„Scheinfeld ist bunt!“ Das sei Scheinfelds wahres Gesicht, betonte Bürgermeister Claus Seifert in der vollen Wolfgang-Graf-Halle unter großem Beifall. Die Menschen waren gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, was die Stadt und die verschiedenen Bündnisse gegen Rechts gegen den Aufmarsch der Neonazis in ihrer Stadt am 24. Mai zu tun gedenken und wie sie sich beteiligen können.

„Scheinfeld ist bunt!“ Das sei Scheinfelds wahres Gesicht, betonte Bürgermeister Claus Seifert in der vollen Wolfgang-Graf-Halle unter großem Beifall. Die Menschen waren gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, was die Stadt und die verschiedenen Bündnisse gegen Rechts gegen den Aufmarsch der Neonazis in ihrer Stadt am 24. Mai zu tun gedenken und wie sie sich beteiligen können.

Noch einmal wie im Oktober vergangenen Jahres lässt sich die Stadt nicht überraschen. Damals hatte es ein Neonazi-Konzert gegeben, das Scheinfeld in die Schlagzeilen gebracht hatte. In diesem Jahr möchte die NPD am Tag vor der Europawahl ihre Abschlusskundgebung in Scheinfeld veranstalten. Die Neonazis hätten „Mahnwachen“ am Torturm in der Hauptstraße mit acht Leuten und am Freibad mit 100 Leuten geplant.

Unseren Ruf kaputt machen

Die am Torturm habe die Stadt wegen der Unübersichtlichkeit des Platzes untersagt, gegen die am Freibad gebe es keine rechtliche Handhabe. Mit Hüpfburg, Torwandschießen und Partyzelt ginge es auf dem privaten Gelände der Diskothek dann weiter, bevor abends dann ein „H8-Konzert“ bis 4 Uhr morgens mit verschiedenen Bands in der Disco stattfinde, stellte Seifert den Ablauf vor. Jetzt wartet die Stadt auf ein Konzept der NPD für diese Veranstaltung, wie sie Vorgaben erfüllen will.

„Die NPD will ihre Umtriebe auf Kosten unserer Stadt feiern und unseren Ruf kaputt machen – das ist das Dramatische“, sagte Seifert. Eine Gegenveranstaltung sei angemeldet, informierte Günter Pierdzig, Koordinator der nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts. „Wir wollen nicht, dass eine Stadt Platz bekommt für die Nazis“, sagte Pierdzig. Er kündigte eine Demonstration an, die durch die Stadt zum Freibad führt.

Geht es nach Bürgermeister Seifert, soll der Tag ein Fest für Europa werden, an dem sich möglichst viele Vereine beteiligen sollen. Eine Zeitung bereitet zum Beispiel die Europa-Union vor, wie deren Bezirksgeschäftsführer Hans-Jochen Teufel ankündigte. Unterstützung sagte auch Stephan Doll, stellvertretender Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg zu.

Die nächste Veranstaltung ist am Karsamstag, 19. April. Um 19 Uhr beginnt eine ökumenische Osterfeuerandacht auf dem Freibadparkplatz. Bürgermeister Claus Seifert wird aus Liedtexten der beim Neonazi-Konzert auftretenden Bands zitieren. Informationen gibt es unter: www.scheinfeld-ist-bunt.de