Das kommt auch nicht oft vor: Keine Zuschauer in der Marktstefter Stadtratssitzung am Dienstagabend. Das lag zum einen wohl an Corona, zum anderen sicher auch an der sehr übersichtlichen Tagesordnung, die erst bei den Bekanntgaben des Bürgermeisters Interessantes preisgab. Dabei wurde unter anderem bekannt, dass mit den Bauarbeiten zur Sanierung des Alten Hafens tatsächlich bereits begonnen wurde.

Nachdem Ende März die Enthüllung der Bautafel symbolisch den baldigen Baubeginn ankündigte, wurde bereits kurz darauf das Gebäude strom- und wasserfrei gemacht und eine externe Strom- und Wasserversorgung gelegt. Am 12. April begannen dann die Abbrucharbeiten. Dass die Arbeiter dort im Vollschutz agieren, liegt nicht an gefährlichen Stoffen, die dabei frei werden könnten, sondern an der enormen Staubbelastung bei den Arbeiten, also zum Selbstschutz.

Der eingebrochene Kanal in der Hauptstraße (wir berichteten) ist sicher nicht mehr mit einem Inliner zu reparieren, dazu ist zu wenig Substanz vorhanden. Auch etliche Hausanschlüsse sind einfach kaputt. Zudem ist die Wasserleitung in der Straße rund 100 Jahre alt – alles zusammen macht einen Vollausbau nötig, der sich von der Günterstraße bis zur Keerlstraße erstrecken wird.

Verkehrsüberwachung sorgt für Diskussionen

Das wird sicher noch ein Thema mit viel emotionaler Diskussion: Die Kommunale Verkehrsüberwachung für den ruhenden Verkehr in Marktsteft und Michelfeld. Im Oktober 2020 hatten die Räte beschlossen, entsprechende Angebote einzuholen. Da sich weitere VG-Gemeinden ebenfalls mit dem Thema beschäftigten, lässt die Verwaltung derzeit ein gemeinsames Angebot bei der Stadt Dettelbach erstellen.

Geplant sei, so Bürgermeister Thomas Reichert, dass die Überwachung in Marktsteft drei Stunden pro Woche und in Michelfeld eine Stunde ausgeführt wird. Alleine diese Planung löste eine recht lebhafte Debatte im Rat aus, an deren Ende Ratsmitglied Dieter Haag die Frage stellte, über was nun eigentlich abgestimmt werden sollte. Über gar nichts, sagte der Bürgermeister, es handele sich lediglich um eine Bekanntgabe. Erst wenn die Angebotsergebnisse vorlägen, werde weiter diskutiert.

Häckselplatz ist endgültig geschlossen

Der Häckselplatz in Marktsteft ist nun endgültig geschlossen, der Grüngutcontainer steht noch, sollte aber nur für kleinere Mengen grünen Abfalls, etwa Rasenschnitt, genutzt werden. Größere Mengen können an den Häckselplatz in Michelfeld geliefert werden. Die Planungen für einen gemeinsamen Häckselplatz mit der Stadt Marktbreit nahe der Gemarkungsgrenze laufen.

Vor allem auf dem Michelfelder Friedhof finden sich im Grüngutcontainer immer wieder Fremdstoffe, die bei der Abladung aussortiert werden müssen, was natürlich Geld kostet. Hier wird nach einer Lösung gesucht.

Beteiligung am Ratsinformationssystem der VG

Auch Marktsteft wird sich am Ratsinformationssystem der VG beteiligen, nach dem die Sitzungsunterlagen für die Räte künftig nicht mehr in Papierform ausgegeben werden. Damit sich die Räte die entsprechenden Endgeräte leisten können, wird es einen Zuschuss von 300 Euro pro Rat und Legislatur geben.

Der Vertrag mit der Firma Wüffert zur Nutzung der Straße unterhalb der Kitzinger Kläranlage zur Anfahrt an das Sand- und Kiesabbaugelände der Kiesgrube Hohenfeld läuft ab. Die Firma hatte den Weg auf eigene Kosten entsprechend ausgebaut, der Abbau soll noch einige Jahre andauern. Die Räte genehmigten die Nutzungsverlängerung bis Ende 2026.