Aus zwei Standorten in Würzburg wird einer in Kitzingen, doch der Umzug lässt doch noch auf sich warten. Vor dem Neubau steht jetzt ein Architektenwettbewerb.
Der für das Jahr 2022 geplante Umzug des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen zieht sich länger hin als ursprünglich gedacht: Die Verlagerung wird nicht vor 2025 über die Bühne gehen. Der neue Zeitplan wurde bei einem Pressegespräch mit dem Staatlichen Bauamt Würzburg und der Stadt im Kitzinger Rathaus abgesteckt.
Die Verlagerung angestoßen hatte der damalige Heimat- und Finanzminister Markus Söder im Jahr 2016 im Rahmen einer groß angelegten Regionalisierung von Behörden und staatlichen Einrichtungen. In Würzburg ist das Staatsarchiv bislang an zwei Orten untergebracht: Ein Teil lagert im Nordflügel der Residenz in der Stadtmitte, der Rest befindet sich im Fürstenbau der Festung Marienberg. Dort wird Platz gebraucht: Das "Fränkische Landesmuseum" soll bis 2025 entstehen.
In Kitzingen soll es dem Archiv mit seinen 17 Beschäftigten an nichts fehlen: Der Neubau richtet sich ganz nach den Bedürfnissen eines modernen Archivs. Als Standort war zunächst ein 620 Meter langes Kasernengebäude im Innopark ins Auge gefasst worden. Das Rennen machte dann aber der seit 1997 verwaiste Deustergarten am Rand der Nordtangente. Für den Kauf von 8500 Quadratmetern (40 Prozent) des Geländes genehmigte der Haushaltsschuss des Landtags 640 000 Euro. Die Stadt Kitzingen hatte das Grundstück mit teilweise zweistöckigen Kellergewölben 1997 für fünf Millionen Mark – 2,5 Millionen Euro – von der Familie von Deuster erworben.
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Wettbewerb startet
Die Besonderheit des Geländes, die Deusterkeller, führte dazu, dass mehrere Bodengutachten erstellt werden mussten - was einer der Gründe ist, weshalb der ursprüngliche Zeitplan ins Wanken geriet und am Ende eine Verzögerung um drei Jahre herauskam. Jetzt aber kann endlich der Startschuss erfolgen. Wie Würzburgs Bauamts-Chef Joachim Fuchs betonte, startet nunmehr ein Planungswettbewerb: Gefragt sind die besten Ideen, wie der Neubau aussehen kann. Der weitere Zeitplan: Im Oktober kürt eine Jury den Sieger, 2020 landet das Projekt dann wieder im Bayerischen Landtag, wo das Geld bewilligt werden muss. 2021 könnte dann Baubeginn sein.
Der Freistaat besitzt zwar den Kern des 21 000 Quadratmeter großen Deusterareals – es bleiben aber immerhin noch 12 500 Quadratmetern im Besitz der Stadt, also das Drumherum. Dieser Teil soll öffentlicher Freiraum werden und durch Wege an die Umgebung angebunden werden. Das Ganze läuft derzeit unter der Überschrift "Bürgerpark". Auf dem Grüngelände könnten zudem für die Mittel- und Grundschule ein Schulgarten, Spielbereiche und grüne Klassenzimmer entstehen. Bis zu 75 neue Parkplätze sind vorgesehen, um das Parken in der nördlichen Altstadt zu vereinfachen. Auch für dieses Gelände wird – diesmal von der Stadt – ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben.
Endkosten bei 50 Millionen Euro