Rekord: Kitzingen heißester Ort Deutschlands

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Wenn selbst der Falterturm ein Bad nimmt: Glutofen-Temperaturen lassen den Landkreis schwitzen. Unsere Grafikerin verschaffte Kitzingens Wahrzeichen ein wenig Abkühlung im Main.
Fotomontage: Amelie Endres
Rein in den Main Greta Hirsch, Sabrina Trinklein und Viktor Mishko nutzten den freien Tag vor der Deutsch-Abschlussprüfung und kühlten sich bei einem Bad im Main ab.
Foto: meike rost
Oben ohne: Margit und Norbert Hessdörfer wollten eigentlich mit offenem Verdeck eine Spazierfahrt machen. Aber selbst dafür war es zu heiß, daher machten sie die Fenster auf und das Dach wieder zu.
Foto: meike rost
Wasserspiele: Samuel und Anna kühlen sich an der Wasserpumpe ab. Gemeinsam mit ihren Freunden aus dem Kitzinger Waldkindergarten verbringen die beiden den Vormittag auf dem Spielplatz.
Foto: meike rost
Ab 24 Grad ist offen: Bürgermeister August Hopf (rechts) eröffnete mit einem beherzten Kopfsprung – begleitet von Wasserwachtler Gerhard Lang – die Freibadsaison in Gnötzheim.
Foto: Beate Krämer

Die Eröffnung fand keinen Tag zu spät statt: Am Dienstag startete das Gnötzheimer Freibad in dieser Saison. Bei sonnigem Wetter ab 24 Grad Lufttemperatur ist das Bad täglich von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Wie immer übernahm Bürgermeister August Hopf den Startschuss für den Badebetrieb – mit einem beherzten Kopfsprung ins 21 Grad warme Wasser.

Die Eröffnung fand keinen Tag zu spät statt: Am Dienstag startete das Gnötzheimer Freibad in dieser Saison. Bei sonnigem Wetter ab 24 Grad Lufttemperatur ist das Bad täglich von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Wie immer übernahm Bürgermeister August Hopf den Startschuss für den Badebetrieb – mit einem beherzten Kopfsprung ins 21 Grad warme Wasser.

Dass im Landkreis rekordverdächtiges Glutofen-Wetter herrscht, zeigte sich bei einem kleinen Spitzenwert-gesucht-Aufruf im Internet: Das Thermometer in Kitzingen in der Herrnstraße zeigte am Dienstagnachmittag 32 Grad, am Mittwoch zur selben Zeit waren es 33 Grad. Wer bietet mehr? Aus Kleinlangheim wurden 34 Grad gemeldet, Tiefenstockheim konterte mit 35 und Etwashausen schwitzte bei 36,5 Grad. Die Wetterstation an der Kitzinger Kläranlage wartete sogar mit einem Rekord auf: 37,9 Grad.

Das bestätigte der am Mittwoch der Deutschen Wetterdienstes (DWD), der für Kitzingen aber "nur" 37,1 Grad verzeichnete. Der deutsche Juni-Rekord vom 27. Juni 1947 in Frankfurt am Main (38,2 Grad) wurde damit nicht geknackt. In einigen Regionen purzelten am Mittwoch die Wärmerekorde für einen 19. Juni, etwa in München, aber auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Sachsen. US-Präsident Barack Obama sagte bei seinem Besuch im Kanzleramt: „Ich bin durchaus beeindruckt von den hohen Temperaturen hier in Berlin.“

Hinter Kitzingen lagen am Mittwoch Waghäusel (Baden-Württemberg) mit 36,5 Grad sowie Schmalkalden  (Thüringen) und Frankfurt am Main, die jeweils auf 36,3 Grad kamen. Der Mittwoch war zumindest in
einigen Regionen der bislang heißeste Tag des Jahres, wie ein DWD-Meteorologe sagte.

Aus Marktbreit lagen keine Zahlen vor, aber zumindest die Hauptschule kapitulierte vor dem Wetter: Für Mittwoch wurden die Busse direkt ins Kitzinger Freibad umgeleitet, die Kinder freuten sich über hitzefrei. Pech hatten nur die beiden neunten Klassen, bei denen Prüfungen auf dem Plan standen.

Wobei sich die Entspannung auf der Kitzinger Mondseeinsel in Grenzen hält: Bis zur Brücke reichten die Schlangen, 3500 Badegäste wollten allein am Dienstag ins Wasser. „Der große Ansturm kommt erst noch“, ist sich stellvertretende Betriebsleiterin Verena Dambach sicher.

Ein Plätzchen ganz für sich alleine haben derweil Margit und Norbert Hessdörfen aus Frickenhausen. Das Ehepaar hat zum dritten Mal in diesem Jahr im eigenen Cabriolet Platz genommen, ganz angenehm ist das Runden drehen „oben ohne“ bei über 30 Grad aber auch nicht. „Man fährt gegen eine Hitzewand“, sagt Margit Hessdörfen. Drum heißt es dann doch: Dach zu und Fenster auf.

Wasserspiele

Samuel und Mia sind dagegen überhaupt nicht an einem Dach interessiert. Die beiden Kindergartenkinder genießen den Ausflug zum Spielplatz auf dem Gartenschaugelände in Etwashausen. Beim Spielen mit der Wasserpumpe ist die Temperatur nur Nebensache.

Noch ein Stückchen weiter ins Nasse trauen sich Greta Hirsch, Sabrina Trinklein und Viktor Mishko. Die drei Zehntklässler baden einige Meter vom Spielplatz entfernt im Main – nicht ganz freiwillig. „Ich wollte eigentlich nur bis zu den Knien rein“, sagt die 16-jährige Greta Hirsch. Der rutschige Untergrund war allerdings anderer Meinung und so tauchten alle drei ihre Köpfe am Mittwoch noch einmal unter Wasser, bevor sie am Donnerstag bei der Abschlussprüfung rauchen müssen.

Nicht so spritzig geht es Vino. Der sechsjährige Yorkshire-Terrier ist von der Hitze geplättet. „Normalerweise gehen wir eine Stunde laufen“, erklärt Frauchen Susanne Mergler. Bei so tropischen Temperaturen seien nur zehn Minuten drin. Dann haben sich Hündchen und Frauchen wieder ein Platz im Kühlen verdient.

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