Corona kriegt uns nicht unter. Das Motto in der Kitzinger Siedlung steht fest. Das jungStil-Team der Kitzinger Jugendarbeit im Stadtteilzentrum lädt zum Malen und zur Kräuterkunde ein. Die großen Fenster am Stadtteilzentrum sollen sich in eine Siedlungs-Galerie verwandeln.

Eine Palme, darunter ein Boot. Eine Tüte Pommes mit Ketchup. Große Augen. Diese drei Motive gehören zu den ersten, die im Stadtteilzentrum abgegeben wurden und jetzt schon an den Fenstern hängen. Was sich die jungen Künstler beim Malen wohl gedacht hatten? Hatten Sie Urlaubslust? Hunger? Jemandem tief in die Augen gesehen?

Wer sich selbst seine Gedanken machen möchte, ist jederzeit herzlich eingeladen, am Stadtteilzen-trum in der Königsberger Straße vorbeizukommen und in die großen Fenster, unter anderem am Saal, zu spähen. Natürlich kann man auch selbst den Pinsel, Blei- oder Buntstifte in die Hand nehmen. „Unser Aufruf richtet sich zwar in erster Linie an Kinder und Jugendliche, aber natürlich hängen wir gerne alle Bilder auf, die uns geschickt, gebracht oder in den Briefkasten geworfen werden – egal, wie alt der Künstler ist“, stellen Sarah Porter und Stefanie Löffler vom jungStil-Team fest.

Eine Vorgabe für die Motive gibt es ebenso wenig wie eine Vorschrift für die Maltechnik. „Wir freuen uns über alles, was uns erreicht.“ Dem Team geht es vor allem auch darum, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. „Wir fordern die Kids auch über Instagram, Live-streams und Postkarten auf, uns Bilder zu schicken“, sagt Sarah Porter. „Wir versuchen einfach, Jugendarbeit über andere Kanäle zu betreiben, wenn uns die üblichen nicht zur Verfügung stehen.“ Sogar ein „Jugendtelefon“ hat das jungStil-Team eingerichtet, damit die Kids die Mitarbeiter erreichen können – egal was gerade Thema ist.

Caroline Wirsing, die als Verwaltungsfachangestellte ihren Teil zur Kitzinger Jugendarbeit beiträgt, findet, dass sich gerade in Krisenzeiten viele Menschen auf ganz einfache, einst selbstverständliche Dinge besinnen. Hobbys wie Malen, Zeichnen und Gärtnern werden wiederentdeckt. „Wir haben entlang des Geländers am Stadtteilzentrum einige Blumenkästen angebracht und sie mit allerhand Kräutern gefüllt, zum Beispiel gibt es Colakraut, Pizzathymian, verschiedene Minzesorten, Lavendel, Rosmarin und vieles mehr zu sehen, riechen und auch mal zu probieren.“

Vor dem Gebäude an der B8 in der Siedlung ist genügend Platz für Passanten, das heißt, jeder Besucher kann den nötigen Abstand problemlos einhalten. „Sollte doch mal kurz viel Betrieb sein, wartet man eben ein paar Minuten.“

Ziel der Aktion ist es zum einen, die großen Fenster am Stadtteilzentrum in Zeiten von „Social Distancing“ sinnvoll zu nutzen und eine kunterbunte „Siedlungs-Galerie“ zu erschaffen, deren Anblick Freude macht und die Fantasie weckt. Zum anderen „wollen wir zeigen, dass man auch dann nicht alleine ist, wenn es auf den ersten Blick vielleicht so scheint“, sagt Steffi Löffler.

INFO: Bilder für die Siedlungs-Galerie können bei der städtischen Jugendarbeit Kitzingen, jungStil-Team, in der Königsberger Straße 11 abgegeben oder in den dortigen Briefkasten gelegt werden. Infos: Tel.: 09321/ 92 40 27, E-Mail: jungstil@kitzingen.info, www.jungstil-kitzingen.de