Sechs Referenten hat der Stadtrat Kitzingen Mitte Dezember bestimmt. Sechs Menschen, die für ihre jeweiligen Themenbereiche das Beste erreichen wollen. Welche Ziele und Vorstellungen sie verfolgen, stellen wir in den nächsten Tagen vor. Heute: Sabrina Stemplowski, Referentin für das Ehrenamt. Es ist ein großer Bereich. Und natürlich muss sich Sabrina Stemplowski erst einmal einarbeiten. Zum Referentenamt ist sie schließlich ein wenig überraschend gekommen. Auch wenn sie sich auf die Aufgabe freut.

„Vereine halten die Gesellschaft am Leben.“
Sabrina Stemplowski, Referentin Ehrenamt

Einen Feuerwehr- und einen Sportreferenten hat es bislang im Kitzinger Stadtrat gegeben. Damit ist jetzt Schluss. Die Referate sind zusammengelegt worden, von zwölf auf sechs geschrumpft. Unter dem Begriff „Ehrenamt“ sind jetzt etliche Bereiche vereint. Sportvereine, Blaulicht-Organisationen wie das THW, die Wasserwacht oder die Feuerwehr, aber auch Kulturträger und Brauchtumsvereine. Das alles unter einen Hut zu bringen, wird nicht leicht sein. Die 34-Jährige ist sich dieser Herausforderung bewusst. Der Reiz daran? „Ich will etwas Neues aufbauen.“ Sabrina Stemplowski engagiert sich schon länger politisch für die Junge Union, die Jugendorganisation der CSU. Im März 2020 ist sie in den Kitzinger Stadtrat gewählt worden. Zwei Monate später wurde das erste Mal darüber gesprochen, wer sich welche Referate vorstellen kann, beim gemeinsamen Wochenende im Sommer in Elfershausen wurde beschlossen, die Bereiche Feuerwehr und Sport dem Ehrenamt zuzuordnen. Stemplowski hatte schon damals Interesse an der Tätigkeit. „Ich möchte die Bedeutung und Wichtigkeit des Ehrenamtes mehr in die Öffentlichkeit tragen“, erklärt sie. Als junge Frau will sie dabei natürlich auch die sozialen Medien einbeziehen. „Viele Vereine haben Nachwuchsprobleme“, weiß sie. Kaum jemand wolle sich mehr langfristig festlegen. Dabei bräuchten gerade die Vereine Menschen, die sich einbringen. „Vereine halten die Gesellschaft am Leben“, ist Stemplowski überzeugt. Als zwei von unzähligen Beispielen nennt sie die Nachbarschaftshilfen oder die Gemeinschaft „Eine Stunde Zeit füreinander“. Gerade in Corona-Zeiten sei es schwer, das Vereinsleben am Laufen zu halten. Jegliche Geselligkeit falle Virus-bedingt weg. Dennoch sei es wichtig, die Strukturen am Leben zu halten. „Dabei möchte ich behilflich sein.“ Stemplowski selbst engagiert sich im Verein „Unsere Siedlung, Kultur-Bürgerverein“, ist ehrenamtliche Prüferin bei der IHK und aktives Mitglied im Kitzinger Ruderverein. „Eine Karteileiche in einem Verein will ich nicht sein“, sagt sie. Das aktive Einbringen ist ihr wichtig. Als Referentin hat sie sich zunächst ein Verzeichnis mit allen Vereinen in Kitzingen geben lassen, möchte ein entsprechendes Register auf der Homepage der Stadt veröffentlichen. Die Vereinsvertreter ruft sie auf, den Kontakt mit ihr zu suchen. „Ich bin auf deren Hilfe angewiesen“, weiß sie. Zum Glück erfahre sie eine große Unterstützung von Seiten der Verwaltung und von ihren Stadtratskollegen. „Die Zusammenarbeit ist parteiübergreifend gut“, freut sie sich – wohl wissend, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.

Bei der Wahl der Referenten war zunächst Andrea Schmidt (Die Grünen) für den Bereich Ehrenamt angedacht gewesen. Sie lehnte ab. Dann wurde Sabrina Stemplowski gefragt, stimmte zu und wurde gewählt. Später stellte sich heraus, dass eine andere Grünen-Stadträtin das Amt gerne übernommen hätte. „Deswegen habe ich immer noch ein wenig Bauchschmerzen“, bekennt die CSU-Stadträtin. Nichtsdestotrotz will sie jetzt als Referentin durchstarten, ein Ansprechpartner für Vereine und Vereinigungen und ein Bindeglied zur Verwaltung und zum Stadtrat sein. Was die zeitliche Belastung ihrer neuen Aufgabe angeht, macht sich Sabrina Stemplowski nichts vor. „Da werden sicher einige Wochenenden bei draufgehen.“