Pauline Thaler ist die neue Weinprinzessin von Obervolkach. In der Krönungsfeier auf dem Weinfestgelände setzte die ausscheidende Weinhoheit Wenka Feuerbach ihrer Nachfolgerin die Krone auf. Hundert geladene Gäste applaudierten der neuen Weinprinzessin, die eigentlich bereits im Frühjahr 2020 inthronisiert werden sollte. Wegen des Lockdowns mussten die damalige Feier und die vergangenen beiden Landsknecht-Weinfeste in der Winzergemeinde ausfallen

Das Krönungsfest war emotionsgeladen. Die Gäste freuten sich, das eigentliche Weinfestwochenende wenigstens im kleinen Rahmen wieder feiern zu dürfen. Wenka Feuerbach und Pauline Thaler waren überglücklich, dass die Amtsübergabe endlich vonstattengehen konnte. Landsknecht-Ikone Willi Bedenk hing seinen Hut an den Nagel und sagte nach 35 Jahren ade. "Meine Amtszeit endet heute", sagte Bedenk. Winzervereinsvorsitzender Roman Jörg und die Anwesenden waren sichtlich überrascht von Bedenks Entscheidung, der gesundheitliche Gründe zugrunde lagen.

Dem Schmerz über den Abschied des Landsknechts und der Freude über den überfälligen Prinzessinnenwechsel folgte die begeisternde Ernennung von Konstantin Kraus zum neuen Landsknecht. Mit einer forschen und selbstbewussten Rede machte der junge Mann deutlich, mit Vehemenz in Bedenks Fußstapfen zu treten.

Willi Bedenk begleitete über 250 Weinhoheiten 

In ihrer Abschiedsrede ließ Wenka Feuerbach die Stationen ihrer viereinhalbjährigen Amtszeit Revue passieren. Auf die Landsknechte Michael Staudt (seit 46 Jahren) und Willi Bedenk, der in seiner Amtszeit 256 Weinhoheiten begleitete, konnte sie sich immer verlassen. "Ein Fingerschnips genügte und sie waren da", sagte er lachend.

"Es war eine megacoole Zeit" erinnerte Feuerbach an Touren durch ganz Deutschland mit 80 Präsentationsterminen pro Jahr. Mit vielen tollen Menschen habe sie die Zeit regelrecht genossen. Winzervereinschef Jörg würdigte ihr Engagement: "Du hast unsere Landsknecht-Weine hervorragend präsentiert, immer gut gelaunt und selbstbewusst." Mehrere Weinhoheiten der Regionen verabschiedeten Wenka mit dem Hinweis: "Nun musst Du oben ohne durch das Dorf laufen."

Früher konnten nur Winzertöchter Weinhoheit werden

Für Pauline war Weinprinzessin zu sein kein Kindheitstraum, da früher ja nur Winzertöchter Weinhoheit werden konnten. Durch die Unterstützung der Familie fiel ihr die Entscheidung nicht schwer das Amt zu übernehmen. Mit Charme kredenzte sie ihren Krönungswein, einen Riesling Spätlese trocken.

Neu-Landsknecht Konstantin hat schon als Kind Ritter gespielt. Seine in die Jahre gekommenen Kollegen hat er schon immer bewundert: "Die waren immer in Begleitung junger hübscher Weinprinzessinnen." Diese Tradition will er jetzt gerne fortführen.

"Weinprinzessinnen und Symbolfiguren repräsentieren unsere Heimat", betonte Bürgermeister Heiko Bäuerlein. Dafür sei er sehr dankbar. Bezirksrätin Gerlinde Martin dankte Wenka für ihren Einsatz und wünschte Pauline viel Glück. Die Krönungsfeier entwickelte sich zu einer wunderbaren Reise durch die Vielfalt der Weine der örtlichen Weingüter Kamm und Leipold sowie der Gebietswinzergenossenschaft Franken. Böhmische Musikvielfalt servierten die Rosenberg-Musikanten aus Frankenwinheim, denen Pauline mit ihrer Klarinette gleich einmal den Marsch blies.