Was wird aus dem Frühlingsmarkt am Palmsonntag und aus dem Markttag zur Kirchweih im September? Diese Frage beschäftigt die Gemeinde Wiesentheid nach wie vor und ließ die Mitglieder des Kulturausschusses der Gemeinde ausgiebig diskutieren. Nachdem die beiden Sonntage in den vergangenen Jahren immer mehr an Attraktivität einbüßten und mehrfach Kritik laut wurde, dass diese Traditionsveranstaltungen längst keine Werbung mehr für den Ort seien, will es die Gemeinde nun mit einem anderen Weg versuchen.

Künftig soll die Tourismus-Stelle der Gemeinde die Märkte koordinieren, hieß es in der Sitzung des Kulturausschusses. Darin schlug die zuständige Mitarbeiterin des Marktes, Laura Kreßmann, vor, einen professionellen Organisator für die Märkte einzuschalten. Dieser solle sich um die Werbung und vor allem um das Verpflichten von neuen Händlern kümmern, um den Markt deutlich aufzuwerten. Die Tourismusbeauftragte berichtete, dass sie bereits unverbindliche Gespräche mit einem Veranstalter geführt habe, der durchaus auch Interesse gezeigt habe.

Kommune müsse Gelder zur Verfügung stellen

Die Gemeinde müsse nicht nur für das Rahmenprogramm sorgen. Als Anschub für die Belebung der Märkte müsste die Kommune jedoch entsprechend Geld zur Verfügung stellen. Dazu zeigten sich die Mitglieder des Ausschusses um den Vorsitzenden Wolfgang Stöcker durchaus aufgeschlossen, schließlich sei das als Werbung für das Bild Wiesentheids zu sehen.  

Ausschussmitglied und Gemeinderat Hans Müller stellte fest, dass in den vergangenen Jahren eine rückläufige Besucherzahl registriert wurde. Das habe auch an der Qualität der Anbieter am Markt gelegen. Ziel müsse sein, so Müller, vom aktuellen Image eines "Floh- und Trödelmarktes", weg zu kommen. Statt dessen sollten hochwertigere Produkte angeboten werden, etwa durch Künstler, Kunsthandwerk, oder auch Direktvermarkter mit regionalen Produkten. Nicht nur Müller erhoffte sich "eine verbesserte Außenwirkung" der Veranstaltung, wenn die Markttage nun von jemand neuem aufgezogen würden.

WWKV findet kaum noch Helfer

Im Vorfeld hatte der Ausschuss dazu mit Jochen Fischer ein Vorstandsmitglied des örtlichen Wirtschafts- und Kulturvereins (WWKV) gehört. Die Wiesentheider Gewerbetreibenden organisierten bisher die Markttage, die auch weiterhin stattfinden sollen. Der Verein würde sich auch künftig als Veranstalter zur Verfügung stellen. Seine Gruppierung könne das Ganze jedoch nicht mehr stemmen. Ein Problem sei, so Fischer, dass der WWKV trotz Bezahlung keine Helfer finde, die an dem jeweiligen Wochenende bei Organisation und Durchführung mitarbeiten.

Die Gewerbetreibenden hätten signalisiert, dass sie an den Marktsonntagen auch ihre Ladentüren öffnen. Jedoch müsse man bedenken, dass sich im Ortskern um die Erweinstraße und dem Marienplatz kaum mehr Einkaufsläden befinden, merkte Fischer an.

Kann der Frühlingsmarkt im nächsten Jahr stattfinden?

Für herkömmliche Märkte gebe es viel Konkurrenz in den Gemeinden der Umgebung, sagte Ausschussmitglied Helma Schug. Sie könne sich als neuen Fokus auch einen Bereich mit Ständen vorstellen, an denen regionale Produkte angeboten werden. Das wäre etwa am Marienplatz vorstellbar.

Neben den Vorschlägen wurde besprochen, dass sich ein Kreis aus Mitarbeitern des Rathauses, sowie vom Kulturausschuss und vom WWKV für konkrete Gespräche bilden soll. Schwierig sei es, derzeit für den Frühlingsmarkt, der ja am Palmsonntag (28. März) stattfinden würde, voraus zu planen. Angesichts der Corona-Situation ist derzeit unklar, ob zu dem Zeitpunkt überhaupt ein Markt stattfinden dürfe, sagte Laura Kreßmann. Ob man überhaupt etwas anbieten werde, müsse man für das kommende Frühjahr kurzfristig entscheiden.