Die Gemeinde Markt Einersheim hat finanzpolitisch ein schweres Jahr hinter sich, waren doch die Gewerbesteuereinnahmen insbesondere nach der Insolvenz des Unternehmens Fritsch dramatisch eingebrochen und hatten sich ins Negative verkehrt. Deswegen war erstmals seit Jahrzehnten sogar ein Nachtragshaushalt notwendig geworden. Den Haushalt 2020 belasten immer noch Nachwehen der Einnahmeverluste. Günther Schell, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen, kalkuliert für die Markt Einersheimer heuer vorsichtig nur 100 000 Euro als Gewerbesteuereinnahme.

Der Gesamthaushalt soll dem Etat zufolge das Volumen von 2,83 Millionen haben, wobei sich der Vermögenshaushalt mehr als halbiert und mit 692 000 Euro angesetzt ist. Der Verwaltungshaushalt bewegt sich mit 2,14 Millionen Euro vier Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Schlüsselzuweisungen steigen

Größter Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt bleibt die Einkommenssteuerbeteiligung mit 720 000 Euro. Nach einer Nullnummer bei den Schlüsselzuweisungen im vergangenen Jahr darf die Gemeinde heuer 106 000 Euro erwarten. Entsprechend der gesunkenen Steuerkraft muss die Gemeinde heuer mit 529 000 Euro rund 100 000 Euro weniger an Kreisumlage an den Landkreis abführen.

Trotz dieser positiven Einzelfaktoren kann die Gemeinde heuer keine Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt und somit auch keine freie Finanzspanne erwirtschaften. Vielmehr muss eine "falsche Zuführung" erfolgen. Das heißt, dass aus dem Vermögenshaushalt 75 000 Euro dem Verwaltungshaushalt zu dessen Ausgleich zugeführt werden müssen. Aus der Jahresrechnung 2019 blieb ein Sollüberschuss von 120 000 Euro, die in den Vermögenshaushalt fließen und dazu beitragen, dass die Marktgemeinde schuldenfrei bleibt. "Dass wir weiterhin schuldenfrei sind, ist ein wichtiges Kriterium", bemerkte Bürgermeister Herbert Volkamer in der Ratssitzung. Voraussichtlich wird Markt Einersheim zum Jahresende eine allgemeine  Rücklage von 91 000 Euro vorweisen können.

Heimatmuseum im Würzburger Tor

Bei den Investitionen stechen die Kindergartenerweiterung (120 000 Euro) und die Einrichtung des Heimatmuseums im Würzburger Tor (107 000 Euro) heraus. Der Kämmerer sieht eine finanziell stabile Entwicklung der Gemeinde. Vorausgesetzt, dass sich die Steuereinnahmen und Steuerbeteiligungen auf Grund der Corona-Pandemie nicht nachhaltig abschwächen. Daher sei der Gemeinderat aufgefordert, "mit Bedacht und Maß zu wirtschaften" und die vorhandenen Mittel bestmöglich einzusetzen. Die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gemeinde sei gegeben und die Aussichten positiv, da würde die "falsche Zuführung" in diesem Jahr nur einen Schönheitsfleck ausmachen.

Wasser und Abwasser werden teurer

Nach der Vorbereitung im Finanzausschuss beschloss die Ratsrunde eine moderate Anhebung der Wasser- und Abwassergebühren. Beim Abwasser ergab die Neukalkulation der Gebühren einen Preis ab dem Jahresbeginn 2021 von 1,70 Euro pro Kubikmeter Abwasser, das bedeutet eine Anhebung der Gebühr um 15 Cent pro Kubikmeter Abwasser für die Bürger. Der Trinkwasserpreis erhöht sich ab 2021 aufgrund der Preiserhöhung der Fernwasserversorgung Franken. Wegen Defiziten in den vergangenen Jahren steigt der Frischwasserpreis für die Bürger zur Kostendeckung auf 2,20 Euro pro Kubikmeter. Die Gebühr für Anlieferung von Klärschlamm in der Kläranlage beträgt künftig 18 Euro pro Kubikmeter.