„Natürlich kann es auch Unfallorte geben, an denen sich Rettungsmaßnahmen einfach und schnell organisieren lassen – auch ohne Benennung eines Rettungstreffpunktes. Eine Verpflichtung zur Nutzung eines Rettungstreffpunktes besteht daher nicht“, informiert Klaus Behr.
Die Rettungstreffpunkte wurden in aller Regel so gewählt, dass sie möglichst ganzjährig und bei jeder Witterung mit Rettungsfahrzeugen ohne Allradantrieb zuverlässig erreicht werden können. Sie liegen daher fast immer außerhalb des Waldes an öffentlichen Straßen, Kreuzungen oder sogar in Ortschaften.
Die Weiterfahrt in den Wald erfolgt unter Umständen in Begleitung eines ortskundigen Lotsen in einem zweiten Fahrzeug. So soll vermieden werden, dass Rettungsfahrzeuge im Gelände stecken bleiben. Wer einen Notruf absetzt, sollte immer gleich darauf hinweisen, wenn der Unfallort abseits befestigter Wege liegt.
Falls man selbst allein im Wald unterwegs war und verletzt ist – oder falls ein anderer Verletzter nicht allein zurückgelassen werden kann, etwa weil Herz-Lungen-Wiederbelebung nötig ist – kann der nächste Rettungspunkt bei der Alarmierung als „Fixpunkt“ zur Orientierung genutzt werden.
Um die „Rettungskette-Forst“ und den Umgang mit den neu ausgewiesenen Rettungstreffpunkten einzuüben, wird das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen vor der Holzeinschlagssaison 2016/17 in Zusammenarbeit mit den örtlichen Rettungsdiensten und den Unfallversicherungsträgern für die im Wald beschäftigten Mitarbeiter der Kommunen und des Großprivatwaldes eine „Rettungsübung“ abhalten. Dabei wird ein schwerer Unfall im Wald simuliert und der Rettungsablauf geprobt werden.
116 Rettungstreffpunkte im Landkreis
Unfall melden: Ereignet sich ein Unfall, so gilt folgender Ablauf: Unfallstelle sichern, den Verletzten versorgen, den Notruf (112) absetzen, dabei die Bezeichnung des nächstgelegenen erreichbaren Rettungstreffpunktes angeben, selbst zum Rettungstreffpunkt gehen, auf das Eintreffen des Rettungsdienstes warten und diesen auf schnellstmöglich zum Verletzten lotsen.
Rettungskette: Die „Rettungskette-Forst“ ist eine Vorsorgemaßnahme, damit in der freien Natur die Versorgung der Verletzten im Notfall schnellst- und bestmöglich funktioniert. Deshalb sollte bei allen Arbeiten im Wald und bei gefahrengeneigten Aktivitäten in der Natur absolute Klarheit über die Rettungstreffpunkte und den weiteren Ablauf der Rettungskette bestehen. Denn im Notfall kommt die Aufregung als erschwerender Faktor noch hinzu.
Rettungstreffpunkte: Im Landkreis Kitzingen wurden insgesamt 116 Rettungstreffpunkte ausgewiesen – 108 durch die Forstverwaltung und acht durch die Bayerischen Staatsforsten.