Es ist noch kein Jahr her, da verwandelte sich der Saal des Wirtshauses Goldene Krone zum brodelnden Hort. Wann denn wieder Leben und ein Pächter in das verlassene Gasthaus am Fuß der Kirchenburg komme, wollten die Mönchsondheimer wissen. Und als Iphofens Bürgermeister Josef Mend ihnen entgegenhielt, dass sie doch erst einmal wissen müssten, was sie wollten, da zeterten und schimpften sie und schüttelten die Fäuste.

Elf Monate später hat sich die Lage beruhigt. „Passt so?“, fragt Mend am Dienstagabend in die Runde, und als kein Widerspruch zu hören ist, kann er das als Erfolg seiner Vermittlungen betrachten. Zweimal hat er vergangenen Sommer die Mönchsondheimer zum Diskurs eingeladen. Gemeinsam sollten sie festlegen, was nun aus der Traditionsgaststätte werden soll, die nach dem plötzlichen Tod des einstigen Wirts und dem Wegzug von dessen Frau vor dem Aus stand. Die Stadt kaufte das Anwesen (samt dazugehörigem großem Nebengebäude). Rasch aber machte Mend im Dorf klar, dass die Stadt nicht auch noch als Pächterin auftreten und das Haus betreiben werde.

Was Mend an diesem Abend in der Bürgerversammlung erläutert, ist für viele der 40 Anwesenden nichts mehr Neues. Die Gaststätte, die inzwischen wieder verpachtet ist, bleibt erhalten und soll kernsaniert werden. Abgerissen und wiederaufgebaut werden die Nebengebäude. Über all das kann danach der Pächter verfügen. Denn Jugend in Feuerwehr werden auf einem anderen Grundstück nur einen Steinwurf entfernt untergebracht: im ehemaligen Anwesen Lindner, ebenfalls im Besitz der Stadt. Damit sind Interessenskonflikte ausgeschlossen. Der Weg ist also frei, die Projekte zeitnah umzusetzen.

Wann der Startschuss fallen wird, ist allerdings noch unklar. Zum „frühestmöglichen Zeitpunkt“, so Mend, soll die Sanierung des Gasthauses beginnen, sie hat Priorität vor dem Ausbau des Feuerwehr- und Jugendhauses. „Realistisch“ sei das Projekt aber nicht vor 2017 umzusetzen. Erst einmal braucht es einen Planer, der angesichts der Investitionssumme wohl europaweit auszuschreiben ist. Mend rechnet mit mehr als zwei Millionen Euro, Geld, das sich auch die Stadt Iphofen „nicht ohne Weiteres aus dem Handgelenk schütteln kann“.

Zumal sie gerade eineinhalb Millionen Euro in die Sanierung der Kirchenburg gesteckt hat.

Reinhard Hüßner sieht dieses Geld gut angelegt. Aber als Leiter des Museums ist er dankbar für jeden Cent, den ihm Stadt, Landkreis und Bezirk überweisen. Jetzt, nach mehr als drei Jahren, sei die Generalsanierung abgeschlossen. „Die Besucher können sehr zufrieden sein“, erklärt Hüßner. Auf enorme Holzschäden sind die Sanierer ebenso gestoßen wie auf eine bisher unentdeckte Lehrerwohnung. Laut Mend erhöhten sich die Kosten deshalb um rund 100 000 Euro. Was die Zukunft des Museums angeht, so habe der Bezirk Unterfranken signalisiert, die Investitionszulage auch für die nächsten zehn Jahre zu bezahlen, wenn sich auch Landkreis und Stadt Iphofen an den Kosten des Museums beteiligen.

Dass an einigen Stellen der Mauer „schon wieder der Putz bröckelt“, wie Werner Kern anmerkt, nimmt Mend nicht weiter tragisch. „Feuchtes, altes Gemäuer“ habe nun mal diese Eigenschaft. Aber er werde prüfen, ob sich der Verputzer noch einmal ans Werk machen und nachbessern müsse. Die Museumssaison beginnt Mitte März. Bis dahin soll alles perfekt sein. Hüßner will „das Marketing anschieben“ und hat mit der neu eröffneten Gaststätte ein Argument mehr, Besucher zu locken.

Ob auch der Sandstrand am Breitbach als Attraktion taugt, bezweifeln inzwischen viele Mönchsondheimer. Der Bauhof hat dort an einem Seitenarm Sand aufgeschüttet, aber im vergangenen heißen Sommer fehlte das Wasser. Die Idee ist nun, mehr Wasser vom Hauptbach abzuzweigen und in den Seitenarm zu leiten. „Wir versuchen das mal“, sagt Mend, „wenn es nicht klappt, überlassen wir das Feld der Natur.“ Die Leute im Saal nicken zustimmend, es bleibt ein friedlicher Abend.